Handball - Junge Wilde Jonah Klimach will sich mit dem TSV Daverden etablieren

Jonah Klimach zieht beim TSV Daverden im Rückraum die Fäden. Der junge Mittelmann will sich mit den Grün-Weißen in der Verbandsliga etablieren.
27.01.2021, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Jürgen Prütt

TSV Daverden, HSG Verden-Aller, HSG Cluvenhagen-Langwedel – Jonah Klimach hat schon einige Vereine im Landkreis Verden kennengelernt. Seit 2018 schnürt der 21-Jährige wieder die Schuhe für den TSV Daverden. Bei seinem Heimatverein möchte Jonah Klimach bei den Männern den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gehen. „Ich will mich in der ersten Mannschaft etablieren und in der Verbandsliga den Klassenerhalt schaffen“, hat der Handballer aus der jungen Garde von Trainer Ingo Ehlers klare Ziele vor Augen.

Wer soll in die Fußstapfen von Simon Bodenstab treten? Guter Rat war teuer, nachdem der Mittelmann und langjährige Führungsspieler im Laufe der vergangenen Saison beim TSV Daverden seinen Wechsel zum Oberligisten Elsflether TB öffentlich gemacht hatte. Fündig wurde Ingo Ehlers recht schnell in den eigenen Reihen: Mit Jonah Klimach soll ein Eigengewächs zukünftig die Fäden im Rückraum ziehen. Vier Jahre hat der flinke Rechtshänder als B- und A-Jugendlicher beim Nachbarn HSG Verden-Aller gespielt. „In Verden wäre ich nach der Jugend für die zweite Mannschaft eingeplant gewesen. Als das Angebot aus Daverden kam, brauchte ich nicht lange zu überlegenen“, erinnert sich Klimach.

Nach einem Lehrjahr in der ersten Mannschaft und einem schulisch bedingten Rückzieher in die Reserve fühlt sich Jonah Klimach bereit für den nächsten Schritt. TSV-Trainer Ingo Ehlers ist überzeugt, dass der Youngster seinen Weg machen wird. „Jonah war der Gewinner der Vorbereitung. Er hat auch in Testspielen gegen Oberligisten wie die SG Achim/Baden überzeugt“, sagt der 45-Jährige.

Titel in der Jugend knapp verpasst

Gerne wäre Jonah Klimach nach der Saison 2017/2018 mit dem Meistertitel in der A-Jugend Landesliga aus der Domstadt zurück nach Daverden gekommen. Doch daraus wurde nichts: Nach einer 21:24-Niederlage im finalen Saisonspiel beim TSV Anderten Hannover musste die HSG Verden-Aller damals dem HV Lüneburg den Titel überlassen. „Anderten hat die gesamte Partie über mit dem siebten Feldspieler agiert und dabei quasi keine Fehler gemacht“, erinnert sich Jonah Klimach an sein letztes Spiel in der Jugend. Parallel zu den Spielen mit den A-Junioren der HSG Verden-Aller sammelte Klimach erste Erfahrungen im Seniorenbereich. Mit einem Zweitspielrecht war er an der Seite von seinem drei Jahre älteren Bruder Finn für die Männer der HSG Cluvenhagen/Langwedel in der Regionsoberliga unterwegs.

Seine Premierensaison in der ersten Mannschaft des TSV Daverden bezeichnet Jonah Klimach als „Lehrjahr“. Am Ende der Serie 2018/2019 stand für den Rückkehrer neben vielen Erfahrungen der Meistertitel in der Landesliga Bremen zu Buche. Das zweite Jahr bei den Männern gestaltete sich für den jungen Handballer schwierig. Nach der Vorbereitung zog Jonah Klimach noch vor dem ersten Saisonspiel die Reißleine. „In der Schule war es damals nicht einfach, ich hatte komplett die Lust verloren“, begründet er seinen Schritt. Ganz ohne Handball ging es aber auch nicht. Bei acht Einsätzen in der zweiten Mannschaft des TSV erzielte Jonah Klimach in der Landesklasse 24 Tore. In den letzten Spielen vor dem Abbruch der Spielzeit 2019/2020 gehörte er dann bereits längst wieder zum Kader der ersten Mannschaft. Das Tief war überwunden. Der Spaß am Handball zurück.

In dieser Saison hat es für den TSV Daverden vor der coronabedingten Unterbrechnug für zwei Spiele gereicht. Nach der 17:36-Auftaktpleite in der Gemeinde Dötlingen beim TV Neerstedt feierte die Ehlers-Crew im ersten Heimspiel einen 30:24-Erfolg gegen die SG Neuenhaus/Uelsen. Siebenmal hieß der Torschütze am 11. Oktober 2020 in der Langwedeler Schulsporthalle gegen die Gäste aus der Grafschaft Bentheim Jonah Klimach. Dass die Saison nach den aktuellen Beschlüssen noch einmal wieder angepfiffen wird, daran mag Klimach nicht glauben. „Vielleicht spielen wir ja ab April eine Art Pokalrunde“, ist ein Re-Start der Spielzeit für ihn nicht absehbar. Neben den Einsätzen im Verbandsligateam engagiert sich Jonah Klimach beim TSV Daverden mit viel Leidenschaft als Jugendtrainer. An der Seite von Trainer-Urgestein Arwin Schlenker feierte er mit der männlichen Jugend C den Aufstieg in die Oberliga, zudem zeichnet Jonah Klimach beim Südkreisklub für die D-Mädchen verantwortlich. Aktuell, berichtet Jonah Klimach, würden sich seine Teams bei Online-Trainingseinheiten fit halten.

Auch bei Jonah Klimach hat das Coronavirus in den vergangenen Monaten die Planungen kräftig durcheinandergebracht. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) an der Oberschule Langwedel war ein USA-Aufenthalt geplant. Der Trip von Los Angelas nach New York platzte dann aber ebenso wie im September eine Reise nach Island. Eine Woche vor dem Abflug hatte der Inselstaat seine Einreiseregeln verschärft.

So hieß es für Jonah Klimach: Anstatt die atemberaubende Natur auf Island genießen, zurück an die Oberschule am Goldbach in Langwedel. Als pädagogische Hilfskraft will er dort die kommenden Monate überbrücken. Ab Herbst strebt Jonah Klimach („Es macht mir mega viel Spaß mit Jugendlichen und Kindern zu arbeiten“) eine Ausbildung zum Erzieher an.

In der Corona-Zwangspause will der Mittelmann des TSV Daverden an Muskelmasse zulegen. Er habe erstmals mit Gewichten gearbeitet, erklärt Jonah Klimach. An seinem Stil würden aber auch ein paar Kilo mehr nichts ändern: „Ich werde weiterhin versuchen, körperliche Nachteile durch intelligenten Handball auszugleichen.“

Weitere Informationen

Handball-Talente gibt es im Kreis Verden zuhauf. Sie stehen nicht immer im Vordergrund, überzeugen aber mit guten Leistungen in jungen Jahren. In unserer Serie „Junge Wilde“ stellen wir nach und nach einige von ihnen vor.

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