Dorfladen-Projekt Otterstedt

Eine weitere Hürde genommen

Das Dorfladen-Projekt in Otterstedt hat mit der Bewilligung der maximalen Fördersumme eine weitere Hürde genommen. Doch die Corona-Krise könnte dem Herzensprojekt der Otterstedter noch gefährlich werden.
02.04.2020, 15:51
Lesedauer: 3 Min
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Eine weitere Hürde genommen
Von Lars Köppler
Eine weitere Hürde genommen

Im Kaufhaus Bergstedt in Otterstedt herrscht auch in Zeiten der Corona-Krise reger Betrieb. Das soll sich so schnell auch nicht ändern.

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Was im Herbst 2018 mit einer Bürgerbefragung begann und in einer Machbarkeitsstudie mündete, hat sich längst zu einem klaren Auftrag entwickelt: Das Kaufhaus von Heino und Monika Bergstedt, seit Jahrzehnten als Nahversorger und beliebter Treffpunkt aus dem Otterstedter Ortsbild nicht wegzudenken, soll im Einklang mit der Inhaberfamilie als Dorfladen erhalten bleiben. Aus diesem Grund hatte sich Ende April 2019 in der Gaststätte „Haus am See“ die Bürgergemeinschaft Bergstedt Dorfladen Otterstedt UG gegründet, die das Dorfladen-Projekt zügig verwirklichen sollte.

Einen weiteren Meilenstein zur Vollendung des aufwendigen Projekts hat jetzt Dietmar Plath, Sprecher und Beiratsmitglied der Bürgergemeinschaft, verkünden können. Denn vergangene Woche ist der positive Bescheid zur Förderung des Dorfladenprojektes in Otterstedt angekommen. „Eine der wichtigsten Grundlagen ist damit geschaffen“, freut sich Plath über die Nachricht, die nun Tür und Tor für weitere Schritte öffnet.

Erste Aufträge sollen erteilt werden

Mit dem Bescheid sei laut Plath nunmehr die maximale Fördersumme von 200 000 Euro bewilligt worden, bis Mai 2021 laufe der Förderzeitraum. „Dieser Startschuss bedeutet auch, dass wir die ersten Aufträge erteilen können“, erklärt Plath und den Bauantrag als Beispiel. Im April soll somit auch damit gestartet werden, die für das Dorfladen-Projekt bisher gezeichneten Anteile der Bürger einzuziehen. „Die bisherigen Kosten für die Gründung haben die drei Gesellschafter vorgeschossen“, erläutert Plath, der die neuen Entwicklungen eigentlich auf der für den 16. April geplanten Jahreshauptveranstaltung der Bürgergemeinschaft detailliert vortragen wollte. Doch aufgrund der Coronavirus-Krise muss auch diese Zusammenkunft abgesagt werden.

Für das Dorfladen-Projekt stehen mit den Einlagen und den Fördermitteln somit schon mehr als die Hälfte der erforderlichen Mittel für den Umbau und den Start zur Verfügung. „Aber es fehlt noch eine Summe, die aktuell geplant ist, um einen Bankkredit zu decken“, sieht Plath durchaus noch Hürden, die es zu bewältigen gilt und fügt hinzu: „Das ist mit hohen monatlichen Kosten verbunden, die uns dann auch bedeutend belasten.“

Dietmar Plath hat Idee entwickelt

Vor diesem Hintergrund habe Plath in den vergangenen Tagen eine Idee entwickelt, wie diese Kosten gesenkt werden könnten. „Plan B“, wie es Plath nennt, soll eine Finanzierung der Restsumme darstellen. „Das Ziel wäre, auf diesem Wege die fehlenden Finanzmittel nicht auf dem Kreditmarkt zu sichern, sondern auf einem für die UG weit aus günstigerem Weg – auch hier setzen wir wieder auf die ja vorhandene Bereitschaft von Einzelnen, eine größere Summe in einer Gemeinschaft bereitzustellen.“

Gegründet werden soll demnach eine Immobilien-GbR mit dem Namen „Gruppe B-GbR“, die mindestens 275 000 Euro aufbringt. 100 000 Euro aus dieser Summe sollen dann in den Kauf des Bergstedt-Gebäudes an der Hauptstraße 12 fließen. Dieselben Gründer bringen sich mit 175 000 Euro als atypische stille Teilhaber in die Dorfladen UG ein, so der Plan. „Mit der erwarteten Fördersumme in Summe von 200 000 Euro kommen dann mindestens 475 000 Euro zusammen, die für den Umbau und den Start des Dorfladens zur Verfügung stehen“, rechnet Plath vor. Die Bergstedts sollen – wie es der Vertrag schon jetzt vorsieht – ein Wohnrecht auf Lebenszeit erhalten. „Es wäre eine Riesensache, wenn wir auch diese Gesellschaft in Otterstedt auf den Weg bringen könnten und damit den laufenden Betrieb unseres Dorfladens rentabel machen“, hofft Plath auf ein Gelingen seiner Idee.

Doch ein wenig Angst und Unsicherheit schwingt in seinen Worten auch mit. Denn die Corona-Krise könnte diesem Herzensprojekt der Otterstedter noch gefährlich werden. „Wenn die Angebote in der Ausschreibung durch die Corona-Krise nun deutlich höher sind, müssen wir uns überlegen, ob wir das Projekt noch stemmen können“, sagt Plath.

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