Grundschule Posthausen

Hoffen auf Hilfe für Ganztag

Die Grundschule Posthausen benötigt personelle Unterstützung für die Aufrechterhaltung des seit dem Schuljahr 2010/11 laufenden Ganztagsangebots. Rektorin Sabine Göricke erhofft sich Hilfe von der Schulpolitik.
14.09.2020, 17:26
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Hoffen auf Hilfe für Ganztag
Von Lars Köppler
Hoffen auf Hilfe für Ganztag

Die Grundschule Posthausen bietet seit zehn Jahren eine Ganztagsbetreuung an. Jetzt wird zusätzliches Personal benötigt.

Björn Hake

Seit dem Schuljahr 2010/11 gibt es an der Grundschule Posthausen ein offenes Ganztagsangebot, das allen Schülerinnen und Schülern offensteht. In der Zeit von 13 bis bis 16 Uhr werden die Kinder verlässlich in der Bildungseinrichtung an der Schulstraße betreut. Es gibt ein warmes Mittagessen, eine Hausaufgabenzeit und die Möglichkeit, aus verschiedenen Angeboten eine Arbeitsgemeinschaft oder freies Spiel zu wählen. Für die Familien ist das Ganztagsangebot kostenfrei, lediglich für das Mittagessen zahlen sie einen Beitrag, von dem man sich bei Nachweis entsprechender Bedürftigkeit sogar befreien lassen kann.

Doch trotz oder gerade wegen der hohen Nachfrage an der nachschulischen Betreuung hat Rektorin Sabine Göricke jetzt einen Hilferuf an die Verwaltung entsandt, der am Mittwoch, 16. September, zum Thema im Schulausschuss wird. Das Gremium tagt öffentlich ab 19 Uhr in der Aula der Wümmeschule und berät dabei über einen Antrag der Rektorin auf personelle Unterstützung. Diese soll nach Möglichkeit vom Flecken Ottersberg finanziert und über den Verein ambulanter Erziehungshilfen verwirklicht werden. „Uns ist natürlich bewusst, dass die Bereitstellung des Ganztagsangebots eine schulische Aufgabe ist. Dieser Verantwortung sind wir in der Vergangenheit auch immer nachgekommen. Es ist jedoch absehbar, dass wir mit der Finanzierung des Ganztagsangebots in Schwierigkeiten kommen werden. Mit dem vorhandenen Budget sind wir bereits in diesem Jahr nicht auskömmlich ausgestattet, können den Fehlbetrag aber aus den vorhandenen Rücklagen ausgleichen“, begründet Göricke ihren Vorstoß auch mit Blick auf das kommende Jahr. „Wir geraten ins Minus, was in der Konsequenz bedeutet, dass wir unser Angebot perspektivisch entweder zeitlich deutlich reduzieren oder das Angebot nur für eine kleinere Gruppe von Kindern zugänglich machen müssten, da wir die Personalkosten nicht mehr tragen können“, prophezeit die Grundschulrektorin.

Für junge Familien

Unterstützung sei schon deshalb vonnöten, weil die Grundschule Posthausen mit ihrem Angebot einen wertvollen Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und damit auch zur Attraktivität des Ortes insbesondere für junge Familien leiste. Die Grundschule habe zudem mit der Einrichtung des Ganztagsangebots bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt auf die bestehenden Herausforderungen reagiert und als eine der ersten Schulen in der Umgebung den Ganztagsbetrieb eingerichtet, betont Göricke.

Als Gründe für die gestiegenen Personalkosten führt die Rektorin unter anderem die schwankenden Schülerzahlen an. „Es wird pro Schuljahr zugewiesen und bemisst sich aus den Schülerzahlen, die zu einem Stichtag im Oktober des Vorjahres für die Ganztagsbetreuung angemeldet waren. Wenn, wie im aktuellen Fall, die Schule im darauffolgenden Jahr wächst, dann arbeiten wir mit einem Budget, das für eine deutlich geringere Schülerzahl berechnet wurde.“

Nur wenig Luft

Nur mit viel Kreativität und Flexibilität aller Beteiligten sei es mittlerweile noch möglich, die zwischen 40 und 50 Kinder zu betreuen. „Es bleibt unter diesen Umständen nur wenig Luft, die wünschenswerte und von uns angestrebte pädagogische Qualität des Angebots zu gewährleisten“, ergänzt Göricke. Handlungsbedarf hat derweil auch die Ottersberger Gemeindeverwaltung erkannt. Derzeit könne die Schule dem pädagogischen Anspruch an eine Ganztagseinrichtung nicht gerecht werden. Dafür müssten weiterhin die Angebote in kleinen Gruppen nach individuellen Bedürfnissen der Kinder für die Klassen 1 bis 4 angeboten werden können. Dies sei nur mit zusätzlichem Personal möglich, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Für eine Aufstockung über die Landesschulbehörde gebe es jedoch keinen Anspruch. Der Verein ambulanter Erziehungshilfen würde, wie auch in der Grundschule Fischerhude, Personal für die Unterstützung im Ganztag in Posthausen zur Verfügung stellen. Den Ausschussmitgliedern empfiehlt die Verwaltung daher, eine personelle Unterstützung vom Verein ambulanter Erziehungshilfen für acht Stunden in der Woche und für 42 Wochen im Jahr zu finanzieren. Diese zusätzliche Kraft würde Personalkosten in Höhe von rund 10 000 Euro mit sich bringen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+