Kindergottesdienste in Ottersberg Für das gemeinsame Kirchenerlebnis

Die Kirchengemeinde Ottersberg lädt ab sofort zu Familiengottesdiensten ein. Zu verdanken ist dies einem Organisationsteam, das aus eigener Erfahrung die Probleme eines Kirchenbesuches mit Kindern kennt.
19.10.2018, 16:43
Lesedauer: 3 Min
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Für das gemeinsame Kirchenerlebnis
Von Marius Merle

Mit der ganzen Familie einen Gottesdienst besuchen, ist ein gar nicht so einfaches Unterfangen. Schließlich gilt es, die Kinder stets bei Laune zu halten. Schnell kann aber Unruhe bei den Mädchen und Jungen aufkommen, denn manche Teile eines klassischen Gottesdienstes, zum Beispiel die Predigt, sind für kleine Kinder nunmal nur bedingt interessant. Außerdem können sie auch schon einmal laut werden, wenn sie etwa anfangen zu schreien oder zu weinen. Dadurch fühlen sich wiederum viele Eltern peinlich berührt, schließlich ist in der Kirche häufig Ruhe eines der obersten Gebote. „Ich finde es schade, dass sich manche Familien deswegen nicht trauen, einen Gottesdienst zu besuchen“, weiß die Ottersberger Pastorin Wiebke Ridderskamp von der Problematik. Umso glücklicher ist sie nun, dass die Christophorus-Gemeinde ab sofort in regelmäßigen Abständen spezielle Familiengottesdienste anbieten kann. Der erste findet schon an diesem Sonntag, 21. Oktober, statt.

Zu verdanken ist dieses neue Angebot Vera Witthake, Anna Recklies und Torsten Ohmstede. Als Mütter und Vater kennen sie die Probleme von gemeinsamen Gottesdienstbesuchen mit dem Nachwuchs aus eigener Erfahrung und waren daher mit dem Anliegen an Ridderskamp herangetreten, den Familiengottesdienst ins Leben zu rufen. Bei der Pastorin liefen sie damit offene Türen ein. Und so feilte das Quartett zuletzt an einem Konzept für diese Gottesdienstform.

Jedes Mal ein anderes Motto

Jeder Termin soll unter einem bestimmten Motto stehen, diesen Sonntag geht es etwa um Träume. „Die Themen sollen leicht verständlich sein“, sagt Ohmstede. Außerdem soll es viele Momente zum Mitmachen und einfache Liedtexte geben, wie Ridderskamp ankündigt. Manche klassischen Elemente wie Gebete werde es natürlich auch geben, andere wie die Predigt nicht. Dafür werde aber eine Geschichte erzählt. „Natürlich ist es ein Gottesdienst, bei dem es auch mal laut werden darf“, will die Pastorin betont haben. Ausdrücklich sind zu den Familiengottesdiensten, für die an diesen Tagen der „normale“ Gottesdienst entfällt, alle Interessierten eingeladen.

Damit die Besucher nach Ende der Veranstaltung nicht gleich wieder in alle Richtungen entfliehen, wird es im Anschluss im Gemeindehaus noch ein gemeinsames Nudelessen geben, um sich miteinander auszutauschen. „Außerdem muss so niemand zuhause kochen“, sagt Witthake. Nach dem Besuch eines regulären Gottesdienstes gebe es gar keine Alternative zum sofortigen Aufbruch, wie Ohmstede weiß. „Wer Kinder hat, der muss direkt danach nach Hause und den Herd anstellen.“

Alternative zur Kinderkirche

Für Mädchen und Jungen gibt es in Ottersberg als Alternativangebot zum normalen Gottesdienst schon die Kinderkirche. Doch diese habe einen Nachteil im Gegensatz zum neuen Familiengottesdienst, wie das Organisationsteam erzählt. „Nur dort können wir es gemeinsam als Familie erleben und im Anschluss dann auch darüber reden“, sagt Witthake. Vielerorts gibt es spezielle Familiengottesdienste schon, in Ottersberg hat das Angebot in dieser Form noch gefehlt. „Wir waren richtig traurig, dass es das hier nicht gibt“, erzählt Recklies, die mit der Familie nach zehn Jahren in Hannover wieder in den Flecken zurückgekehrt war. Doch statt lange zu klagen, rief sie mit ihren Mitstreitern einfach ein Organisationsteam für familiengerechte Gottesdienste ins Leben.

Stattfinden sollen diese nun in Abständen von durchschnittlich drei Monaten, zunächst einmal als Probelauf. „Eine bestimmte Zeit wollen wir sehen, wie es angenommen wird“, sagt Ridderskamp, die auf viele Besucher aller Altersklassen und eventuell auch noch das ein oder andere zusätzliche Mitglied für das Organisationsteam hofft. „Die Kirche lebt nunmal davon, dass viele mitmachen“, betont die Pastorin.


Der erste Familiengottesdienst an diesem Sonntag, 21. Oktober, beginnt um 11 Uhr in der Kirche. Das Thema lautet „Halt deine Träume fest“. Im Anschluss gibt es ein gemeinsames Nudelessen. Weitere Termine sind für den 20. Januar, 3. März und 16. Juni 2019 angesetzt.

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