Antrag der CDU Klare Absagen für Friedwaldplanung im Flecken Langwedel

Ein weiteres Bestattungsangebot in Form eines Friedwalds wird es im Flecken Langwedel vorerst nicht geben. Die CDU hatte die Idee vorgebracht, doch die Antworten vom Landkreis und der Gemeinde sind eindeutig.
16.08.2022, 14:53
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Klare Absagen für Friedwaldplanung im Flecken Langwedel
Von Marius Merle

Anfang des Jahres hatte die CDU in Langwedel einen Vorstoß gewagt, das vorhandene Bestattungsangebot im Flecken Langwedel zu erweitern. Konkret wurde die Idee der Errichtung eines Friedwaldes ins Spiel gebracht. „Wir sehen einen Friedwald als Ergänzung der klassischen Beisetzungsmöglichkeiten auf dem Friedhof“, hieß es im Antrag der CDU-Gemeinderatsfraktion. Andernorts in der Region gebe es bereits solche Angebote, die alternativ auch Titel wie Ruheforst oder Bestattungswald tragen. Nach Ansicht der Christdemokraten ist diese Waldbestattung eine "würdevolle Alternative, einen Angehörigen unabhängig von Konfessionen oder sozialen Zwängen beizusetzen“. Auch einen in ihren Augen geeigneten Ort in der Gemeinde hatte sich die CDU für die Errichtung eines Friedwaldes bereits ausgeguckt: den Schlosspark Etelsen. Doch inzwischen ist klar, dass an dieser Stelle ein solches Vorhaben nicht realisiert werden wird.

Nicht dem Zweck entsprechend

Denn die Stellungnahme von Landrat Peter Bohlmann zum CDU-Antrag aus Langwedel ist eindeutig: "Für eine Nutzung als Friedwald steht der Schlosspark Etelsen seitens des Landkreises Verden nicht zur Verfügung." Das Schloss sowie der umliegende Schlosspark Etelsen befinden sich im Eigentum des Landkreises, sodass dieser die Entscheidungshoheit hat, auch wenn die Unterhaltung und Pflege des Parks größtenteils vom Schlossparkverein wahrgenommen wird. Für Bohlmann sei die Nutzung als Friedwald schlichtweg nicht mit der gegebenen Zweckbestimmung des Schlossareals vereinbar.

"Und ich denke auch, dass ein Friedwald die öffentliche Nutzung des Schlossparks Etelsen eher beeinträchtigen als fördern würde, weil ein Friedwald keine typische Nutzung eines Schlossparks ist und viele Menschen eher irritiert als anzieht", erklärt Bohlmann weiter. Grundsätzliche stehe der Landrat einer Weiterentwicklung der Bestattung offen gegenüber, jedoch sieht er es nicht als Aufgabe des Landkreises an, seine Flächen den Kommunen für diese Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Fehlender Baumbestand

Alternativ zum Schlosspark hatte die CDU auch angeregt, für einen Friedwald eine Waldfläche in der Nähe zu einem der bestehenden Friedhöfe umzuwidmen. Diesbezüglich kommt die Absage jedoch aus dem Langwedeler Rathaus. "Auf den kommunalen Friedhöfen ist die Einrichtung eines Friedwaldes beziehungsweise einer Waldbestattung in einem kleineren Rahmen nicht möglich, da es einfach an einem älteren Baumbestand mangelt", lässt die Verwaltung in einer Beschlussvorlage an die Politik verlauten. So müsste ein entsprechendes Gebiet für einen Friedwald laut Aussage der Landwirtschaftskammer Niedersachsen etwa fünf Hektar groß sein und einen hohen Anteil an älteren und mittleren Laubgehölzen aufweisen. Daher empfiehlt der Flecken dem Rat, die Umsetzung eines Friedwaldes im Schlosspark Etelsen oder in einem Waldgebiet in Friedhofsnähe nicht weiter zu prüfen.

Mit der sich wandelnden Friedhofskultur befasst man sich im Rathaus aber dennoch schon länger intensiv. Verwaltungsseitig gibt es Bestrebungen, die kommunalen Friedhöfe interessanter zu machen, weshalb schon seit Längerem eine Änderung der Friedhofs- und Gebührensatzung in Arbeit ist. Der Entwurf dafür liegt inzwischen vor und soll dann Ende September auch der Politik zur Beratung vorgestellt werden.

Anmerkung der Redaktion: FriedWald ist ein geschützter Markenname der FriedWald GmbH, die bundesweit 79 FriedWald-Standorte betreibt. Bei der im Artikel geschilderten Diskussion um Pläne für einen Bestattungswald im Flecken Langwedel wurde die Bezeichnung "Friedwald" von der Langwedeler CDU, dem Flecken Langwedel sowie dem Landkreis Verden in dem Antrag beziehungsweise den Stellungnahmen verwendet, ohne, dass die FriedWald GmbH an dem bisherigen Prozess in irgendeiner Form beteiligt gewesen ist. Die Beteiligten nutzten den Begriff sozusagen als Synonym für einen Bestattungswald und nicht als Markenbezeichnung.

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