Ottersberger Hochschule

Mit guter Strategie durch die Krise

Die Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) hat interne Regeln aufgestellt, um die Auswirkungen durch den neuerlichen Corona-Lockdown zu schmälern. Der Kurs soll mit Umsicht gehalten werden.
03.11.2020, 16:53
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Mit guter Strategie durch die Krise
Von Lars Köppler
Mit guter Strategie durch die Krise

Aufgrund von Corona wird an der HKS eine Zwischenpräsentation per Schaufenstergalerie durchgeführt. Dozent Jochen Stenschke gibt Erläuterungen zu den Bildern.

Björn Hake

In der Hektik der Corona-Pandemie mit all ihren Auflagen und Einschränkungen den Überblick zu behalten und Ruhe zu bewahren, das ist insbesondere für die Bildungseinrichtungen in allen Bundesländern keine einfache Angelegenheit. An der Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen (HKS), die bekanntlich im gesamten Bundesgebiet bei den Studierenden einen guten Ruf genießt, fühlt man sich derweil für die Herausforderungen durch den erneuten Lockdown bestens gerüstet. „Wir stehen zwar hart im Wind, halten aber den Kurs“, bedient sich der HKS-Geschäftsführer Ralf Rummel-Suhrcke der Seemannssprache und fügt optimistisch hinzu: „Wir wollen und werden umsichtig bleiben.“

Um gewappnet zu sein, hatten die Verantwortlichen der HKS um Ralf Rummel-Suhrcke und Gabriele Schmidt bereits frühzeitig einen internen Lockdown-Prozess eingeleitet und sich dabei auch an den Erfahrungen aus dem Frühjahr orientiert. „Das Lernen funktioniert, obwohl wir derzeit nur ein Rumpfprogramm haben“, beschreibt Rummel-Suhrcke die aktuelle Situation. Seit dem Start des Wintersemesters am 14. September wird nach dem Kohortenprinzip in festen Studiengruppen gearbeitet. Nach einem Corona-Fall habe man die Gruppengrößen jedoch halbieren müssen. „Eine Gruppe hatte sich nicht an die Regelungen gehalten“, erklärt Rummel-Suhrcke, der sich trotz Corona mittlerweile aber hochzufrieden mit der Entwicklung in der HKS zeigt. „Wir hatten im Wintersemester mehr als Hundert und damit doppelt so viele neue Studierende als im Vorjahr. Wir sind verblüfft, das ist total positiv“, freut sich der HKS-Chef über einen regelrechten Boom. Ein Schlüssel zur Krisenbewältigung sei für Rummel-Suhrcke derweil die Umstellung verschiedener Themen auf digital, wie zum Beispiel die Einreichung von Bewerbungsmappen. „Das macht es weniger umständlich“, stellt Rummel-Suhrcke fest, der im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie aber auch schon eine besondere Kuriosität erlebt hat.

Weil viele Studierende aus Bremen kommen, sind gleich zwei Gesundheitsämter – Landkreis Verden und Bremen – für die HKS zuständig. „Für uns gibt es keine klaren Anweisungen, weil sich die beiden Ämter nicht abstimmen“, berichtet der HKS-Chef, der den überlasteten Behörden allerdings keinen Vorwurf machen möchte, zumal das eigene Krisenmanagement offenbar gut funktioniert. So finden Veranstaltungen nur online statt und für kleinere Gruppenbesprechungen sind acht Personen zugelassen, die einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen.

Unter verschärften Bedingungen wird seit dem 26. Oktober auch wieder in den Ateliers und Theaterstudios gearbeitet. In der Mensa findet zwar kein Unterricht statt, aber auch hier hat sich laut Ralf Rummel-Suhrcke in der Zwischenzeit etwas getan. So hat die Mensa unter der Regie eines neuen Kochs ab diesem Mittwoch wieder geöffnet. „Natürlich gibt es einige den Umständen entsprechenden Anpassungen, aber wir möchten wenigstens ein bisschen Uni-Alltag zurückbringen“, erklärt Rummel-Suhrcke, dessen Hygienekonzept bereits vom Gesundheitsamt abgesegnet worden ist. Die Studierenden können nunmehr an drei Tagen in der Mensa ein warmes Essen zum Mitnehmen bekommen. „Vorerst darf nicht in der Mensa gegessen werden. Das Essen dürfen die Studierenden nach draußen mitnehmen, in die Ateliers oder Studios“, ergänzt Ralf Rummel-Suhrcke, der sich insbesondere über die hohe Einsatzbereitschaft seiner Mannschaft freut. „Ich bin stolz auf das Kollegium.“

Nur minimale Auswirkungen hat Corona derweil auf den Bau des Forschungstraktes auf dem Campus-Gelände an der Großen Straße. Zwar habe es Lieferprobleme von Materialien für das Dach und die Fassade gegeben, doch das soll der geplanten Schlüsselübergabe am 7. Dezember nicht im Wege stehen. Für den 25. Januar 2021 ist – sofern es die Lage zulässt – eine kleine Eröffnungsfeier im Beisein von Björn Thümler, Minister für Kultur und Wissenschaft, angedacht.

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