Breitbandausbau in Langwedel Randbezirke erhalten schnellstes Internet

Der Flecken Langwedel treibt den flächendeckenden Breitbandausbau weiter voran. Vor allem auch dank hoher Fördergelder können sich Bürger in Lindholz, Schülingen und Nindorf freuen.
01.03.2020, 16:14
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Randbezirke erhalten schnellstes Internet
Von Marius Merle

Exakt 6470,82 Euro beträgt die öffentliche Förderung für jeden Hausanschluss beim derzeitigen Breitbandausbauprojekt im Flecken Langwedel. Eine auf den ersten Blick sehr hohe Summe dafür, dass man sich in einem Gebäude über schnelles Internet freuen darf. Für André Schubert, Mitarbeiter der Stabstelle Planung beim Landkreis Verden, sorgt dieser Wert aber alles andere als für Irritationen. Denn der Landesdurchschnitt für die öffentliche Förderung beim Breitbandausbau liege bei etwa 15 000 Euro pro Haushalt. „Trotzdem bleibt es natürlich viel Geld“, fügt Schubert an.

Die hohen Kosten ergeben sich durch die großen Entfernungen zwischen den zu erschließenden Häusern. Für Wirtschaftsunternehmen hat das Verlegen der Leitungen in diesen abgelegenen Gebieten daher auch finanziell keinen Sinn, wenn nicht erhebliche Zuschüsse durch Fördermittel fließen. Im Flecken Langwedel geht es beim aktuellen Projekt insgesamt um die Erschließung von 39 Hausanschlüssen in den Gebieten Lindholz-Nord/Ost (18), Schülingen-Ost (12) und Nindorf-Ost (9). Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt dafür rund 315 000 Euro, Fördermittel fließen etwas mehr als 250 000 Euro. Für die Differenz kommt die Marco Bungalski GmbH aus Verden auf, die mit der Durchführung beauftragt worden ist und dann auch für Versorgung der Haushalte verantwortlich ist. Das Verlegen der Leitungen soll in diesem Oktober abgeschlossen sein.

„Wenn man schon so viel Geld in die Hand nimmt, dann verlegen wir auch Glasfaser bis ins Haus“, kündigt Bungalski an. Nur das sei mit Blick auf die Zukunft wirklich nachhaltig. Den Glasfaseranschluss biete das Unternehmen den Menschen in den drei Gebieten bei einem Vertragsabschluss im Übrigen kostenlos an. Surfen mit einer Geschwindigkeit von bis zu einem Gigabite pro Sekunden sei dann möglich, bisher liegt dieser Wert noch bei unter 16Mbit/Sekunde. Das führt zu einer durchaus kuriosen Situation. „Die abgelegensten Häuser im Flecken Langwedel werden dann das leistungsstärkste Netz haben“, sagt Bürgermeister Andreas Brandt. Von Surfgeschwindigkeiten von einem Gigabite können die Menschen dichtbesiedelter Gebiete in der Gemeinde vielerorts nur träumen.

Für den geplanten Breitbandanschluss der 39 Haushalte zahlt der Flecken selbst etwa 50 000 Euro, etwas mehr als 200 000 Euro der Zuschüsse trägt das Land. „Ich bin froh, dass wir auch diese Ecken erschließen. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, alle weißen Flecken zu beseitigen“, erklärt Brandt. Als weiße Flecken werden die was das Internetverbindung angeht unterversorgten Gebiete bezeichnet, aktuell liegt der Grenzwert dafür bei den neuesten Förderprogrammen bei 30 MBit/Sekunde. „Wir arbeiten uns bei der flächendeckenden Erschließung kontinuierlich vor“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Eigentlich hatten zu dem aktuellen Förderantrag auch die Ausbaugebiete Völkersen-West und Völkersen-Mitte gehört. Wie berichtet, hat sich die Firma Bungalski aber entschlossen, die Ortschaft Völkersen eigenwirtschaftlich zu erschließen, nachdem es zuvor eine Bürgerbefragung gegeben hatte. Die Bauarbeiten dafür laufen derzeit noch. Als weiße Flecken verbleiben dann somit im Flecken Langwedel nur noch Hagen-Grinden und Alt-Cluvenhagen, wie Brandt berichtet. Doch für die dortigen Bewohner könnte die Unterversorgung in absehbarer Zeit ebenfalls Geschichte sein. Denn wie der Bürgermeister erzählt, gebe es für den dortigen Breitbandausbau bereits eine Zusage vom Land für erneute finanzielle Zuwendungen.

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