Erweiterungen von Grundschulen Hoffen auf Förderung

Im Fachausschuss sind die Erweiterungspläne für die Grundschulen Posthausen und Fischerhude vorgestellt worden. Um eine mögliche Förderung zu erhalten, steht der Flecken Ottersberg aber nun unter Zeitdruck.
19.01.2021, 15:54
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Hoffen auf Förderung
Von Marius Merle

Die Grundschulen in Fischerhude und Posthausen sollen erweitert werden, um die notwendige Anzahl an Unterrichtsräumen und einen dem Ganztag angemessenen Mensabetrieb realisieren zu können. Bei den beiden Vorhaben ist nun aber besondere Eile geboten, wie am Montagabend bei der Sitzung des Schulausschusses deutlich wurde, als die Pläne vorgestellt wurden. Das hängt mit der angekündigten Förderung des Bundes zum „beschleunigten Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder“ zusammen. Der Flecken Ottersberg könnte sich bei einer Bewilligung über eine Förderung von 65 Prozent der Kosten freuen.

Grundsätzlich sind das natürlich gute Neuigkeiten, sie setzen die Gemeinde aber auch unter Druck. Denn wie Heiko Szczesny, Projektleiter Bau beim Flecken Ottersberg, erklärte, handelt es sich um ein Windhundverfahren – sprich, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Und bereits an diesem Donnerstag, 21. Januar, beginnt die Bewerbungsphase, sodass die Verwaltung dann auch die Anträge einreichen will. „Wir wollen dann direkt da sein“, betonte Szczesny und ergänzte, dass die Gemeinde auch entsprechend vorbereitet sei.

Eile ist geboten

Um am Ende aber im Falle eines positiven Bescheides auch die Fördermittel zu erhalten, muss das Bauvorhaben bis Jahresende fertiggestellt sein. Einen solchen Zeitplan einzuhalten, bezeichnet Szczesny als „richtig stramme Leistung“. Und dann gibt es noch ein weiteres Problem: Mit einer möglichen Bewilligung sei erst im Sommer zu rechnen, um aber den erforderlichen Zeitplan einzuhalten, müssten bis Ostern die Aufträge erteilt werden. Das bedeutet, der Flecken müsste beide Schulerweiterungen in diesem Jahr vorantreiben, ohne zu wissen, ob es überhaupt Fördergelder für eines oder beide Projekte gibt.

Ausgaben in dieser Höhe für diese Zwecke verstoßen jedoch gegen die Zielvereinbarung, die der Flecken im April 2019 unterzeichnet hatte, um die Verschuldung der Gemeinde zu begrenzen. Das wurde auch in der Sitzung am Montag, die im Übrigen erneut als Videokonferenz stattfand, von einigen Ausschussmitgliedern kritisch angemerkt. Jedoch, so betonte Bürgermeister Tim Willy Weber, sollte es an diesem Abend alleinig um die Entscheidung über die geeignete Schulausbauvarianten gehen. Alles, was die Finanzen betrifft, werde an diesem Donnerstag, 21. Januar, im Rahmen der Finanzausschusssitzung diskutiert. Dann steht ab 19.30 Uhr im Rathaussaal auch eine in diesem Zusammenhang von der Verwaltung angestrebte Änderung der Zielvereinbarung auf der Agenda.

Räume fehlen

Wie die Erweiterungen der beiden Grundschulen aussehen sollen, präsentierte Szczesny ausführlich. „In Posthausen fehlen uns ein Klassenraum und eine Mensa.“ Eigentlich war lange von zwei fehlenden Unterrichtsräumen ausgegangen worden, doch da die Helene-Grulke-Schule angekündigt hat, künftig nur noch einen Raum in Posthausen zu benötigen, habe sich eine neue Situation ergeben. Geplant ist ein erdgeschossiger Anbau, der sowohl den zusätzlichen Unterrichtsraum als auch eine rund 180 Quadratmeter große Mensa beheimatet. Vorgesehen ist eine Holzbauweise, die laut Szczesny gleich zwei Vorteile bietet: Zum einen sei sie ökologischer und zum anderen ermögliche sie aufgrund des Zeitdrucks ein schnelleres Bauen.

Die von der Verwaltung kalkulierten Kosten für das Vorhaben belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. Abgesehen von den vereinzelnden Finanzierungsbedenken, zeigten sich die Ausschussmitglieder von der Planung sehr angetan. „Ich bin froh, dass es eine integrative Lösung und keine Mobilbauten gibt“, sagte etwa Erika Janzon (Grüne). Klaus Rebentisch (CDU-FDP-Gruppe) sprach von einem „wirklich guten Entwurf“.

An der Fischerhuder Grundschule läuft ein Teil der Erweiterungsarbeiten bereits. Nach den neuesten Planungen ist vorgesehen, in den sich derzeit im Bau befindlichen Anbau an die Sporthalle den Werkraum auszulagern. Dafür könnte im derzeitigen Werkraum einer der beiden fehlenden Unterrichtsräume entstehen. Der andere soll dort Platz finden, wo sich derzeit die Mensa befindet, da für diese eine neue Lösung geschaffen werden muss.

Fast einstimmiges Votum

„Der aktuelle Platzbedarf reicht bei weitem nicht aus“, sagte Szczesny über die Mensa. Deswegen soll an den Gebäudeteil, wo sich momentan die Mensa befindet, ein Anbau erfolgen, der sowohl die neue etwa 180 Quadratmeter große Mensa als auch einen weiteren Differenzierungsraum, separate Toiletten und Räume für Kleingruppen- oder Schulsozialarbeit enthalten soll. Ebenso wie im Übrigen auch der angedachte Anbau in Posthausen soll der „fast autarke Bereich“, wie ihn Szczesny nannte, dafür sorgen, dass die neue Mensa auch für schulexterne Veranstaltungen genutzt werden könnte. Der Bau ist in Holzrahmenbauweise vorgesehen und der Flecken rechnet mit Kosten von einer Million Euro.

Der Schulausschuss stimmte fast geschlossen für die vorgestellten Erweiterungspläne für die beiden Grundschulen. Was die Finanzierung angeht, muss nun jedoch das Votum im Finanzausschuss abgewartet werden. Dass sich manch ein Politiker unwohl dabei fühlt, zwei Millionenprojekte auf den Weg zu bringen, ohne eine Förderung sicher zu haben, war bereits am Montag zu spüren. Und auch wenn es grünes Licht von der Politik gibt, werden die Schulerweiterungen den Flecken vermutlich einiges an Nerven kosten. „Es gibt noch sehr viele Stolpersteine bei beiden Projekten“, gab Szczesny zu.

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