Windpark Quelkorn

Windpark soll weiter wachsen

Der Windpark östlich der Kreisstraße 3 an der Kreisgrenze zwischen Quelkhorn und Buchholz soll um zwei weitere fast 200 Meter hohe Türme ausgebaut werden. Doch noch ist die Baugenehmigung nicht erteilt worden.
04.12.2020, 16:34
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Windpark soll weiter wachsen
Von Lars Köppler

Ein Riese ragt schon in den Himmel über Quelkhorn und Buchholz, zwei weitere Türme sollen sich noch dazu gesellen. Geht es nach der in Hannover ansässigen NWind GmbH, ein mittelständisches Unternehmen aus der Branche der erneuerbaren Energien, soll das Projekt „Windpark Quelkhorn“ im nächsten Jahr mit dem Bau von zwei weiteren Windkraftanlagen an der Kreisgrenze östlich der Kreisstraße 3 abgeschlossen werden. In einer amtlichen Bekanntmachung weist der Landkreis Verden auf dieses – allerdings noch nicht genehmigte – Vorhaben in allen Einzelheiten hin.

Rückblick: Im Mai 2017 begannen die Vorbereitungen für den Bau der Windkraftanlage. Riesige Kräne waren angerückt, um Stück für Stück beim Aufbau eines großen Raupenkrans zu helfen. Ein imposanter Kran, der bis zu 650 Tonnen heben kann, prägte in den folgenden Wochen das Ortsbild. Entstanden ist eine Anlage des Typs Enercon E-126 mit einer Höhe von 197,50 Metern, doppelt so hoch wie der Bremer Dom. Ein solches Vorgehen ist nach der Genehmigung durch den Landkreis Verden auch bei den anderen Windkraftanlagen vom Typ E-126 EP3 geplant, die jeweils einen Nennleistung von vier Megawatt haben und eine Gesamthöhe von 198,50 Metern aufweisen. Der Rotoren-Durchmesser beträgt 127 Meter.

Noch einige Hürden

Doch bis es soweit ist, hat der Bauherr aus Hannover noch einige Hürden zu überspringen. Den Grund für die Verzögerungen kennt derweil der Fischerhuder Ortsbürgermeister Wilfried Mittendorf (Freie Grüne Bürgerliste Ottersberg): „Vor längerer Zeit hat das Oberverwaltungsgericht das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises im Bereich Windenergie für nicht ausreichend erklärt.“ Zur Genehmigung des Vorhabens braucht es daher die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Bericht), die inzwischen vorliegt. Eine allgemeine Vorprüfung habe ergeben, dass erhebliche negative Umweltauswirkungen auf geschützte Vogelarten sowie auf den Schutzzweck eines Landschaftsschutzgebiets „nicht offensichtlich ausgeschlossen“ seien, heißt es in der Bekanntmachung des Landkreises.

Wilfried Mittendorf und der Ottersberger Gemeindebürgermeister Tim Willy Weber glauben nicht daran, dass das Projekt noch scheitern wird. „Ich denke, die Windanlagen werden hingenommen. Die Firma hat schon vor längerem Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt. Die drei Anlagen waren damals schon vorgesehen. Es ist ein relativ großer Bereich definiert worden, der von Pachtzahlungen profitiert. Die Standortflächen etwas mehr, die umliegenden Flächen etwas weniger. Ich habe bisher keine Unmutsäußerungen in Quelkhorn und Fischerhude vernommen“, berichtet Mittendorf. „Ich gehe von einer Genehmigung aus. Aber während des Verfahrens könnten neue Gesichtspunkte auftauchen, die einer Genehmigung entgegenstehen. Seitens der Einwohner erwarte ich größtenteils Zustimmung“, lässt Weber verlauten. Mittendorf hätte sich derweil gewünscht, dass der Flecken damals mehr Einfluss genommen hätte, damit eine Bürgerwindparkgesellschaft aus Ottersberg als Betreiber der drei Anlagen antritt. „So hätten dann Quelkhorner und Fischerhuder Einlagen tätigen können, was die Akzeptanz sicherlich erhöht hätte.“

Unterlagen liegen aus

Der Genehmigungsantrag des Bauherrn, die Antragsunterlagen und der UVP-Bericht sowie weitere zur Entscheidungsfindung relevante Unterlagen (etwa ein Schallgutachten), die Angaben über die Auswirkungen der Anlagen auf die Nachbarschaft und die Allgemeinheit oder Empfehlungen zur Begrenzung dieser Auswirkungen machen, sind noch bis zum 22. Dezember beim Landkreis Verden, Telefon 0 42 31 / 1 53 18, sowie beim Flecken Ottersberg , Telefon 0 42 05 / 3 17 00, zur Einsichtnahme öffentlich ausgelegt. Dazu zählen auch die behördlichen Stellungnahmen, die im Zeitpunkt der Bekanntmachung vorliegen. Besuchstermine sind derweil jeweils telefonisch vorab zu vereinbaren. Wegen der Corona-Pandemie ist eine Einsichtnahme zudem nur unter den geltenden Abstands- und Hygieneregeln sowie der Nutzung einer Mund-Nasen-Bedeckung gestattet.

Die rechtzeitig eingegangenen Einwendungen sollen dann am Montag, 1. März 2021, ab 10 Uhr im Kreistagssaal (Raum 0097) des Verdener Kreishauses öffentlich mit der Antragstellerin (NWind) und jenen, die Einwände erhoben haben, erörtert werden.

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