Schlosspark Etelsen

„Ranger“ auf Nachwuchssuche

Für die Pflege des Schlossparks in Etelsen werden weitere ehrenamtliche Helfer benötigt. Denn nur mit ausreichend fleißigen Händen wird es unter anderem möglich sein, neue Jungbäume wachsen zu lassen.
20.10.2020, 15:08
Lesedauer: 2 Min
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„Ranger“ auf Nachwuchssuche
Von Marius Merle

Mehr als zehn Hektar groß ist die Anlage des Etelser Schlossparks. Da fallen für die Pflege ganzjährig so einige Arbeiten an. Bei einigen davon helfen professionelle Firmen, so zum Beispiel beim aktuellen Projekt, die Wege mit schwerem Arbeitsgerät zu entkrauten, zu begradigen und für die nächsten Jahre herzurichten. Trotzdem wartet auf die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder des Parkausschusses stets viel Arbeit. Insbesondere die selbst ernannten „Ranger“, Peter Winter, Helmrich Folkers, Günter Steffens und Christian Brandt, sind es, die dann ausrücken. Und das muss manchmal ziemlich schnell passieren, wenn etwa durch einen Sturmschaden abgeknickte Äste oder sogar entwurzelte Bäume auf den Gehwegen liegen und deswegen für die vielen Spaziergänger gefährlich werden könnten.

Ausgestattet mit einer Kettensäge gehen sie zu Werke und sorgen dafür, dass die Wege schnell wieder frei werden. Aber auch unter regulären Bedingungen können sie die Hände alles andere in den Schoß legen, weil Wildwuchsgehölze abgesägt und frei hängende Äste geschnitten werden müssen. Das Quartett macht die Arbeiten gerne. „Man kann sich körperlich beschäftigen und den Park genießen“, nennt Folkers zwei Vorzüge. Lange Zeit war Manfred Köster einer der führenden Köpfe der Arbeitsgruppe und quasi das Gesicht des Schlossparkvereins, doch nach jahrzehntelangem aktiven Einsatz hatte er sich in diesem Jahr in den Ruhestand verabschiedet. Die hinterlassene Lücke ist natürlich groß. „Daher wäre es gut, wenn wir noch jemanden hätten“, sagt Folkers.

Mit nur vier Leuten seien all die Arbeiten kaum zu bewerkstelligen. Denn die Ranger pflanzen auch Jungbäume, die im Rahmen der Baumspendenaktion den Fortbestand der Gehölze sichern sollen. Anschließend müssen die jungen Rotbuchen, Trauben-Eichen und viele andere Sorten ausgiebig gewässert werden, um ein Anwachsen zu ermöglichen. Angesichts der Trockenheit in den vergangenen Jahren ist dies alles andere als eine leichte Aufgabe. Nachdem sich die Gruppe in Internetforen schlaugemacht hatte, wurden in diesem Sommer sogenannte Baumsäcke angeschafft, mit deren Hilfe bis zu 70 Liter Wasser langsam am Stamm entlang ins Erdreich versickern können. „Wenn wir es schaffen, einige dieser Bäume hochzuziehen, wäre es schon eine große Leistung“, findet Folkers.

„Bislang konnten allerdings so nur die notleidendsten Jungbäume bewässert werden“, berichtet Edith Schulgowski vom Schlossparkverein. Die vier Ranger, die sich fast alle im Rentenalter befinden, seien ein eingespieltes Team und verbringen viel Zeit im Park. „Aber es reicht nicht“, betont Schulgowski. Daher sucht der Verein nun nach Menschen, denen der Schlosspark ebenso am Herzen liegt, die Spaß an leichter körperlicher Arbeit im Freien haben und möglicherweise sogar schon einen Kettensägen-Führerschein besitzen. „Dies ist allerdings keine Bedingung“, wie Peter Winter erklärt. Bei Interesse könne auch eine finanzielle Beteiligung an der Ausbildung durch den Schlossparkverein erfolgen.

Der Schlossparkverein würde sich sehr freuen, wenn die vier Ranger durch aktive Mitarbeit von mehreren Interessierten verstärkt werden könnte, um sie zeitlich zu entlasten. „Jeder Einzelne des Teams würde die Neuen im Rahmen eines ,Praktikums' an die Hand nehmen und an die Arbeiten im Park heranführen“, verspricht Schulgowski. Wer Zeit und Lust hat, die Ranger zu unterstützen, kann mit ihr Kontakt aufnehmen – per E-Mail an spv.schulgowski@gmx.de oder telefonisch unter 01 76 / 44 74 65 63.

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