Daverdener erhält Bundesverdienstkreuz

Im Einsatz für Schwerbehinderte

Seit vielen Jahren engagiert sich der Daverdener Alfons Adam für die Rechte von Schwerbehinderten. Dafür wurde er nun mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
05.06.2020, 15:15
Lesedauer: 3 Min
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Von Antonia Blome

Gerechtigkeit für alle Menschen – dieses Ziel hat für Alfons Adam höchste Priorität. Der Daverdener setzt sich seit Jahrzehnten unter anderem für die Belange von Schwerbehinderten ein. Im Jahr 2013 wurde er für sein Engagement bereits mit der Bremer Trommel ausgezeichnet. Dannn ging es für den 64-Jährigen noch einen Schritt weiter, denn im vergangenen Dezember verlieh ihm der Bundespräsident das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Die Verleihungsurkunde und das Ordenszeichen wurden dem Daverdener nun am Freitag im Rahmen einer Feierstunde vom Landrat Peter Bohlmann übergeben.

„Wir haben uns heute hier im Kreistagssaal zu einer kleinen Feierstunde zusammengefunden, um einen Mann zu ehren, der sich seit über 20 Jahren in der Kommunalpolitik und im sozialen Bereich engagiert“, leitete der Landrat die Veranstaltung ein. Seit 1996 sitzt Adam für die SPD im Gemeinderat des Fleckens Langwedel und ist darüber hinaus Mitglied im Ortsrat von Daverden. „Im Rahmen dieses langjährigen kommunalpolitischen Engagements hast du dich für die Entwicklung der Gemeinde stark gemacht und dich insbesondere für die Belange von Jugendlichen sowie Menschen mit Behinderungen eingesetzt“, hieß es von Bohlmann.

Vertrauensperson bei Daimler

Bereits seit rund vier Jahrzehnten arbeitet Alfons Adam beim Autohersteller Daimler in Bremen. Das Unternehmen nahm eine entscheidende Rolle in seinem Engagement für Schwerbehinderte ein. Im Jahr 1994 wurde Adam das erste Mal zur Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen im Werk Bremen gewählt. Von 2011 bis 2019 fungierte er als Vorsitzender der Konzern-Schwerbehindertenvertretung bei Daimler Deutschland. Außerdem ist Adam seit fast zehn Jahren Vorstandssprecher des Arbeitskreises der Schwerbehindertenvertretungen der Deutschen Automobilindustrie. „Ich war schon mein Leben lang engagiert, was Menschen angeht und Sozialpolitik stand für mich immer an erster Stelle“, erzählt er von seiner Motivation.

Dass der 64-Jährige das Bundesverdienstkreuz nun erhielt, ist Martina Gönnawein, Vertrauensperson der schwerbehinderten Mitarbeiter im Mercedes-Benz-Bank-Service-Center Berlin, zu verdanken. Bereits vor drei Jahren schlug sie den Daverdener, den sie durch die Schwerbehindertenvetretung kennenlernte, für das Verdienstkreuz vor. „Du bist jemand, der für andere weit über seine Grenzen geht“, ließ sie ihren Mitstreiter während der Feierstunde wissen. „Wenn jemand diese Auszeichnung verdient, dann du.“

Ein Gerechtigkeitsfanatiker

Sich selbst bezeichnet Adam schmunzelnd als Gerechtigkeitsfanatiker. „Ich habe schon früh bemerkt, dass viele Menschen mit Behinderungen benachteiligt werden und das hat mich nicht mehr losgelassen.“ Es gebe zum Beispiel viel mehr behinderte als nichtbehinderte Arbeitlose. Um der Ausgrenzung entgegenzuwirken, müsse in der Gesellschaft aktiv Verständnis für behinderte Menschen geschaffen werden. Dieses Vorhaben müsse bereits im Kindergarten oder in der Schule beginnen.

Um unter anderem diesem Problem entgegenzuwirken, hat Adam in der Vergangenheit viel mit Universitäten zusammengearbeitet und Projekte verwirklicht. Besonders stolz ist der 64-Jährige, wie er sagt, auf das Projekt „Automobil: Ausbildung ohne Barrieren“, das er gemeinsam mit der Sozialwissenschaftlerin Mathilde Niehaus von der Universität Köln erarbeitet hat. Die Verbesserung der beruflichen Teilhabechancen schwerbehinderter Jugendlicher durch eine betriebliche Ausbildung stand dabei im Mittelpunkt des Projekts. „Viele Unternehmen waren an dem Projekt beteiligt und das Thema rückte in ganz Deutschland mehr in den Vordergrund“, erzählt Adam.

„Absolut konfliktfähig“

Mathilde Niehaus nahm ebenfalls an der Feierstunde teil. „Alfons Adam ist für mich die personifizierte Vertrauensperson, er ist absolut konfliktfähig und dabei stets lösungsorientiert“, lobte sie ihren ehemaligen Kollegen. Auf eine enge Zusammenarbeit blickt Adam auch mit der ehemaligen Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles zurück, mit der er gemeinsam das Bundesteilhabegesetz überarbeitete. Doch trotz der vielen Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte gibt es für Alfons Adam gerade jetzt keinen Stillstand, wie er betont. Denn die Corona-Pandemie stelle derzeit viele Menschen mit Behinderungen vor Herausforderungen. „Ich fürchte, dass durch die Corona-Krise Errungenschaften verloren gehen könnten, da das Thema Teilhabe in den Hintergrund und die Wirtschaft in den Vordergrund rückt.“

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