Haushalt Langwedel

Rücklagen decken das Defizit

Der Flecken Langwedel kalkuliert für das Haushaltsjahr mit einem Fehlbetrag von fast zwei Millionen Euro. Das Liquiditätsdefizit liegt sogar bei etwa 3,5 Millionen Euro. Kredite sind dennoch nicht nötig.
22.11.2020, 16:29
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Rücklagen decken das Defizit
Von Marius Merle
Rücklagen decken das Defizit

Der Flecken Langwedel sagt für 2021 ein Defizit voraus.

Christin Klose/DPA

Ein Überschuss von mehr als 1,2 Millionen Euro in diesem Jahr, ein kalkulierter Fehlbetrag von rund 1,9 Millionen Euro 2021 – die Finanzlage wird sich auch im Flecken Langwedel im kommenden Jahr wie bei so vielen anderen Kommunen erheblich verschlechtern. Wie diese Zahlen genau zustande kommen, das erklärte nun Kämmerer Uwe Fahrenholz bei der Vorstellung des Haushaltsplans im Zuge der Finanzausschusssitzung.

Zum einen spielen für die deutlichen Mindereinnahmen die zu erwartenden Pandemie-bedingten Steuerausfälle eine gewichtige Rolle. Statt 5,9 Millionen Gewerbesteuereinnahmen in diesem Jahr, geht der Flecken für 2021 nur noch von drei Millionen Euro aus. Wobei Fahrenholz auch betonte, dass der hohe Betrag von diesem Jahr ein „außergewöhnlicher Vorgang“ gewesen sei, der durch eine hohe Nachzahlung zustande gekommen sei. Also auch ohne Corona-Pandemie hätte es 2021 einen Rückgang gegeben. Doch die hohen Gewerbesteuereinnahmen von diesem Jahr haben auch negative Folgen für den Haushalt 2021. Denn die Schlüsselzuweisungen vom Landkreis für den Flecken Langwedel werden dadurch deutlich geringer ausfallen. In diesem Jahr gab es rund 4,4 Millionen Euro, 2021 werden es nur noch 1,9 Millionen Euro sein.

Zusätzlich steigen die Personalkosten weiter an, 2021 um knapp 200 000 Euro auf 8,2 Millionen Euro – was aber vergleichsweise nur geringe Auswirkungen hat. So sind die geringeren Einnahmen durch die Gewerbesteuer und aus dem Topf der Schlüsselzuweisungen die Hauptgründe für den Fehlbetrag von fast zwei Millionen Euro. Im Finanzhaushalt steht bei der laufenden Verwaltungstätigkeit ebenfalls nach den Planungen eine rote Zahl in Höhe von mehr als 1,9 Millionen Euro. Das Liquiditätsdefizit liegt sogar bei etwa 3,5 Millionen Euro, kann laut Fahrenholz aber aus dem vorhandenen Bestand gedeckt werden. „Wir sind in der glücklichen Lage, Überschussrücklagen gebildet zu haben.“ So sei es nicht nötig, neue Kredite aufzunehmen.

Investitionen sind für das kommende Jahr in Höhe von knapp 2,1 Millionen Euro geplant. Vor allem in den Bereichen Feuerwehr (Erweiterung Feuerwehrhaus Cluvenhagen), Schulen (Umsetzung des Digitalpaktes), Abwasser (Sanierung Hauptpumpwerk „An der Lehmkuhle“) und Öffentlicher Personennahverkehr (Neu- und barierrefreier Umbau von sechs Bushaltestellen) wird Geld in die Hand genommen. Wobei es festzuhalten gilt, dass es für viele der Investitionsprojekte auch Fördergelder gibt.

Der Schuldenstand Langwedels – verursacht zu großen Teilen durch den Neubau der Oberschule – beträgt zum Jahresende rund 13,6 Millionen Euro und soll sukzessive abgebaut werden. So sehen die Planungen vor, die Schulden bis 2024 immerhin schon wieder unter zehn Millionen Euro zu drücken. Allerdings könne es angesichts von hohen geplanten Investitionen 2022 und der unklaren Konsequenzen der Pandemie auf spätere Haushalte auch möglich sein, dass im übernächsten Jahr doch wieder neue Kredite aufgenommen werden müssten. „Das ist noch offen“, so Fahrenholz, der trotz der negativen Zahlen im Haushaltsplan 2021 bilanzierte, dass „die finanzielle Leistungsfähigkeit des Fleckens gegeben ist“.


Der Entwurf wird nun in den politischen Gremien diskutiert, bevor er am 25. Januar 2021 verabschiedet werden soll. Zunächst befassen sich die Ortsräte mit dem Haushalt, darauf folgen die Fachausschüsse. Alle Termine können im Ratsinfosystem im Internet eingesehen werden.

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