Reiten Kassandra Mohr will sich nicht einigeln

Kassandra Mohr lässt sich von der Corona-Pandemie nicht ausbremsen. Sie setzt sich auf ihrem Reiterhof in Hagen-Grinden weiterhin für die Ausbildung von Pferd und Reiter ein.
22.03.2021, 18:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Sina Stahlsmeier

Um den Reitsport in Deutschland ist es aktuell ruhiger denn je. Erst die weitreichenden Corona-Einschränkungen, die die Situation genau wie in anderen Sportarten erschweren, und nun kommen auch noch Turnierabsagen aufgrund des Herpesausbruchs während eines internationalen Turniers in Valencia hinzu. Kassandra Mohr, Sportwartin des RC Hagen-Grinden und Besitzerin einer eigenen Reitanlage, blickt trotzdem positiv in die Zukunft und hält an der Ausbildung ambitionierter Amateurreiter fest.

„Ich habe größten Respekt vor allen, die Schulpferde halten und mit Herzblut Reitunterricht geben“, sagt Mohr. Sie selbst hat vor rund zehn Jahren alle Schulpferde verkauft und sich auf den Unterricht und Pensionsbetrieb konzentriert. Und das aus einem guten Grund. „In meinen Augen ist es kaum möglich, Turniere und den Arbeitsbetrieb miteinander zu verbinden. Es erfordert eine ganze Menge, reellen Unterricht zu geben und trotzdem den Spaß der Schüler zu erhalten“, erklärt sie.

Es gäbe einige Betriebe im Umkreis, mit denen Kassandra Mohr in Kontakt stehe, die Unterricht auf Schulpferden anbieten. „Sie sagen, die Kraft wird langsam weniger. Dabei geht es gar nicht mal um die Wirtschaftlichkeit, denn den großen wirtschaftlichen Erfolg konnte man auch vor Corona nicht mit einem Schulpferdebetrieb machen.“ Finanzielle Hilfspakete seien zwar wichtig, reichen aber oft gar nicht aus.

Lehrvideos und Hygienekonzept

Kassandra Mohr bietet auf der Reitanlage in Hagen-Grinden unter anderem Reitabzeichenlehrgänge und Turniere an. Im vergangenen Jahr hat sie schnell und flexibel auf die Corona-Einschränkungen reagiert und zum Beispiel den Theorieunterricht für Abzeichenlehrgänge online gestaltet. „Wir haben Lehrvideos gedreht und für die Prüfungstage auf der Anlage ein umfangreiches Hygienekonzept erstellt.“

In Niedersachsen fallen die Beschränkungen für den Pferdesport im Vergleich zu anderen Bundesländern noch recht gering aus. Und genau das kam Kassandra Mohr zugute: „Wir haben relativ normal weitermachen können mit unserem Einzelunterricht.“ Dort, wo nur die notwendige Bewegung des Pferdes aus Tierschutzgründen erlaubt war, hatten es gerade unerfahrene Pferd-Reiter-Paare wirklich schwer. Ohne Unterricht könnten sich Probleme, die zu Beginn noch sehr einfach zu beheben wären, zu einer großen Baustelle entwickeln, benennt die Sportwartin die Schwierigkeit. Ein Unterrichtsverbot führe in ihren Augen dazu, dass der Frust des Reiters irgendwann so groß sei, dass er aufgebe – von den langfristigen gesundheitlichen Schäden für das Pferd durch falsche Bewegung ganz zu schweigen.

Turnier in Verden geplant

Kassandra Mohr bekräftigt zudem mit jedem Satz, dass es nichts bringe, sich „einzuigeln“ und einfach abzuwarten. Noch sei die Bereitschaft junger Menschen da, sich von der Faszination Pferd anstecken zu lassen und mit dem Reiten anzufangen. Sie plane auch in diesem Jahr ein Turnier auf der Anlage des RC Hagen-Grinden und wolle sogar erstmals das Turniergelände in Verden anmieten, um Amateuren ein Angebot im E-, A- und L-Bereich zu schaffen – ohne Startplatzbegrenzung. Wie die Situation aussehe, wenn die Ausgangsbeschränkungen noch wesentlich länger andauern, vermag aber auch die lebensbejahende Pferdefrau nicht zu sagen.

Da die Pandemie Reitschulen vor Probleme stellt, hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) verschiedene Hilfsangebote ins Leben gerufen. Auf der FN-Homepage (www.pferd-aktuell.de/news) sind dazu sämtliche Informationen aufgeführt. Außerdem hat die FN eine Informationsseite zum Coronavirus erstellt. Unter www.pferd-aktuell.de/coronavirus sind unter anderem auch die Regelungen für Niedersachsen zusammengefasst.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+