Fußball-Landesliga

Drilon Demaku ist beim TSV Ottersberg der Fädenzieher im Hintergrund

Drilon Demaku hat in seiner Laufbahn eine Saison beim TSV Ottersberg gespielt. Nun ist er als Sportlicher Leiter zum Wümmeklub zurückgekehrt und will dort etwas Langfristiges aufbauen.
10.03.2021, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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Drilon Demaku ist beim TSV Ottersberg der Fädenzieher im Hintergrund
Von Maurice Reding
Drilon Demaku ist beim TSV Ottersberg der Fädenzieher im Hintergrund

Eine Spielzeit lang streifte Drilon Demaku (links) selbst das grün-weiße Ottersberger Trikot über. Die Saison war allerdings nicht von Erfolg gekrönt.

Focke Strangmann

Drilon Demaku muss schmunzeln. Mit Ruhm bekleckert habe er sich in seiner ersten Zeit beim TSV Ottersberg nicht, gibt er mit einem Lächeln zu. Gemeint ist die Saison 2017/2018, in der er mit dem Fußballklub von der Wümme in der Landesliga an den Start ging. Am Ende stand der bittere Gang in die Bezirksliga. Diesen Abstieg korrigierten die Ottersberger schnell, denn nur eine Spielzeit später gelang der sofortige Wiederaufstieg – allerdings ohne Demaku. „Ich bin damals aus beruflichen Gründen gegangen“, erzählt der 33-Jährige. Drei Jahre hat es gedauert, bis Drilon Demaku und der TSV Ottersberg wieder zueinandergefunden haben. In seiner zweiten Amtszeit steht der einstige Mittelfeldakteur nicht mehr selbst auf dem Feld, sondern zieht im Hintergrund die Fäden. Demaku ist seit Kurzem der neue Sportliche Leiter der Wümmekicker und folgt damit auf Markus Bremermann.

Der Kontakt zum TSV Ottersberg ist über den scheidenden Trainer Jan Fitschen entstanden. Beide kennen sich aus der gemeinsamen Zeit beim Rotenburger SV, als sie unter anderem in der Saison 2013/2014 in der Oberliga kickten. In Ottersberg kreuzten sich die Wege dann erneut. „Ich habe ihn kontaktiert und mit ihm gesprochen. Danach habe ich Kontakt zu Frank Schwarz (Ottersbergs Fußballchef, Anm. d. Red.) aufgenommen und ihm meine Ideen präsentiert. Er meinte dann, dass es passen würde und wir es probieren“, erzählt Demaku. Dabei hatte sich der 33-Jährige vom aktiven Fußball im Sommer vergangenen Jahres verabschiedet. „Mir hat die Zeit wegen des Hausbaus gefehlt. Entweder bin ich zu 100 Prozent dabei oder gar nicht. Es hat aber noch in den Fingern gejuckt. Ich wollte mich der Herausforderung als Sportlicher Leiter stellen“, begründet er seine Entscheidung.

Die Laufbahn von Drilon Demaku kann sich sehen lassen. In der Saison 2010/2011 war der Mittelfeldspieler der überragende Mann beim SV BW Bornreihe. 25 Tore in 27 Landesligaspielen – eine beachtliche Quote. Die folgenden drei Spielzeiten verbrachte Demaku beim Rotenburger SV, der zu der Zeit in der Oberliga mitmischte. Der 33-Jährige avancierte aber erst in der dritten und letzten Spielzeit zum Stammspieler. Danach ging es eine Liga tiefer zum TV Jahn Schneverdingen, wo er zwei Jahre in der Landesliga und ein Jahr in der Bezirksliga kickte. Es folgte die Saison beim TSV Ottersberg mitsamt des Abstiegs in die Bezirksliga. Danach ließ Demaku seine Laufbahn beim Rotenburger Kreisligisten VfL Visselhövede ausklingen. Dort brillierte er vor allem in seiner ersten Spielzeit, als er in 21 Partien satte 22-mal traf.

Die Idee, nach der aktiven Fußball-Laufbahn einen Posten im Hintergrund bei einem Verein zu übernehmen, schwirrte Demaku schon länger im Kopf herum. „Ich habe mich immer schon in der Funktion als Sportlichen Leiter gesehen. Ich bin Vertriebler durch und durch“, sieht der 33-Jährige Vorteile durch seinen Beruf. Für einen Trainerposten käme er dagegen nicht in Frage. „Dafür bin ich zu emotional“, sagt Demaku lachend. Das Emotionale kann der Sportliche Leiter aber für seinen neuen Posten gut gebrauchen. Zu Demakus Kernaufgabe gehört, Spieler von einem Verbleib beim TSV Ottersberg zu überzeugen beziehungsweise sie dorthin zu locken, indem er ihnen den Wümmeklub schmackhaft macht.

Wer Demaku über seine neue Aufgabe sprechen hört, kann sich ungefähr vorstellen, mit welcher Überzeugung und Akribie er den Job bereits jetzt schon ausführt. Demaku ist einer, der den Fußball liebt. Kein Wunder, fing er doch mit sechs Jahren das Kicken an. Nach Ottersberg ist er mit einem klaren Ziel zurückgekehrt. „Wir müssen für junge Spieler interessant werden und wollen versuchen, Talente aus der Region zu überzeugen. Der Verein hat sehr viel Potenzial“, denkt Demaku an die umliegenden Kreise. Dass der 33-Jährige im Kreis Verden, Rotenburg, Osterholz sowie im Heidekreis gespielt hat, kann da nur von Vorteil sein.

Klar ist jetzt schon, dass die Mannschaft in der kommenden Saison ein neues Gesicht bekommt. Mit Egzon Prcani, Jan Hendrik Stubbmann, Dominik Rosenbrock und Nicklas Falldorf verlassen bis dato gleich vier Leistungsträger den Klub. „Das tut natürlich weh, gehört aber zum Geschäft dazu“, sagt Demaku. In den kommenden Wochen stehen weitere Gespräche mit den Spielern des aktuellen Kaders an. Hier legt Demaku den vollen Fokus drauf. Sobald für Jan Fitschen ein Nachfolger gefunden ist, soll die Kaderplanung intensiviert werden.

Es gibt für Drilon Demaku also von Beginn an viel zu tun. Dieser Herausforderung wollte sich der 33-Jährige aber stellen. Demaku möchte etwas Langfristiges in Ottersberg aufbauen. Dass das nicht von jetzt auf gleich geschieht, ist dem Sportlichen Leiter bewusst. Mit dem Umbruch im Sommer findet der erste Schritt dieses Prozesses statt. Weitere sollen nach und nach folgen. Wie viel ihm der TSV Ottersberg bedeutet, zeigt die Tatsache, dass für seine Aufgabe nur der Wümmeklub in Frage kam. „Ich habe mich nur bei Ottersberg beworben und bin glücklich, wieder hier zu sein“, sagt er. Drilon Demaku und der TSV Ottersberg – es soll nicht bei einer gemeinsamen Saison bleiben.

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