Bundesverdienstkreuz

Ein Leben für das Familienunternehmen

Gloria Dodenhof aus Posthausen hat am Freitag für ihre unternehmerischen Erfolge mit dem gleichnamigen Einkaufszentrum und ihr soziales Engagement in der Region das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten.
28.06.2019, 16:20
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Ein Leben für das Familienunternehmen
Von Lars Köppler

Ihr Vorname steht für Ruhm und Glanz, doch eigentlich ist Gloria Dodenhof eine Frau, die mit ihren unternehmerischen Erfolgen, ihrem Mut auch für knifflige Entscheidungen und ihrem sozialen Engagement in der Region nicht gerne in die Öffentlichkeit drängt. Doch am Freitag kam die bescheidene Unternehmerin aus Posthausen an einem Blitzlichtgewitter im Saal von Buthmanns Hof in Fischerhude nicht vorbei. In Vertretung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte Landrat Peter Bohlmann das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland dabei, um es der 80-Jährigen im Rahmen einer Feierstunde vor rund 60 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zu verleihen.

Es waren jedoch nicht nur die wirtschaftlichen Erfolge mit dem Einkaufszentrum Dodenhof, das einst als kleiner Gemischtwarenladen im Hellweger Moor begann und mittlerweile durch den Slogan „Die Einkaufsstadt, die alles hat“ überregionale Bekanntheit erlangt hat, sondern in erster Linie die soziale Verantwortung für die Menschen und ihre humanitäre Gesinnung, die jetzt zu der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes geführt haben. „Jede Hilfe für einen guten sozialen Zweck ist für uns ein Ausdruck einer tief empfundenen Verbundenheit zu unserer Heimat und den vielen Institutionen, die so viel Gutes leisten und unsere Unterstützung verdienen“, erklärte die sechsfache Oma, für die Familie der wohl wichtigste Faktor in ihrem Leben ist.

Für die Allgemeinheit hat sich Gloria Dodenhof insbesondere durch ihr Engagement in zwei Dodenhof-Stiftungen verdient gemacht. Mit der Ehrung ist die gebürtige Berlinerin, Jahrgang 1939, nun sogar in die Fußstapfen ihres 2017 verstorbenen Ehemannes Hermann Dodenhof getreten, der das Bundesverdienstkreuz im Jahr 2001 erhielt. „Das hat Seltenheitswert“, staunte Landrat Peter Bohlmann. „Ich bin stolz und froh, dass uns der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens in die Lage versetzt hat, die Menschen aus der Region zu unterstützen, das Gemeinwesen zu fördern und für das soziale und kirchliche Leben einen Beitrag zu leisten“, ließ Gloria Dodenhof wissen und stellte zugleich fest, dass unternehmerisches Handeln und soziales Engagement keine Gegensätze sein müssen.

Die Geschicke des Familienunternehmens, das inzwischen in der vierten Generation von ihrem Sohn Ralph geführt wird, hat Gloria Dodenhof über viele Jahrzehnte mit ihrem Mann Hermann geleitet. Insbesondere den Modebereich baute die Unternehmerin zielstrebig und systematisch aus, entwickelte parallel dazu die ersten Center-Strategien für das Stammhaus in Posthausen. In der dritten Generation mit Hermann und Gloria Dodenhof an der Spitze erlebte das Kaufhaus das größte Wachstum in der bisherigen Dodenhof-Geschichte. So stieg die Zahl der Mitarbeiter in den vergangenen vier Jahrzehnten von 400 auf 2500. Als Stiftungsvorstand engagiert sich Gloria Dodenhof zudem in zwei Stiftungen.

Seit 2000 ist sie Vorstandsmitglied der Alfred- und Betty-Dodenhof-Stiftung in Ottersberg mit einem Gründungsstiftungsvermögen von rund 500 000 Euro. Ins Leben gerufen von ihren sehr christlich eingestellten Schwiegereltern, unterstützt die Stiftung hilfsbedürftige Menschen in der Kirchengemeinde Posthausen und der näheren Umgebung. Darüber hinaus ist die Geehrte auch Vorsitzende der gemeinnützigen Dodenhof-Familien-Stiftung, die sich mit einem Gründungsstiftungsvermögen von rund 300 000 Euro unter anderem der Förderung von Wissenschaft, Bildung, Kunst, Landschaftspflege, Jugend- und Altenhilfe sowie dem Gesundheitswesen verschrieben hat.

Inzwischen hat die Mehrfach-Großmutter die Zügel guten Gewissens etwas mehr aus der Hand gegeben. Zwar ist sie weiterhin als Gesellschafterin und Beiratsmitglied aktiv eingebunden, doch ihre Besuche im Unternehmen sind seltener geworden. „Ich war immer getrieben von dem, was getan werden musste. Und das habe ich getan. Wenn das von Erfolg und Liebe getragen wurde, war das ganz wunderbar“, sagte Gloria Dodenhof, die ihren Ruhestand mit ihrer Familie genießt und Ruhe und Entspannung bei ausgedehnten Spaziergängen in den Wümmewiesen findet.

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