Otterstedter Initiative zuversichtlich Dorfladen-Projekt kommt voran

Otterstedter Bürger wollen den Lebensmittelladen als Nahversorgunger und Treffpunkt im Dorf erhalten. 170 stille Teilhaber haben bis jetzt schon 60000 Euro für den geplanten Dorfladen bereit gestellt.
22.07.2019, 15:20
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Nico Brunetti

Otterstedt. Das Dorfladen-Projekt in Otterstedt schreitet weiter voran. Mittlerweile haben 170 Bürgerinnen und Bürger Anteile gezeichnet und somit eine finanzielle Beteiligung von 60 000 Euro zugesichert. Dieser neue Sachstand löst natürlich auch bei den Mitgliedern der Bürgergemeinschaft Bergstedt Dorfladen Otterstedt UG große Freude aus. Denn die im April in der Gaststätte „Haus am See“ gegründete Initiative rückt dadurch dem eigenen Ziel ein Stück näher, das Dorfladen-Projekt zügig zu verwirklichen. „Das ist ein Meilenstein“, sagt Dietmar Plath, einer der Mitinitiatoren, über das Zwischenergebnis. Ihm zufolge sei dadurch auch eine Menge Zuversicht entstanden. „Wir sind ganz optimistisch, das sieht gut aus.“

Der Auftrag ist klar: Das Kaufhaus von Heino und Monika Bergstedt, seit Jahrzehnten als Nahversorger und beliebter Treffpunkt aus dem Otterstedter Ortsbild nicht wegzudenken, soll im Einklang mit der Inhaberfamilie als Dorfladen erhalten bleiben. Auf Grundlage einer Bürgerbefragung zum Einkaufsverhalten in Otterstedt und der Analyse von Unternehmensberater Wolfgang Gröll besteht auch eine Nachfrage.

Das Fazit von Gröll, der in Deutschland als Experte für Dorfläden gilt und oft mit solchen Studien betraut wird, lautete: „Die Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass für einen Dorfladen in Otterstedt die wirtschaftlichen Voraussetzungen sehr positiv sind. Der Standort ist ideal und die Bereitschaft der Dorfbewohner, das Projekt zu unterstützen, ist außergewöhnlich groß.“

Die Bereitschaft lässt sich an Zahlen festmachen. Bereits am Gründungsabend der Bürgergemeinschaft stellten 68 Bürgerinnen und Bürger mit ihren gekauften Anteilen einen Betrag in Höhe von 27 000 Euro auf Abruf bereit. Viele der 170 Unterstützer kreuzten zudem auf dem entsprechenden Formular an, noch mehr Geld für das Projekt beisteuern zu wollen, sollte nicht die erforderliche Summe von 75 000 Euro bis Anfang September zusammenkommen. „Das“, betont Plath aber, „ist nicht unser Ziel.“

Es ist mehr ein Notfallplan für den Fall, dass das restliche Geld nicht mehr aufgetrieben wird. Denn niemand der Beteiligten will das Dorfladen-Projekt scheitern sehen. Und wie Plath verdeutlicht, kann eine Realisierung nur mit Einlagen in Höhe von 75 000 Euro gelingen. „Das sind die finanziellen Voraussetzungen, die wir für den Förderantrag erfüllen müssen.“ Der Luftfahrtfotograf ist auch überzeugt davon, dass weitere Bürgerinnen und Bürger die noch bestehende Lücke schließen werden. „Viele in unserer eingeschworenen Dorfgemeinschaft haben schon signalisiert, dass sie gerne mitmachen möchten. Es ist zwar nicht so eilig. Doch trotzdem möchten wir den interessierten Menschen eine Erinnerung geben.“

Plath weist darauf hin, dass der Lebensmittelladen langfristig nur überleben kann, wenn das Dorfladen-Projekt gelingt. Dahinter stehen auch die derzeitigen Ladenbesitzer: der 84-jährige Heino Bergstedt und seine Frau Monika. Sie sind froh, dass ihr Lebenswerk auf diese Weise fortgeführt werden soll. Gesichert wäre auch die Zukunft ihrer Mitarbeiterinnen Hildegard Wiese, Erika Fischer und Petra Köster. In dem Konzept ist eine Übernahme des Trios verankert.

Parallel trifft der achtköpfige Gesellschafterrat – bestehend aus Berthold Röhlmann, Heike Drengemann, Heiner Otterstedt, Martina Mindermann-Cordes, Rainer Hinrichs, Susanne Glatz, Thomas Sprengel und Traute Suhr – die nötigen Vorbereitungen. Gemeinsam mit weiteren engagierten Menschen haben sie Arbeitsgemeinschaften gebildet, die sich eben um Themen wie die Finanzierung, den Förderantrag oder auch die Ladeneinrichtung befassen. Neulich stand beispielsweise ein Besuch im Dorfladen in Rhade im Landkreis Rotenburg an. „Wir haben dort Informationen gesammelt und greifen auf ihre Erfahrung zurück.“

Noch befindet sich die Bürgergemeinschaft aber nicht am Ziel. Um die restlichen 15 000 Euro aufzutreiben, benötigt es weitere finanzielle Unterstützer, sogenannte stille Teilhaber. Die Mindesteinlage, so Dietmar Plath, beträgt 250 Euro. Natürlich sind aber auch höhere Beträge möglich. Entsprechende Formulare zum Ausfüllen liegen direkt im Kaufhaus Bergstedt bereit.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+