Projekt „Wir bäumen Ottersberg auf“

Startschuss in der Surheide

„Wir bäumen Ottersberg auf“ heißt das Projekt, das der Verein „Wald für die Welt“, die Initiative „Ikeo“ und die Ottersberger Gemeindeverwaltung initiiert haben. In der Surheide fand jüngst der Auftakt statt.
16.11.2020, 15:57
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Startschuss in der Surheide
Von Lars Köppler
Startschuss in der Surheide

Bettina Schwing, Bürgermeister Tim Willy Weber und Erich von Hofe (von links) haben in der Surheide den ersten Spatenstich für das Projekt "Wir bäumen Ottersberg auf" vollzogen.

Björn Hake

Die Antwort auf den Klimawandel heißt für dieses Trio: „Bäume pflanzen!“ Und so haben sich die Aktiven des Vereins „Wald für die Welt“, die Mitglieder der „Initiative für eine klimafreundliche Energieversorgung Ottersberg“ (Ikeo) und der Ottersberger Gemeindebürgermeister Tim Willy Weber zusammengetan, um das Gemeinschaftsprojekt „Wir bäumen Ottersberg auf“ auf die Beine zu stellen. Zum offiziellen Auftakt der Kampagne haben sich die Initiatoren jüngst in der Quelkhorner Surheide getroffen, um die ersten zarten Bäumchen in den Waldboden zu pflanzen.

Fast 13 Hektar – 127 000 Quadratmeter – umfasst das Areal in der Surheide, das laut der Projektverantwortlichen durch den Mix aus Ackerland, Grünland, Nadelholz sowie Sumpf und Moor ideale Voraussetzungen für die geplante Waldumwandlung mit sich bringt. So soll die vorhandene Monokultur in einen natürlichen, ökologischen Mischwald umgewandelt werden, der dem Klimawandel standhält. „Im Bundesdurchschnitt haben wir rund 32 Prozent Wald. In der Gemeinde Ottersberg in Niedersachsen liegen wir bei sechs Prozent. Grund genug, unser erstes Projekt in Ottersberg zu starten“, erklärte Bettina Schwing vom Verein „Wald für die Welt“, der sich laut Satzung die Renaturierung von Flächen, die Aufforstung, die Errichtung von Blühwiesen und den Schutz bestehender Waldgebiete sowie die Erschaffung neuer Waldgebiete zur Aufgabe gemacht hat.

Fläche soll gekauft werden

Von der vorhandenen Bepflanzung mit Kiefern soll derweil möglichst wenig entfernt werden. „Wir wollen zwischenpflanzen. Insbesondere mit Stieleiche, Buche, Linde, Vogelbeere und Hainbuche“, erklärte Schwing, die es allerdings auch mit einer sich invasiv ausbreitenden Art, der Traubenkirsche, zu tun hat. „Diese müssen wir minimieren, da sie anderenfalls eine natürliche Durchmischung des Waldes verhindert. Durch ihre starke Ausbreitung verhindert sie, dass Jungbäume anderer Arten wie Buche und Eiche nachwachsen können“, wusste Schwing zu berichten. Erklärtes Ziel des Vereins ist es zudem, die von einem Spender vorfinanzierte Fläche in den nächsten zwölf Jahren aufzuforsten, zu renaturieren und mithilfe von Spenden zu erwerben. „Die Fläche wurde uns für diesen Zeitraum zunächst im Rahmen eines Nießbrauchs mit Vorkaufsrecht zur Verfügung gestellt“, ergänzte Schwing. Sobald man das Geld für den Kauf zusammen hat, soll die Fläche Vereinseigentum und dann in eine Stiftung überführt werden, „damit sie über Generationen als Wald und Moor erhalten bleibt“.

Als Lokalmatadoren sitzen derweil Bürgermeister Tim Willy Weber und Erich von Hofe mit seinem Ikeo-Team mit im Boot. Weber hatte bereits während des Bürgermeister-Wahlkampfes angekündigt, in den nächsten fünf Jahren für jeden Ottersberger Einwohner einen Baum pflanzen zu wollen – also rund 13 000 Bäume. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das auch schaffen“, zeigte sich Weber optimistisch. Gemeinsam mit SPD und Grünen hatte die Freie Grüne Bürgerliste Ottersberg (FGBO), Webers Partei, im vergangenen Jahr ein Klimaschutzpaket in Höhe von 25 000 Euro auf den Weg gebracht.

Baumarten werden zusammengestellt

Das Gemeinschaftsprojekt in der Surheide hatten die Initiatoren derweil sorgfältig vorbereitet. Im Zusammenspiel mit einem Fachmann fürs Moor, dem hiesigen Förster, der Naturschutzbehörde und weiteren Fachleuten waren die Fläche im Vorfeld der ersten Baumpflanzung erkundet und die ersten Maßnahmen vorbereitet worden. So wurden etwa die EU-Registriernummer beantragt, Aufforstungsgenehmigungen eingeholt, Abflussgräben in der Moorfläche gesucht, die angrenzenden Flächen erkundet und Bodengutachten in Auftrag gegeben. „Erfreulicherweise ließ sich durch die Gutachten feststellen, dass der Boden noch nicht so trocken ist wie andernorts. Nun sind wir dabei, die Baumarten zusammenzustellen. Dann müssen wir eine geeignete Baumschule beauftragen“, erläuterte Bettina Schwing die nächsten Projektschritte.

Nähere Informationen rund um das Projekt „Wir bäumen Ottersberg auf“ gibt es im Internet unter www.aufbaeumen.jetzt sowie unter www.wald-fuer-die-welt.de.

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