Fußball-Landesliga

Nils Koehle: Flügelflitzer mit Qualität vor dem Tor

Der TSV Etelsen buhlte lange um die Dienste von Nils Koehle. Nun will der Neuzugang zeigen, warum ihn die Schlossparkkicker unbedingt haben wollten.
02.09.2020, 18:30
Lesedauer: 3 Min
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Nils Koehle: Flügelflitzer mit Qualität vor dem Tor
Von Maurice Reding
Nils Koehle: Flügelflitzer mit Qualität vor dem Tor

Im Testspiel gegen den TB Uphusen hatte Nils Koehle (links) bereits einige gute Szenen. Der 24-Jährige war ein Wunschtransfer des Landesligisten.

Björn Hake

Ein kurzer halbhoher Ball, technisch gut angenommen, eine Körpertäuschung nach links, um rechts am Gegenspieler vorbeizuziehen und Tempo aufzunehmen. Es sind Szenen wie diese, in denen die Qualität von Nils Koehle aufblitzt. Im Testspiel gegen den TB Uphusen vor gut zwei Wochen zeigte der 24-Jährige gleich mal, warum der TSV Etelsen ihn unbedingt haben wollte. Mehrmals lässt er seinen Gegenspieler stehen und zieht mit Zug vor das Tor. Fünf Jahre hat der junge Fußballer bei seinem Heimatverein SV Lilienthal-Falkenberg gespielt. Zunächst in der Kreisliga, dann in der Bezirksliga und in der vergangenen Saison wieder in der Kreisliga. Nun geht es für Koehle gleich zwei Ligen hoch. Mit den Schlossparkkickern startet er am 13. September mit einem Heimspiel gegen den MTV Treubund Lüneburg in das Abenteuer Landesliga.

Der Mittelfeldspieler, der sowohl auf der rechten als auch auf der linken Außenbahn beheimatet ist, hat sich bereits gut eingelebt. „Das ist auch gar nicht so schwierig. Die Jungs machen es einem leicht. Etelsen ist ein familiärer Verein“, erzählt Koehle. Aus diesem Grund hat sich der 24-Jährige auch für einen Wechsel entschieden. „Bei Lilienthal war das genauso. Man kennt einfach jeden. Es war die beste Entscheidung“, kann er nur Positives über seinen neuen Verein berichten. Von der Kreisliga in die Landesliga – für manch einen wäre das ein großer Schritt. Für Koehle jedoch nicht. Der Mittelfeldakteur kann bereits Landesliga-Erfahrung vorweisen. In seinem ersten Herrenjahr kam er für den VSK Osterholz-Scharmbeck zu einem Einsatz in der sechsthöchsten Spielklasse. Eine Saison später wechselte Koehle zum SV Blau-Weiß Bornreihe. Bei den „Moorteufeln“ avancierte er zum Stammspieler und stand in 27 Ligaspielen auf dem Feld.

Ab der Saison 2015/2016 lief Koehle für den SV Lilienthal-Falkenberg auf. Dass er sich bei seinem Heimatverein wohlfühlte, belegen die Zahlen. In seiner ersten Saison in der Kreisliga traf er in 28 Partien 14-mal und damit in jedem zweiten Spiel. Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga machte er da weiter, wo er eine Klasse tiefer aufgehört hatte. Elf, 17 und neun Tore steuerte er in den folgenden drei Saisons bei. Keine schlechte Quote für einen Mittelfeldspieler. In der vergangenen Saison traf er in der Kreisliga in 13 Spielen sechsmal. Nun geht es zwei Klassen nach oben. „Die Landesliga ist noch mal etwas anderes. Aber man hat in den Testspielen gesehen, dass wir gut mithalten konnten“, ist der Neuzugang optimistisch gestimmt.

Gegen den Oberligisten TB Uphusen sah das bereits phasenweise gut aus. Die Schlossparkkicker standen kompakt und machten in einer Druckphase den zwischenzeitlichen Ausgleich. Dass noch nicht alles rund läuft, zeigte sich beim zweiten Gegentor, als der Ball nach einem eigenen Freistoß leicht verloren wurde und in einem Gegentor resultierte. Die Chance zum Ausgleich hatte Koehle vom Elfmeterpunkt. Während er bei all seinen vorherigen Stationen in Pflichtspielen in der Liga traf, versagten ihm diesmal die Nerven vom Punkt. Seinen schwachen Schuss ins linke untere Eck hielt Uphusens Keeper Tariq Olatunji mühelos fest. „Der Ärger ist auch jetzt noch da. Aber es ist mir lieber, wenn es jetzt passiert als später“, sagt der 24-Jährige.

Für die neue Saison hat sich Koehle persönlich vor allem vorgenommen, fit zu bleiben. „Das ist das A und O“, sagt er. Außerdem will der Neuzugang möglichst oft zum Einsatz kommen. „Ich will immer spielen“, sagt Koehle selbstbewusst. In den Testspielen kam er diesem Ziel schon sehr nah. Etelsens Coach Nils Goerdel baute regelmäßig auf ihn. Mit seinem neuen Verein will Koehle den Klassenerhalt schaffen. „Man sieht, dass wir Potenzial in der Mannschaft haben. Wir müssen in jedem Spiel Vollgas geben und sollten uns nicht verstecken“, glaubt der 24-Jährige an eine erfolgreiche Saison.

Dass diese nach den Verletzungen der beiden Stürmer Timo Schöning und Bastian Reiners nicht leichter geworden ist, weiß auch Koehle. „Das ist sehr, sehr schade mit den Verletzungen“, sagt der Neuzugang, der auch schon ganz vorne in der Sturmspitze aufgelaufen ist. Ob er dadurch eine Alternative für Schöning und Reiners ist, auch wenn die Schlossparkkicker mit David Airich noch mal nachlegten? „Das weiß ich nicht. Ich habe schon viele Positionen gespielt, unter anderem Libero. Im Endeffekt müssen wir gucken, ich habe das nicht zu entscheiden“, schließt der 24-Jährige einen Wechsel auf die vorderste Position nicht kategorisch aus. Der Neuzugang will trotz seines jungen Alters menschlich vorangehen. „Mein Ziel ist es, Verantwortung zu übernehmen. Das ist wichtig im Herrenbereich“, sagt Koehle.

Am 13. September geht für Koehle und Co. der Pflichtspielbetrieb wieder los. „Es kitzelt schon wieder. Ich habe richtig Bock“, ist dem Mittelfeldspieler die Vorfreude deutlich anzumerken. In Etelsen werden sie solche Worte gerne hören, buhlten sie doch lange um die Dienste des Mittelfeldspielers. Ein Flügelflitzer, der Qualität vor dem Tor hat. Koehle und der TSV Etelsen – es scheint, als haben sich zwei gefunden.

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