Fußball-Landesliga

Leon Seeger ist beim TSV Ottersberg gefragter denn je

Leon Seeger hat sich beim TSV Ottersberg den Platz im Tor erobert. Mit seiner Erfahrung und Ruhe will er der Mannschaft Halt geben.
09.10.2020, 18:30
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Leon Seeger ist beim TSV Ottersberg gefragter denn je
Von Maurice Reding

Er war eigentlich schon weg. Leon Seeger hatte sich dazu entschlossen, seinen Master in den Niederlanden zu absolvieren. Doch die Corona-Pandemie funkte dazwischen, sodass sich der Keeper des Fußball-Landesligisten TSV Ottersberg dazu entschloss, in Deutschland zu bleiben. Das hatte auch etwas Gutes: Der Torhüter darf sich nun ganz seiner Leidenschaft – dem Fußball – widmen. Seeger stellte sich dem Konkurrenzkampf um den Platz im Ottersberger Kasten und entschied ihn für sich.

Am zweiten Spieltag beorderte TSV-Trainer Jan Fitschen den 25-Jährigen erstmals in dieser Saison ins Tor. Zum Auftakt hatte Neuzugang Marvin Ekuase gegen den SV BW Bornreihe den Vorzug erhalten. „Zu diesem Zeitpunkt stand aber noch nicht fest, ob ich in Groningen studiere oder nicht“, erklärt Seeger. Beim ASC Cranz-Estebrügge schlug dann Seegers Stunde. Die torreiche Partie endete 3:3. Es folgte ein Sieg gegen VSV Hedendorf/Neukloster (2:1), eine 0:6-Klatsche bei der SV Drochtersen/Assel II und zuletzt eine knappe Pleite beim VfL Stade (1:2). Gerade die Spiele gegen Cranz-Estebrügge und Stade wurmen den jungen Keeper. „Das sind direkte Konkurrenten, die du schlagen musst. Sonst läufst du der Musik hinterher. Das war zu wenig von uns. Der Start war daher ein bisschen enttäuschend“, gibt Seeger unumwunden zu.

Doch warum entschied sich Fitschen nach dem ersten Spieltag für einen Wechsel im Tor? „Das war eine reine Trainerentscheidung“, sagt der Coach, der Seeger ausdrücklich lobt: „Er ist ein guter Torwart, der unser Spiel bereichert. Trotz seines jungen Alters hat er eine unheimliche Erfahrung und ist eine gefestigte Persönlichkeit. Außerdem strahlt er Ruhe aus, was für die Hintermannschaft wichtig ist.“

Diese Worte wird Seeger sicherlich gerne hören. Und das nicht ohne Grund: Seit seiner Jugend läuft der junge Keeper – unterbrochen von einer Saison beim TB Uphusen – für die Wümmekicker auf. Doch gerade in den vergangenen beiden Spielzeiten kam der 25-Jährige nicht mehr so oft zum Einsatz. Das hing mit Seegers Studium zusammen, das er im Ausland absolvierte. Umso mehr freut sich der Keeper, dass er in dieser Saison wieder regelmäßig zum Einsatz kommt. „Ich bin sehr, sehr glücklich, wieder regelmäßig spielen zu dürfen. Ottersberg ist schließlich mein Jugendverein“, sagt Seeger, der mit den Wümmekickern auch die Oberliga-Zeit miterlebt hat.

In seinen vier bisher absolvierten Spielen in dieser Saison kassierte Ottersbergs Nummer eins zwölf Gegentore und damit im Schnitt drei pro Partie. Dennoch sieht Seeger nicht die Defensive als das Hauptproblem. „Ich muss die Jungs hinten in Schutz nehmen. Das ist ein kollektives Problem, was wir haben“, spricht der Keeper vor allem die zweite Halbzeit in Drochtersen an, als die Wümmekicker sechs Gegentreffer kassierten. „Da habe ich keine Erklärung für. Wir müssen Konstanz in unsere Leistungen bringen“, fordert er. Das sieht auch Jan Fitschen so. „Es reicht nicht, sich mit einer guten Halbzeit zu begnügen. Jedem muss bewusst sein, dass wir um jeden Punkt kämpfen müssen. Das ist eine Einstellungssache“, sagt der Coach.

Die nächste Chance, eine bessere Leistung abzuliefern, haben die Ottersberger im Heimspiel gegen den TSV Elstorf (Anpfiff am Sonntag um 15 Uhr). „Elstorf ist eine gefestigte Mannschaft mit einem erfahrenen Trainer (Hartmut Mattfeldt, Anm. d. Red.). Wir müssen unsere Hausaufgaben machen“, sagt Fitschen und fordert mehr Bewegung im Spiel: „Wir sind zu statisch im vorderen Bereich.“ Den Aufsteiger zählt Seeger zu den Gegnern, den die Ottersberger schlagen sollten. „Gegen Elstorf müssen wir gewinnen. Das ist ein richtungweisendes Spiel. Mit einem Sieg könnten wir vielleicht eine kleine Serie starten“, hofft der Torhüter auf drei Punkte. Anderenfalls müsse der Blick nach unten gehen. „Noch können wir auf Platz vier schielen, der zur Aufstiegsrunde berechtigt. Wenn wir das Spiel gegen Elstorf aber nicht gewinnen, müssen wir uns nach unten orientieren“, sagt er.

So weit soll es aber nicht kommen. Selbst bei einer Pleite wäre Rang vier nicht außer Reichweite. Doch für die Ottersberger zählt erst mal nur das nächste Spiel, das erfolgreich über die Bühne gehen soll. Ein Torwart, der über ausreichend Erfahrung verfügt und Ruhe ausstrahlt, kann bei diesem Vorhaben sicherlich nicht schaden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+