Fußball-Landesliga Kai Schmidt ist die Lebensversicherung des TSV Ottersberg

Kai Schmidt spielt seit dieser Saison für den TSV Ottersberg. Der Stürmer trifft nach Belieben und ist ein fester Bestandteil des Teams. Seine Torquote ist besonders beeindruckend.
08.12.2021, 17:00
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Kai Schmidt ist die Lebensversicherung des TSV Ottersberg
Von Maurice Reding

Etwas mehr als eine Stunde Spielzeit war in der Fußball-Landesligapartie zwischen dem TSV Ottersberg und dem ASC Cranz-Estebrügge vergangen, als Kai Schmidt mal wieder zuschlug. Der Offensivspieler der Wümmekicker positionierte sich im Rückraum perfekt und schoss das wichtige 1:0 für seine Mannschaft. Eine Viertelstunde später legte Schmidt mit dem 2:0 nach. Es waren die Treffer zehn und elf, die der Mann mit eingebautem Torinstinkt in dieser Spielzeit schoss – und das in 13 Einsätzen. Eine starke Quote, die bei genauerem Hinsehen noch beeindruckender wird: Denn die Ottersberger haben in der Qualifikationsrunde 19 Treffer erzielt. Mit seinen elf Saisontoren zeichnet Kai Schmidt also für mehr als die Hälfte aller Treffer seines Vereins verantwortlich. Oder anders ausgedrückt: Er ist die Lebensversicherung des TSV Ottersberg.

Dass es für ihn in dieser Saison so gut läuft, freut den 28-Jährigen. "Ich bin sehr, sehr zufrieden mit mir. Wenn ich das Vertrauen vom Trainer und der Mannschaft spüre, will ich das zurückzahlen. Ich bin geholt worden, um Tore zu schießen", erzählt Schmidt im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Angreifer betont allerdings auch, dass er sich ungern hervorhebt. "Man könnte auch die Frage stellen: Wie viele Punkte hat uns Leon Seeger festgehalten? Auch Artur Janot hat es auf der Sechs überragend gemacht", lobt Schmidt zwei seiner Teamkollegen explizit. Dieser Aspekt zeigt, dass der Angreifer trotz seiner starken Torquote die Mannschaft über alles andere stellt. Ein echter Teamplayer, wie er im Buche steht.

Einbruch nach gutem Start

Obwohl Kai Schmidt bereits elf Treffer auf seinem Torkonto hat, muss der TSV Ottersberg den Gang in die Abstiegsrunde antreten. Der sechste Platz in der zweiten Staffel der Landesliga Lüneburg reichte nicht, um in die Meisterrunde einzuziehen und damit den Klassenerhalt vorzeitig perfekt zu machen. Angesprochen auf das Abschneiden in der Qualifikationsrunde, fällt es Schmidt zunächst schwer, die Serie zu beurteilen. "Das ist eine schwere Frage", sagt er, um nach einer kurzen Pause hinterherzuschieben: "In der Anfangszeit haben wir über unseren Erwartungen gespielt. Da waren von außen einige überrascht. Dann gab es verletzungsbedingt einen Einbruch. Wir haben viele Spiele verloren, darunter die Klatsche gegen Bornreihe." Gegen die "Moorteufel" verloren die Wümmekicker den Rückrundenvergleich mit 1:9.

Gegen den VfL Güldenstern Stade zeigte die Mannschaft umgehend eine Reaktion und holte beim 2:2 einen Punkt. "Das zeigt den Charakter des Teams", sagt Schmidt. Mit dem 3:0-Erfolg über Cranz-Estebrügge fuhren die Wümmekicker drei weitere wichtige Zähler ein, die der Verein mit in die Abstiegsrunde nimmt. Der Angreifer findet, dass die Grün-Weißen im kommenden Jahr zurecht in der Abstiegsrunde antreten. "Das muss man realistisch sehen. Wir hatten alles in eigener Hand. Mir ist das Elstorf-Spiel in Erinnerung geblieben. Es stand lange 0:0, ich hatte die Chance auf das 1:0. Im Gegenzug kriegen wir das 0:1", spricht Schmidt die 0:2-Niederlage an.

Lesen Sie auch

Der 28-Jährige hat sich den Wümmekickern erst vor der aktuellen Saison angeschlossen. Zuvor war er unter anderem für den Oberligisten TB Uphusen aktiv. Für die Arenkampkicker schnürte er ein Jahr lang die Fußballschuhe. Berufsbedingt entschloss er sich aber dazu, den Verein zu verlassen. "Ich bin zu Flo (Sportlicher Leiter Florian Warmer, Anm. d. Red.) und Zecke (Trainer Christian Ahlers-Ceglarek) gegangen und habe ihnen gesagt, dass ich kürzer treten muss", erzählt Schmidt, der sich daraufhin dem ATSV Sebaldsbrück anschloss. "Dort spielen viele Freunde von mir", verrät er. Für den Bremer Bezirksligisten machte der Angreifer wegen des vorzeitigen Saisonabbruchs allerdings kein Spiel mehr.

Ein Gespräch verändert alles

Für die laufende Saison war Schmidt fest in Sebaldsbrück eingeplant. Ein Gespräch mit Mike Barten sorgte aber für ein Umdenken bei dem Stürmer. "Sebaldsbrück wollte, dass ich bleibe. Das war auch lange so geplant. Nach dem Gespräch mit Mike war aber klar, dass ich nach Ottersberg gehe. Er ist fachlich ein überragender Trainer. Wir haben als Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht, vor allem wenn ich an die Vorbereitung denke", sieht der 28-Jährige die Trainerstelle sehr gut besetzt.

Im neuen Jahr geht es für die Grün-Weißen in der Abstiegsrunde um den Verbleib in der Landesliga. Aus der Qualifikationsrunde nehmen die Wümmekicker elf Punkte mit. Kai Schmidt ist optimistisch, dass der Klassenerhalt gelingt. "Unser Ziel ist ganz klar über dem Strich zu stehen. Wir haben eine lange Pause, die vielleicht ein Vorteil wegen der Verletzten ist. Ich bin mir sehr, sehr sicher, dass wir am Ende über dem Strich stehen", sagt der Angreifer selbstbewusst.

Pause kommt gelegen

Die Pause wird auch Kai Schmidt guttun. Denn der Torjäger hat sich gegen Cranz-Estebrügge einen doppelten Außenbandanriss und eine Innenbandteilruptur zugezogen. Die Verletzung zwingt ihn zu einer mehrwöchigen Pause. "Für die Verletzung ist die Pause der richtige Zeitpunkt", hat Schmidt nicht seinen Humor verloren. "Ich will wieder fit werden und das Bein so gut wie möglich schonen."

Sobald der Angreifer wieder auf dem Platz steht, hat er sich eine Sache fest vorgenommen. "Ich will da weitermachen, wo ich aufgehört habe – nämliche mit dem Toreschießen", lautet das klare Ziel des 28-Jährigen. Elf Treffer sollen nicht das Ende der Fahenstange sein. Mit weiteren Toren von Kai Schmidt stehen die Chancen für den TSV Ottersberg sicherlich nicht schlecht, die Klasse zu halten.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Zur Newsletter-Übersicht