Waldorf-Jubiläum

Ein Staffellauf für Waldorf

Im Jahr des 100-jährigen Jubiläums der Waldorfschule findet derzeit unter dem Motto "Waldorf 100" ein Staffellauf durch die Republik statt. Auch die Ottersberger Schüler beteiligen sich.
07.09.2018, 17:23
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Ein Staffellauf für Waldorf
Von Lars Köppler
Ein Staffellauf für Waldorf

Staffelholzübergabe auf dem Amtshof: Die Ottersberger Waldorfschüler überreichen den Stab ab ihre Osterholzer Freunde.

Amadea Beyer

Ottersberg. "Waldorf 100" heißt das Motto eines Projektes, das in diesem Jahr bundesweit anlässlich des bevorstehenden 100-jährigen Jubiläums der deutschen Waldorfschulen in Deutschland an vielen Bildungseinrichtungen gefeiert wird. Ein Kernprojekt im Jubiläumsjahr ist der "Lauf um die Welt", bei dem ein Staffelstab quer durch die Republik von Schule zu Schule getragen wird, bis er am 19. September sein Ziel in Berlin erreicht hat. Dann beginnt auch das Jubiläumsjahr, denn die erste deutsche Waldorfschule war im Jahr 1919 in Stuttgart gegründet worden. Und weil die Waldorfpädagogik auch in Ottersberg seit jeher einen großen Stellenwert hat, haben sich die Ottersberger Waldorfschüler jüngst an dieser Aktion beteiligt.

Es war schon eine sportliche Aufgabe, die von den Ottersberger Schülern im Vorfeld der feierlichen Staffelholzübergabe auf dem Amtshof an die Kollegen der Osterholzer Waldorfschule an der Lindenstraße zu bewältigen war. Die Neuntklässler waren mit dem Fahrrad ins knapp 30 Kilometer entfernte Zeven aufgebrochen, um den Stab ihrerseits von Schülern aus Stade, Cuxhaven und Apensen abzuholen. Der traditionelle Waldorf-Morgenspruch und das gemeinsame Singen des Schulliedes durften bei den jeweiligen Zeremonien derweil nicht fehlen. Unterstützung erhielten die sportlichen Pennäler von den Fünftklässlern, die – angeführt von zwei Reiterinnen auf ihren Ponys – die Osterholzer Delegation auf dem Wiesenweg in Richtung Fischerhude begleitete.

Insgesamt drei Staffelhölzer werden bei dieser Aktion derzeit durch das ganze Land getragen, um die Gründung der ersten Waldorfschule vor 100 Jahren zu feiern. "Die Aktion lässt die verschiedenen Waldorfschulen miteinander in Kommunikation treten und sorgt für mehr Wahrnehmung, Austausch und Begegnung", erklärt die Ottersberger Waldorflehrerin Christine Holle den Nutzen des Staffellauf-Projektes. Mittlerweile gibt es mehr als 1100 Waldorfschulen und knapp 2000 Waldorfkindergärten in rund 80 Ländern.

Das Jubiläum nehmen die Projektträger von "Waldorf 100" nunmehr zum Anlass, die Waldorfschule zeitgemäß weiterzuentwickeln und ihre globale Dimension stärker ins Bewusstsein zu rücken. Und der Staffellauf sei dabei eine der Hauptaktionen im Jubiläumsjahr. Auch in der Ottersberger FRSS (Freie Rudolf-Steiner-Schule) sind in den kommenden zwölf Monaten weitere Veranstaltungen zum Jubiläum geplant. "An unserer Schule wird es auch noch spannende Projekte geben", kündigt Christine Holle schon mal an. Eine davon soll die Postkartenaktion sein, an der Waldorfschulen weltweit teilnehmen wollen. "Gemeinschaft zum Anfassen, real statt virtuell" lautet das Motto, wenn sich alle 1100 Waldorfschulen gegenseitig jeweils eine echte Postkarte schreiben und senden. Da wollen auch die Ottersberger nicht zurückstecken. "Auch wir haben mehrere Hundert Karten versendet. Diese werden nun auf eine von Oberstufenschülern selbst gemalte Weltkarte gepinnt", erklärt die Pädagogin und fügt hinzu: "Die Weltkarte wird unser Foyer schmücken und die Schüler können erkennen, dass sie nicht allein sind mit dieser Schulform. Im Gegenteil: Immer mehr Waldorfschulen werden gegründet: weltweit, vor allem in China." An den Boom im Reich der Mitte hat der inzwischen pensionierte Ottersberger Waldorflehrer Manfred Seeger sogar erheblichen Anteil, denn er war es, der vor zwölf Jahren einen gewissen Herrn Wang für einige Wochen in den Unterricht seiner dritten Klasse integrierte und damit den Stein ins Rollen brachte.

Ein weiterer Plan der Ottersberger Waldorfschule ist es derweil, das Waldorf-Jubiläumsjahr am 25. Januar mit einem Winterball zu begrüßen. "Wir werden damit erstmals einen großen Ball organisieren und den Abschlusstanzabend der 9. Klasse integrieren", freut sich Christine Holle.

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