SpielArt gastiert in Fischerhude

Ein Klassiker und eine Komödie

Der Verein SpielArt präsentiert auch in Zeiten der Corona-Pandemie wieder niederdeutsches Theater und startet mit der Tournee in Fischerhude. Besucher dürfen sich auf gleich zwei Stücke freuen.
19.08.2020, 15:42
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Ein Klassiker und eine Komödie
Von Marius Merle
Ein Klassiker und eine Komödie

Freuen sich auf Theater in Buthmanns Hof: Bürgermeister Tim Willy Weber (von links), Thomas G. Willberger und Inske Albers-Willberger von SpielArt sowie Heimatbund-Vorsitzender Michael Kallhardt.

Björn Hake

Schon Ende Mai konnte beim Theaterverein SpielArt wieder geprobt werden. Lange bevor in Niedersachsen zum Beispiel Stadttheater wieder ran durften, erzählt Regisseur und Spielleiter Thomas G. Willberger und spricht von einem „glücklichen Umstand“. Dieser lag darin begründet, dass SpielArt nicht nur das einzige überregional agierende niederdeutsche Tourneetheater ist, sondern auch das einzige Ausbildungstheater dieser Art in Niedersachsen. Und als dieses durften die Akteure bereits früher wieder mit den Proben beginnen. Und so war es den ehrenamtlichen Theaterschaffenden des Vereins möglich, auch für dieses Jahr ein Programm auf die Beine zu stellen und damit von Mitte September bis Anfang November auf Tournee zu gehen. Premierenort ist wieder einmal Fischerhude. „Es hat eine gewisse Tradition, dass wir dort starten“, sagt Willberger. Am Sonnabend, 12. September (20 Uhr), und am Sonntag, 13. September (15 Uhr), stehen Aufführungen in Buthmanns Hof auf dem Programm.

„Wir freuen uns, gerade in diesen Zeiten Kultur ausführen zu dürfen“, betont Willberger. Und Ottersbergs Bürgermeister Tim Willy Weber ist nach der langen Pause ohne solche Veranstaltungen sicher: „Es gibt einen Hunger danach.“ Diesen Hunger möchte SpielArt mit gleich zwei Stücken stillen. Zunächst mit der niederdeutschen Erstaufführung von „Geschlossene Gesellschaft“, dem Schauspielklassiker des französischen Intellektuellen Jean-Paul Sartre, und nach der Pause mit der Komödie „My Name is Peggy“ – natürlich ebenfalls in einer niederdeutschen Version.

Bei Sartres Stück, welches von SpielArt unter dem Titel „Ünner uns“ aufgeführt wird, handelt es sich laut Willberger um „einen Klassiker des absurden Theaters“. Zum Inhalt: Drei Personen, die im Leben einander nie begegnet sind, werden nach dem Tod für alle Ewigkeiten in einem Hotelzimmer zusammen sein. Das ist die Hölle, in der ein Teufel gar nicht nötig ist. Denn durch die völlige Abhängigkeit vom anderen wird jeder für jeden zum Peiniger. Die Besetzung besteht aus den Schauspielern Isa Steffen, Kerstin Umierski, Andreas Lamp und Dirk Röver.

Bei „My Name is Peggy“ handelt es sich um Einpersonenstück mit Schauspielerin Inske Albers-Willberger. Die Frau von Thomas G. Willberger ist bei SpielArt auch für die Produktionsdramaturgie und Regieassistenz verantwortlich. Als Peggy, eine namenlose Frau im besten Alter, gewährt sie dem Publikum Einblicke in den Alltag der Figur. Wechselbäder von Stimmungs- und Gefühlslagen offenbart sie laut Ankündigung selbstironisch und ohne eine Blatt vor den Mund zu nehmen. „Wir machen aber kein Schenkelklopfer-Theater“, macht Willberger deutlich. Dem Theaterverein, der in dieser Form seit 2017 besteht, geht es darum, „qualitativ hochwertige niederdeutsche Produktionen gerade im ländlichen Raum zu etablieren“.

Damit alle Hygiene- und Abstandsregeln in Buthmanns Hof eingehalten werden können, können nur rund die Hälfte der sonst üblichen Zuschauer eine Aufführung besuchen. Bürgermeister Weber rechnet je nach Belegung mit Gruppen aus einem Haushalt mit 40 bis maximal vielleicht 50 Plätzen. Außer am Platz muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Karten kosten zwölf Euro, ermäßigt acht Euro, und sind ab sofort zu den jeweiligen Öffnungszeiten im Rathaus des Fleckens Ottersberg und im Heimathaus Irmintraut in Fischerhude erhältlich. Telefonisch können Tickets zudem beim Heimathaus unter 0 42 93 / 17 86 bestellt werden.

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