Festival „Holtebüttel rockt“

Harte Klänge auf der Holzbank

Das Festival „Holtebüttel rockt“ fand am Freitag aufgrund der Corona-Pandemie unter strengen Auflagen statt. Den Spaß an der Musik von der Band Thundermother ließ sich das Publikum jedoch nicht nehmen.
03.08.2020, 09:08
Lesedauer: 3 Min
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Von Lukas Warnecke
Harte Klänge auf der Holzbank

Beim Rock-Konzert mit der Band Thundermother galt am Freitag in Holtebüttel eine Sitzplatzpflicht für das Publikum.

Björn Hake

So wie am Freitag hat es im vergangenen Jahr bei „Holtebüttel rockt“ nicht ausgesehen. Statt einer Menschentraube, die vor der Bühne steht, mussten die Musikfans diesmal eingezäunt in Zehnergruppen vor einem Tourbus sitzen. Denn durch die Corona-Pandemie gezwungen, hatten die Organisatoren des Holtebüttler Musikfestivals und deren Besucher große Veränderungen vornehmen und ertragen müssen. Das Motto in diesem Jahr lautete zwar „Rock goes Concert“. Doch statt wie gewohnt an einem ganzen Wochenende durfte dieses Mal nur am vergangenen Freitagabend gefeiert werden. Die vielen großen und kleinen Bands, die sonst auf dem Festival auftraten, mussten ebenfalls in den Hintergrund treten. Vorlieb nehmen mussten die Besucher in diesem Jahr mit einer einzigen Gruppe, der schwedischen Band Thundermother, die ursprünglich als Headliner geplant war.

Zu der Entscheidung, statt eines Festivals nun eben einen Konzertabend zu veranstalten, konnten sich die Mitglieder des „H-Rockt“ derweil erst im Mai durchringen. Die Sicherheitsbestimmungen der aktuellen Pandemie machten es einfach unmöglich, ein Festival wie auf die gewohnte Art zu veranstalten. Ganz ausfallen lassen wollte der Verein die Veranstaltung jedoch auch nicht. „Es war der Wunsch der Leute“, erzählt Tobias Durka. Der erste Vorsitzende ergänzt zugleich: „Aber auch unser Wunsch.“ „Zum Glück“ sei die Gruppe Band bereits von selbst auf sie zugekommen. Diese veröffentlichte am Tag des Konzertes nämlich ihr aktuelles Album „Heatwave“. Und so konnte der Abend auch als Premiere genutzt werden, und die rockenden Schwedinnen trugen einige ihrer neuen Songs vor.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Um in den Genuss der Rockmusik zu kommen, mussten strenge Sicherheitsvorkehrungen erfüllt werden. Die bisherige Anzahl der Besucher musste von mehr als 500 Gästen auf 210 reduziert werden. Schnaps und Mischgetränke wurden nicht ausgeschenkt, um den Alkoholpegel niedrig zu halten. Snacks und Getränke wurden direkt an den Tisch geliefert, um unnötige Bewegung zu vermeiden. Zwischen den eingezäunten Bereichen durften sich die Fans nur in einer Einbahnstraße bewegen, und der angelegte Weg glich einem kleinen Irrgarten. Aufgemalte Pfeile halfen bei der Orientierung.

Holtebüttel Rockt goes Concert

Die Fans der harten Klänge ließen sich den Spaß an ihrer Musik auch durch die Corona-Auflagen nicht nehmen.

Foto: Björn Hake

Die Besucher störten sich an diesen Einschränkungen jedoch nicht und machten sich einfach ihr eigenes Festival. Obwohl der Campingplatz geschlossen blieb, gab es Gäste, die ihren Wohnwagen in der Nähe des Konzertplatzes abstellten. Manche nahmen für den Abend eine gewaltige Strecke auf sich. Wie ein Gast, der um 15.30 Uhr am Ort des Geschehens eintraf, nachdem er am Morgen in München gestartet war. Für viele Besucher seien Live-Festivals wie „Holtebüttel Rockt“ etwas ganz Besonderes. „Wenn man diese Musik hört, ist das ein Lebensgefühl“, beschreibt es Tobias Durka. „Wir freuen uns einfach, dass wir hier Live-Musik genießen dürfen“, sagen viele der Gäste. Der Konzertabend sei ein Lichtblick nach den vergangenen Monaten. Für viele stellte es einen kleinen Ersatz dar zu den vielen abgesagten Veranstaltungen. Davon würden sie auch die vielen Einschränkungen nicht abhalten. „Man muss damit leben“, hieß es. Der Verein „H-Rockt“ war an diesem Abend am dankbarsten für die wenigen Hürden, die es bei der Vorbereitung gegeben hatte, und den vielen Helfern. Dazu gehörten unter anderem Klenkes Gasthaus, das für die Verpflegung sorgte, der Sender „Radio Bob“, der den Bus für die Band bereitstellte, sowie Jörg Rehbock als Mann für die Zäune.

Zukunft des Festivals ungewiss

Wie die Zukunft für das Festival aussieht, steht laut Durka noch nicht fest. Dieser Abend sei erst einmal ein Test gewesen, inwieweit die Anzahl der Besucher zu bewältigen sei. Für das nächste Jahr könnte sich der Verein ein ähnliches Event vorstellen. Die Bands vom ursprünglichen Line-up seien auf jeden Fall sehr verständnisvoll gewesen. Jede einzelne habe sich bereits bereiterklärt, im nächsten Jahr nach Langwedel zu kommen, auch unter Corona-Bedingungen.

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