Historische Mühle

Neuer Anstrich für „Jan Wind“

Der Deutsche Mühlentag fällt aufgrund der Corona-Pandemie aus. Der Betrieb in der Mühle „Jan Wind“ in Etelsen geht aber weiter, und die lang geplante Sanierung ist abgeschlossen.
24.05.2020, 16:23
Lesedauer: 2 Min
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Von Antonia Blome

Über 900 Wind-, Wasser-, Dampf- und Motormühlen öffnen traditionell am Pfingstmontag ihre Türen, lassen die Flügel und Wasserräder drehen, setzen die Mahlgänge in Betrieb, laden die Gäste zu Führungen sowie Speis und Trank ein. Doch auch der Deutsche Mühlentag, zu dem die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung und ihre Landes- und Regionalverbände jährlich einladen, fällt der Corona-Pandemie zum Opfer und kann in diesem Jahr nicht stattfinden.

Betroffen ist auch die Mühle „Jan Wind“ in Etelsen. Die Mitgliederversammlung, die im Februar stattfand, bleibe vorerst die letzte öffentliche Veranstaltung des Dorfvereins in diesem Jahr. „Aber wir melden uns wieder im Jahr 2021 zum 150-jährigen Jubiläum der Mühle 'Jan Wind'“, kündigt Robert Nannen, Vorsitzender des Dorfvereins Etelsen, an. „Wir hoffen, dass es vorher noch ein geplantes Wiedersehen am 19. Dezember dieses Jahres zum lebendigen Adventskalender auf dem Mühlenhof gibt.“

Für die meist älteren Besucher sei der Mühlentag auch immer ein Stück Begegnung. Neben Senioren finden aber auch junge Besucher jedes Jahr ihren Weg zur Mühle. Über 100 Grundschüler aus Etelsen und Langwedel besuchen die Mühle jeden Herbst, raten Getreidesorten, probieren Mehl und lernen das längst vergangene Handwerk kennen. Die Absage dieser Veranstaltung sei besonders schade, denn viele ehemalige Teilnehmer würden sich bis ins Erwachsenenalter an diese Erfahrung erinnern.

Obwohl die geplanten Veranstaltungen vorerst auf Eis gelegt worden sind, habe die im Jahr 1871 errichtete Mühle die Mitglieder des Dorfvereins Etelsen in den vergangenen Wochen dennoch auf Trab gehalten. So wurden nach Jahren der Vorbereitung die Wände auf dem Stein- und Sackboden von einem Bauunternehmen aufwendig saniert. „Dazu musste der alte Putz teilweise bis auf das Mauerwerk abgetragen werden“, berichtet Nannen von dem Prozess. Die Museumseinrichtungen wurden vorher zusammen geschoben und können bis auf Weiteres noch nicht besichtigt werden.

Der Vorstand des Dorfvereins Etelsen hat jetzt außerdem damit begonnen, die Wände über drei Böden in Eigenleistung neu zu streichen. „Zum diesjährigen Mühlentag wäre der Dorfverein fertig gewesen“, sagt Nannen. Die erwarteten Einnahmen aus der Bewirtung des Mühlentags hätten einen weiteren Beitrag zu den unerwarteten hohen Kosten, die durch die Sanierungsarbeiten entstehen, geliefert. Wie viel Geld beim jährlichen Mühlentag generiert werde, hänge von Faktoren wie dem Wetter und Parallelveranstaltungen ab. Die Summe könne zwischen 500 und 1000 Euro liegen.

Normalerweise würden die Kosten von Sanierungsarbeiten zum Beispiel von der Gemeinde, dem Landkreis oder der Sparkasse getragen. So sei es zum Beispiel bei der Turmsanierung der Mühle gewesen, die im Herbst des Jahres 2018 abgeschlossen wurde. „In diesem Jahr tragen wir die Kosten wahrscheinlich selbst“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Der Dorfverein sei daher zurzeit auf der Suche nach Spendern, die den Verein bei der Finanzierung der rund 10 000 Euro teuren Sanierung der Mühle unterstützen möchten.

Außerdem sucht der Dorfverein für die Neueröffnung noch einen neuen Museumsdirektor, der das private Museum „up'n Böhn“ leitet. Zu seinen Aufgaben gehört zum Beispiel, das Museum auf den Mühlentag vorzubereiten und den Besuchern Fragen über die Mühle und die Museumsstücke beantworten zu können. Interessenten werden gebeten, sich mit dem mit dem Dorfverein Etelsen in Kontakt zu setzen. Weitere Informationen sind im Internet unter www.dorfverein-etelsen.de abrufbar.

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