Neuer Kioskbetreiber im Porträt

Italienisches Flair am Burgbad

Mit Giuseppe Musumarra hat sich ein Pächter für den Kiosk am Langwedeler Burgbad gefunden. Mit seinen attraktiven Vorstellungen setzte er sich gegen eine Handvoll Mitbewerber durch.
28.05.2019, 07:56
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Brunetti
Italienisches Flair am Burgbad

"Ich möchte die Gerichte reden lassen. Das ist meine Visitenkarte", sagt Giuseppe Musumarra.

Jonas Kako

Neuerdings zieren Palmen das Burgbad in Langwedel. Ihren Platz haben sie auf der Terrasse am Kiosk gefunden. Ganz in der Nähe von Giuseppe Musumarra, dem neuen Pächter des Kiosks. Die Palmen zaubern ihm beim Betreten des Arbeitsortes sofort ein Lächeln ins Gesicht. Bei seinen Gästen hofft er auf Ähnliches. Nicht umsonst war es eine seiner ersten Handlungen, die Terrasse mit Pflanzen zu bestücken. Damit möchte er auch ein Stück Italien vermitteln. „Ich versuche, mit den Palmen ein mediterranisches Flair zu erzeugen“, sagte 52-Jährige. Wenngleich er nunmehr sein halbes Leben schon in Deutschland lebt: Eine Heimatverbundenheit besitzt er immer noch. Seine Wurzeln liegen in Catania, einer italienischen Hafenstadt an der Ostküste Siziliens. Daher kommt auch Musumarras Vorliebe für Palmen, die symbolisch für das Landschaftsbild in Süditalien stehen. Ein Hinweis auf seine Herkunft liefert zudem sein Angebot für die Kunden.

Mehr als Pommes und Bratwurst

„Der Kiosk ist jetzt schon zu einem kleinen italienischen Restaurant geworden. Bei mir kann man nicht nur Pommes oder Bratwurst kaufen. Ich bereite auch Nudeln, Pizza oder Burger zu – alles frisch“, meinte er lachend. Hierbei erwähnte er seine speziellen Burger. Diese zeichnen sich unter anderem durch große Brötchen aus, wie er beim Gang durch die Küche zeigte. Dort fällt vor allem die üppig vorhandene Ware auf, was angesichts des Auswahlverfahrens nicht selbstverständlich ist. Denn Musumarra bekam erst kurzfristig den Zuschlag. Dabei setzte er sich gegen eine Handvoll Mitbewerber durch – wobei sich der Kreis reduzierte.

Zwei Interessenten sprangen nämlich frühzeitig ab, da ihnen eine Zusammenarbeit unter den gegebenen Voraussetzungen nicht sinnvoll erschien. „Das ist eben ein Kiosk und keine Gastronomie. Da gibt es ein reduziertes Platzangebot und es ist nicht möglich, Alkohol auszuschenken“, berichtete Frank-Peter Adam, Ordnungsamtsleiter im Flecken Langwedel. Er begleitete den Bewerbungsprozess und entschied sich letztlich für Musumarra. Das bekam der 52-Jährige eine Woche vor Beginn der Saison am 16. Mai mitgeteilt. Der Vertrag gilt bis zum Saisonende, 5. September. Bis dahin betreibt er nun als Pächter den Kiosk am Burgbad in Langwedel.

Attraktive Vorstellungen

„Er hat genaue Vorstellungen gehabt, wie und was er präsentieren will. Das klang attraktiv“, begründete Adam. Bisher, so sein erster Eindruck, passe es auch. „Aus wenig hat er schon viel gemacht. Er hat ein nettes Ambiente geschaffen.“ Insgesamt ist der Ordnungsamtsleiter froh darüber, dass er den Kiosk doch noch besetzen konnte. Der Prozess verlief nämlich aus seiner Sicht nicht optimal. „Leider ist es so, dass wir personell in der Gemeindeverwaltung nicht so aufgestellt sind, wie wir es gerne hätten. Durch die Wahl hatten wir auch viel zu tun. Das ist uns auf die Füße gefallen, da ist einiges liegen geblieben“, skizzierte Adam.

Zukünftig wünscht er sich eine Konstanz am Langwedeler Burgbad-Kiosk, gab es in den vergangenen Jahren doch einige Wechsel. So ist Musumarra der 13. Pächter in insgesamt 54 Jahren – seit 1988 führte dabei niemand den Kiosk länger als fünf Jahre. Mut macht ihm aber das Interesse. „Bei der letzten Suche hatten wir nicht so viel Auswahl.“ Doch er weiß auch um die Nachteile. „Die Betreiber tragen ein betriebswirtschaftliches Risiko, sie sind sehr von der Saison, dem Wetter und den Besuchern abhängig. Es gibt Jahre, da bringt der Kiosk nur Aufwand und Kosten“, weiß Adam.

Der Kiosk als Treffpunkt

Musumarra lässt das alles auf sich zukommen und erwartet erst einmal nicht allzu viel an Einnahmen. „Ich bin nicht gierig, will nur ein bisschen verdienen“, sagte er. Und er hat auch schon einen Plan, wie das gelingen soll. „Qualität ist die beste Werbung. Ich brauche nicht viel Show zu machen, sondern möchte die Gerichte reden lassen. Das ist meine Visitenkarte“, skizzierte der 52-Jährige. Da er zudem den Wunsch hat, den Kiosk zu einer Art Treffpunkt für Familien zu machen, will er weitere optische Veränderungen herbeiführen. Nach den Palmen sollen die Biertischgarnituren gegen andere Tische und Stühle ausgetauscht werden. Das, meinte Musumarra, könnte noch im Mai realisiert werden.

Mit ihm hat die Gemeinde einen erfahrenen Gastronom gefunden. So ist er schon seit über 30 Jahren in diesem Bereich tätig. Ein Jobangebot in einem italienischen Restaurant auf Borkum sorgte auch dafür, dass er nach Deutschland zog. „Mit einem Kumpel habe ich einen zweiwöchigen Urlaub in Borkum gemacht. Daraus sind nun 26 Jahre geworden“, berichtete er. Sein neuestes Lebenskapitel schreibt er nun eben im Kiosk am Burgbad in Langwedel. Hierbei hofft der leidenschaftliche Motorradfahrer auf personelle Verstärkung. Zusätzlich zur angestellten Mitarbeiterin sucht er eine weitere Kraft – bislang allerdings erfolglos. Wenn er jedoch noch fündig werden sollte, hätte er laut eigener Aussage aber nicht weniger Arbeit. Er sei jeden Tag da. „Von Montag bis Freitag von 14.30 bis mindestens 19.30 Uhr, am Wochenende von 10.30 bis mindestens 19.30 Uhr.“ Der Foodtruck, mit dem er sonst durch Norddeutschland tourt, bleibt in dieser Zeit stehen.

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