Fußball-Kreispokal

Gewinner auf eine etwas andere Art

Aufgrund der Corona-Pandemie sind die diesjährigen Kreispokalsieger per Elfmeterschießen ermittelt worden. Bei den Herren siegte der TSV Fischerhude/Quelkhorn, bei den Frauen triumphierte die SG Achim/Bierden.
28.06.2020, 18:23
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Gewinner auf eine etwas andere Art
Von Maurice Reding

Als Leon Becker den entscheidenden Elfmeter hält und den TSV Fischerhude/Quelkhorn damit zum Kreispokalsieger der Herren macht, kommt kurz Jubel auf. Seine Mitspieler laufen auf ihn zu und klatschen ihn ab – wie das in Corona-Zeiten eben so ist. Das war es dann aber fast auch schon mit den Feierlichkeiten. Eine richtige Siegerehrung samt Pokalübergabe findet nicht statt. Stattdessen gibt es Applaus von den anderen Mannschaften. Die Bierdusche entfällt und wird durch eine Dusche mit einer Wasserpistole ersetzt. Alles ein bisschen anders als sonst.

Uwe Norden, Vorsitzender des Spielausschusses des NFV Kreis Verden, ist trotzdem glücklich, dass der Wettbewerb sportlich beendet werden konnte. „Ich bin zufrieden und froh, dass wir diese Möglichkeit in Fischerhude hatten. Der Verein hat das hervorragend ausgerichtet“, lobte er den TSV Fischerhude/Quelkhorn, der sich als Ausrichter bereit erklärt hatte. Die Idee, die Sieger per Elfmeterschießen zu ermitteln, hatte der Niedersächsische Fußballverband. „Wir haben dann die Vereine angefragt. Und alle haben sich dafür ausgesprochen“, erzählt Norden. Die Alternative wäre das Losverfahren gewesen. „So hatten wir noch halbwegs einen sportlichen Touch“, so Norden.

Die Spiele wurden im Halbe-Stunde-Takt ausgetragen. Los ging es mit der Viertelfinalpartie der Frauen des TV Oyten gegen den SV Wahnebergen, die mit 2:1 an den TVO ging. Die SG Achim/Bierden setzte sich im zweiten noch ausstehenden Viertelfinale mit 4:1 gegen den TSV Thedinghausen durch. Beide Mannschaften trafen dann auch im Halbfinale aufeinander, in dem die SG Achim/Bierden mit 3:2 die Oberhand behielt. Im zweiten Halbfinalspiel, das bereits vorher feststand, ermittelten der TSV Brunsbrock und der SV Holtebüttel den zweiten Finalteilnehmer. Die Brunsbrockerinnen setzten sich mit 4:3 durch. Im Finale zeigte sich die SG Achim/Bierden treffsicherer und triumphierte über den TSV Brunsbrock mit 5:4.

Doch wie bereitet man sich als Spielerin auf solch einen Wettbewerb vor? „Wir haben im Training zweimal Elfmeterschießen geübt. Am Ende ist es immer Glückssache. Wir haben gehofft, dass ein paar reingehen und hatten eine gute Torfrau“, erzählte Jana Schulze von der SG Achim/Bierden. Die Freude war bei den Gewinnerinnen eine andere. „Das war nichts im Vergleich zu sonst, wenn man 90 Minuten spielt. Ein richtiger sportlicher Wettkampf hätte natürlich anders ausgehen können“, sagte Schulze.

Bei den Herren trafen im ersten Halbfinalspiel der TSV Brunsbrock und der künftige Bezirksligist TSV Thedinghausen aufeinander. Die Brunsbrocker zogen durch einen 4:3-Erfolg ins Endspiel ein. Gastgeber und Kreisliga-Meister TSV Fischerhude/Quelkhorn hatte es im zweiten Halbfinalspiel mit dem TSV Otterstedt zu tun. Fischerhude gewann dank Torhüter Leon Becker, der zwei Elfmeter hielt, souverän mit 4:2.

Somit kam es zum Finale zwischen dem künftigen Bezirksligisten und den Brunsbrockern. Fischerhude traf beim Stand von 1:1 den Pfosten, wodurch Brunsbrock in Führung ging. Doch die Brunsbrocker hatten die Rechnung ohne Leon Becker gemacht. Der Fischerhuder Keeper hielt die nächsten zwei Elfmeter. Damit hatte Kapitän Sven Cordes die Chance, den Pokalsieg perfekt zu machen. Doch Cordes scheiterte am linken Pfosten. Brunsbrock musste jetzt treffen, doch Leon Becker erwischte einen Sahnetag und hielt den dritten Elfmeter in Folge. Damit war das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg für die Fischerhuder perfekt.

Matchwinner Leon Becker strahlte anschließend, als er von allen Seiten bejubelt wurde. Genau wie Jana Schulze bereitete sich auch der junge Keeper nicht besonders vor. „Wir haben im Training ein bisschen geübt. Ich habe mir dann noch ein paar Tipps von meinem Onkel geholt. Die scheinen geholfen zu haben“, sagte der Torhüter lächelnd. Auch für Becker war es ein ungewöhnliches Ende eines sportlichen Wettbewerbs und die Freude dementsprechend anders. „Das war schon was anderes, als wenn man über 90 Minuten gespielt hätte“, sagte er. Dem Keeper war das aber herzlich egal, freuen durfte er sich trotzdem über eine herausragende Leistung und den Pokalsieg.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+