Volkssternwarte Langwedel Orionnebel macht den Anfang

Hindernisse gab es in der Vergangenheit einige, aber nun konnte die neue Volkssternwarte in Langwedel am Wochenende offiziell in Betrieb genommen werden. Die Zukunft des Vereins ist damit gesichert.
31.03.2019, 15:05
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Orionnebel macht den Anfang
Von Jürgen Juschkat

Was von Weitem wie zwei runde, weiße Metall-Container aussieht, ist etwas ganz Besonderes und schützt Hochwertiges. Der Verein Volkssternwarte Langwedel weihte am Sonnabend bei der Oberschule am Goldbach seine neuen Beobachtungskuppeln ein. Nötig geworden war die neue Sternwarte, weil in absehbarer Zeit die ehemaligen Kuppeln auf dem Schul-Altbau nach 30 Jahren zusammen mit dem Gebäude verschwinden werden.

Das Instrumentarium der leistungsfähigen Amateur-Sternwarte befand sich seit 1986 geschützt durch vier Rolldachbauten auf dem Oberschuldach. „Doch vor sechs Jahren erhielt der Verein die Hiobsbotschaft“, erzählte der Vorsitzende Andreas Kaczmarek vom baldigen Ende der Arbeit auf dem Dach der Oberschule. An diversen professionellen Forschungsprojekten wurde seit 1986 mitgewirkt, unter anderem arbeiten die Langwedeler mit dem Max-Planck-Institut für Aeronomie (Meteoriten) und der Universität Bremen (Hochatmosphäre) zusammen. Das alles schien durch den Schul-Neubau und den geplanten Abriss des alten Gebäudes in Gefahr zu geraten.

Guter Rat war teuer, doch der rund 25 Mitglieder zählende Langwedeler Verein um Andreas Kaczmarek gab nie auf und verfolgte intensiv sein Ziel. Mit vielen Spenden, einem Zuschuss der Gemeinde und durch unzählige Arbeitsstunden wurde das rund 40 000 Euro teure Projekt realisiert. Nun endlich konnte die neue Sternwarte mit einer Feierstunde offiziell eingeweiht werden. Passend zum bundesweiten Aktionstag der Astronomie unter dem Motto „Möge die Nacht mit uns sein“. Bürgermeister Andreas Brandt durchschnitt das rote Band zum Tor, hinter dem die beiden großen Kugeln nun gut geschützt und eingezäunt stehen.

Beim Verein Volkssternwarte Langwedel stehen die visuelle und die fotografische Beobachtung des Weltalls und die Vermittlung astronomischer Informationen in der Öffentlichkeit im Mittelpunkt der Arbeit. Regelmäßig finden Beobachtungstage statt. Jeden letzten Donnerstag im Monat gibt es dabei einen offenen Astro-Klönschnack, an dem ab 19.30 Uhr jeder Interessent teilnehmen kann.

Im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zählen regelmäßige Workshops jeden letzten Sonnabend im Monat zu den Angeboten. „Ganz in den Händen der Astro-Kids Langwedel ist dann das Weltall mit seinen Geheimnissen und seinen wunderbaren Himmelkörpern“, heißt es dazu im Vereins-Flyer. Regelmäßig finden aber auch Vorträge für Menschen aus der Region im Bürgersaal des Rathauses statt, wo die Wunder des Universums nähergebracht werden. Auch die Zusammenarbeit mit der Oberschule ist ein weiterer Bestandteil der Arbeit. Das alles ist durch die neue Errungenschaft auf dem rund 90 Quadratmeter großen Areal der ehemaligen Sprunggrube gesichert.

„Es war ein langer Weg, viele Hindernisse galt es zu überwinden“, sagte Bürgermeister Brandt, der der Volkssternwarte das Prädikat „Alleinstellungsmerkmal“ attestierte, weil es so viele davon nicht gibt. „Die Sprunggrube war für die Schule verzichtbar“, fügte er an. Brandt lobte ganz besonders die Kooperation zwischen Schule, Sternwarte und Jugendtreff. Schulleiter Rolf Bartels berichtete von seinem ersten Kontakt zum Verein. „Es hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, als ich erstmals durchs Teleskop gesehen habe“, verriet er. Auch heute noch sei er von der Astronomie begeistert.

Die beiden neuen Kuppeln sind unterschiedlich groß. „Die kleinere mit einem Drei-Meter-Durchmesser ist mit einem Zwölf-Zoll-Newton-Teleskop ausgestattet. In der großen mit einem Durchmesser von vier Metern steht ein 16-Zoll-Newton-Teleskop. Hier können kleine Besuchergruppen aufgenommen werden“, erklärte Andreas Vogel, der stellvertretende Vorsitzende. Erstes Bild war der von Kaczmarek fotografierte Orionnebel, weitere dürften in nächster Zeit folgen.

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