Interview Bindeglied und Mädchen für alles

Seit 2017 ist der Verwaltungsangestellte Chris Fehsenfeld als Marktmeister für die Organisation des Ottersberger Herbstmarktes verantwortlich. Seine Rolle sieht er als Bindeglied und Mädchen für alles.
20.09.2018, 06:13
Lesedauer: 3 Min
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Bindeglied und Mädchen für alles
Von Lars Köppler
Am Wochenende steigt die 328. Auflage des Ottersberger Herbstmarktes. Welche Veränderungen wird es im Vergleich zum Vorjahr geben?

Chris Fehsenfeld: Es hat sich ein bisschen was auf der Marktwiese verändert. Wir durften bisher immer ein privates Grundstück mitbenutzen, das ist in diesem Jahr nicht mehr so. Deswegen mussten wir ein wenig umplanen. Die Zuwegung, die hinter das Festzelt führt, mussten wir um fünf Meter nach rechts versetzen. Die Marktwiese ist zwar gleich groß geblieben, aber wir müssen natürlich schauen, dass wir das Festzelt und Gewerbezelt auf der Wiese unterbringen.

Wie viele Stände werden dieses Jahr aufgebaut?

Es wird wie im Vorjahr acht Fahrgeschäfte geben. Dazu werden 30 bis 35 Stände aufgebaut sein. Mit vielen Schaustellern arbeiten wir seit Jahren zusammen. Die Familie Brockelmann kommt beispielsweise schon seit 70 Jahren mit ihrem Kinderkarussell, Eiswagen und Zuckerwagen nach Ottersberg.

Seit wann fungieren Sie als Marktmeister des Ottersberger Herbstmarktes?

Seit 2017 bin ich offiziell Marktmeister. Ausgerufen bin ich aber schon seit 2016. Ich habe den Herbstmarkt zusammen mit dem langjährigen Marktmeister Manfred Lemke geplant.

Wie kamen Sie dazu, diese Aufgabe zu übernehmen?

Mein Vorgänger Manfred Lemke hatte seinen Ausstieg wegen Altersteilzeit schon lange geplant und war der Meinung, dass ich gut in diese Rolle passe. Ich konnte mich eigentlich nicht erwehren. Und es haben alle ihr Okay gegeben.

Was sind denn die Aufgaben eines Marktmeisters, speziell für das Spektakel in Ottersberg?

Meine Arbeit beginnt bereits mit der Planung des Marktes. Dazu gehört die Vergabe der Standplätze, aber auch die Sicherheit auf dem Marktgelände. Daher bin ich auch Ansprechpartner für die Polizei und treffe die entsprechenden Absprachen. Aber auch die Anmeldungen für den Umzug gehen über meinen Tisch. Ich sehe mich als Bindeglied zwischen den Schaustellern und dem E-Werk, das für die Stromversorgung zuständig ist. Ich setze quasi die Sicherung wieder ein, wenn sie herausgesprungen ist. Aber ich sichte auch schon jetzt die Bewerbungen für den Herbstmarkt 2019 und vergebe Standplätze. Die Planungen für das Jahr 2019 gehen also jetzt schon los.

Im Vorjahr haben Sie den Herbstmarkt zum ersten Mal organisiert. Gibt es Erfahrungen, von denen Sie in diesem Jahr profitiert haben?

Ich kann froh sein, dass Manni (Manfred Lemke, die Red.) noch da ist. Er steht mir immer noch mit Rat und Tat zur Seite und ist da, wenn ich eine Frage habe oder Hilfe brauche. Er hat mir auch von zig Jahren die Unterlagen gegeben. Das heißt, dass wir gut in die Vergangenheit des Herbstmarktes schauen können. Und sind ja doch auch einige kuriose Geschichten entstanden, auf die ich zurückblicken kann.

Worin liegen die Schwierigkeiten, ein solches Volksfest auf die Beine zu stellen?

Man muss versuchen, alle Menschen unter einen Hut zu bekommen und ein Fest für die komplette Bevölkerung auf die Beine zu stellen. Man muss einen Markt organisieren, der ansprechend für Familien mit kleinen Kindern ist, aber man muss auch zusehen, dass zum Beispiel Oma Gertrude auch gerne zur Marktwiese kommt.

Und was machen Sie während des Marktes, wenn alle Planungen längst abgeschlossen sind?

Dann bin ich das Mädchen für alles und halte mich im Hintergrund. Ich kümmere mich um die kleinen und großen Nöte der Schausteller und bin ganz für sie da. Ich sorge dafür, dass der Betrieb auf dem Markt funktioniert. Ich mache mit Bärbel Seekamp auch die Einteilung für den Marktumzug und kümmere mich um die Tauben, die bei der Eröffnung frei gelassen werden.

Was macht den Ottersberger Herbstmarkt für Sie so besonders?

Es ist ein Volksfest für jeden – vom dreijährigen Kind bis zum Senior. Ich kenne den Herbstmarkt seit 1998. Er ist ein Treffpunkt für viele Menschen.

Und warum lohnt sich der Besuch des Herbstmarktes dieses Jahr, womit können Sie das Publikum vom Sofa locken?

Weil der Herbstmarkt auch in diesem Jahr wieder so sein wird, wie man ihn kennt.

Sie feiern zwei Tage nach dem Herbstmarkt Ihren 30. Geburtstag. Welchen Wunsch haben Sie als Ottersberger Marktmeister für das neue Lebensjahr?

Ich würde mich freuen, wenn es im Nachhinein keine Beschwerden gibt. Dann könnte ich mich in aller Ruhe und voller Elan auf die nächste Feier vorbereiten. Das wäre dann meine Geburtstagsfeier.

Das Interview führte Lars Köppler.

Info

Zur Person

Chris Fehsenfeld (29)

lebt seit 1998 im Flecken Ottersberg. Der gebürtige Bremer wohnt in Posthausen und arbeitet im Rathaus als stellvertretender Kassenverwalter in der Gemeindekasse.

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