Axel Junge übernimmt Posten Schiedsamt Langwedel formiert sich neu

Über viele Jahre bildeten Christel Kohle und Theda Henke das Schiedsamt-Duo des Fleckens Langwedel. Mit Axel Junge hat ein Nachfolger die Arbeit schon aufgenommen, eine neue Stellvertreterin soll bald anfangen.
14.09.2022, 15:01
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Schiedsamt Langwedel formiert sich neu
Von Marius Merle

Als Axel Junge Anfang des vergangenen Jahres nach mehr als 30 Jahren Tätigkeit bei der Verwaltung der Gemeinde Oyten in den Ruhestand ging, hatte er schon verlauten lassen, sich mit Beginn des neuen Lebensabschnittes keinesfalls auf die faule Haut legen zu wollen. Ehrenamtliche Arbeit in seiner Heimatgemeinde Langwedel brachte er als eine sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit damals schon ins Spiel. Gesagt, getan: Der 62-Jährige engagierte sich schnell vermehrt bei der Freilichtbühne Daverden und seit Anfang August ist er nun auch Schiedsperson beim Flecken.

"Leute zusammenzuführen, das hat mir schon immer Spaß gemacht", erklärt Junge, wieso er sich für diese Tätigkeit beworben hatte. Neuland ist das Schiedswesen für ihn dabei nicht, war er doch bei seiner Arbeit im Oytener Rathaus mit dem Schiedswesen auch häufiger in Berührung gekommen. "Ich weiß schon, worauf ich mich einlasse", sagt Junge, der auch direkt gefordert ist. Seit Dienstantritt seien bereits die ersten drei neuen Fälle bei ihm aufgelaufen.

"Viele positive Erfahrungen"

Der Daverdener hat damit das Erbe von Christel Kohle und Theda Henke angetreten. Durchaus große Fußstapfen. Denn das Duo kam dieser Aufgabe gemeinsam über einen sehr langen Zeitraum nach. Kohle begann 2006 mit der Arbeit als Schiedsfrau, Henken konnte am Ende auf eine zwölfjährige Tätigkeit zurückblicken. "Ich habe viele positive Erfahrungen gesammelt, die ich nicht missen möchte", sagt Henken. Beide Frauen seien sich aber einig gewesen, dass der Aufgabe nun auch einmal andere Bürger nachkommen dürfen.

Kohle und Henke waren als Schiedspersonen gefragt, bei Nachbarschaftsstreitigkeiten zu vermitteln und im besten Falle den Gang vors Amtsgericht zu verhindern. Das sei ihnen auch in den allermeisten Fällen geglückt. Oftmals habe nicht einmal ein Schiedsverfahren stattfinden müssen, weil durch Tür-und-Angel-Gespräche bereits Lösungen gefunden wurden. "Man kann viel vor Ort regeln", sagt Kohle, die bemängelt, dass es oft zu wenig Kommunikation unter den Nachbarn gebe. Am Anfang ihrer Tätigkeit hätten sich ihre Fälle fast ausschließlich um Themen wie Bäume und Unkraut gedreht, wegen denen sich Nachbarn in die Haare bekommen hatten. "Das hat sich ein bisschen gewandelt", berichtet Kohle. Nun seien auch Lärm oder das Grillen häufige Streitthemen.

Stellvertreterin wohl gefunden

Die Schiedspersonen werden zwar vom Amtsgericht bestellt, dafür Sorge tragen, dass jede Kommune auch ein handlungsfähiges Schiedsamt hat, müssen aber die Städte und Gemeinden selbst. So ist Bürgermeister Andreas Brandt natürlich froh, dass sich Junge auf die Ausschreibung beworben hatte. Zumal der 62-Jährige nicht irgendein Bewerber gewesen sei, sondern jemand, "der viel Erfahrung mitbringt und sich Bestens auskennt". Denn wer als Schiedsperson arbeiten wolle, der brauche schon eine gestandene Persönlichkeit. Das trifft auch auf Susanne Schwandt zu. Sie wird – vorbehaltlich eines positiven politischen Beschlusses im Oktober – zur Stellvertreterin von Junge und mit ihm künftig gemeinsam die Fälle bearbeiten. Ebenso wie Junge hatte sie lange Zeit bis zum Ruhestand in einer Verwaltung (Landkreis Rotenburg) gearbeitet. Und größere Probleme in der Zusammenarbeit sind ohnehin eher nicht zu befürchten. "Wir kennen uns ja schon seit 1981", merkt Junge an.


Wer mit dem Schiedsamt Langwedel Kontakt aufnehmen möchte, kann dies per Mail an schiedsamt@langwedel.de oder telefonisch über das Ordnungsamt (0 42 32 / 39 12) machen. Junge kann sich auch vorstellen, in der Zukunft eine regelmäßige Sprechstunde im Rathaus anzubieten.

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