Geschäftsbericht

Eine Erfolgsgeschichte aus Otterstedt

Der Otterstedter Valentin Drießen hat mit einer Vermittlungsplattform für Dienstleistungen rund ums Haus ein wachsendes Unternehmen mit derzeit rund 70 Mitarbeitern aufgebaut.
02.08.2021, 13:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek
Eine Erfolgsgeschichte aus Otterstedt

Die Geschwister Valentin und Anne Drießen haben für ihr Unternehmen inzwischen Büroräume in der Überseestadt bezogen.

Björn Hake

Vom Kinderzimmer in Otterstedt zum Etagenbüro in der Bremer Überseestadt. Mit dem Internetportal Hausfrage haben Valentin und Anne Drießen eine Vermittlungsplattform für Dienstleistungen rund um die eigenen vier Wände geschaffen und beschäftigen mittlerweile rund 70 Mitarbeiter. „Es läuft gut. Wir wachsen fleißig und sind in allen Bereichen am rekrutieren“, zieht Geschäftsführer und Firmengründer Valentin Drießen eine Zwischenbilanz.

Doch bis er dazu kam, von der Hansestadt aus eine bundesweit agierende Plattform zu führen, legte er einen langen Weg zurück. Im Grunde genommen begann das Vorhaben im Jahr 2012, kurz nachdem er sein Abitur in Verden gemacht hatte. „Ich habe mich danach direkt selbstständig gemacht und Gas gegeben“, schildert Drießen. Auch wenn er von einem Portal wie Hausfrage damals noch weit entfernt war.

Zunächst als Webdesigner und im Online-Marketing unterwegs, probierte er sich an der Vermittlung von Fertiggaragen – mit Erfolg. „Ich hatte das gesehen und wollte es ausprobieren“, erinnert sich Drießen an die Anfänge. Bereits als Jugendlicher habe er sich so viel wie möglich damit befasst, im Internet Geld zu verdienen. Die ersten Kundengespräche habe er noch in besagtem Kinderzimmer geführt und dort mit dem schlechten Handyempfang zu kämpfen gehabt. Es folgten weitere Projekte und Versuche sowie der Umzug in ein Büro nach Sottrum. Kundenanfragen zu generieren und ein gutes unternehmerisches Gespür, seien damals bereits seine Talente gewesen.

Familie mit Unternehmergeist

Auch wenn sich Valentin Drießen schnell vom Elternhaus lossagen wollte, der Unternehmergeist ist ihm und Schwester Anne quasi in die Wiege gelegt worden. Der Vater führte ein Geschäft für Künstlerbedarf, der Großvater war als Tischler selbstständig. „Wir standen an Feiertagen vor der Kita oder Schule, weil wir davon nichts wussten, und der Vater hat sich geärgert, weil niemand kommt“, schildert Anne Drießen, die vor rund drei Jahren zum wachsenden Unternehmen dazustieß.

Sie beschritt ursprünglich einen anderen Weg, studierte nach dem Abitur zunächst Betriebswirtschaftslehre. Doch mit der Zeit engagierte sie sich zunehmend im Betrieb des Bruders, stellte das Studium in den Hintergrund und brach es schließlich ab. „Wir sind beide Generalisten. Ich war dabei, wo Not am Mann war und habe mich überall reingefuchst“, beschreibt sie ihre Rolle. Einen festen Aufgabenbereich habe sie dabei nie übernommen: „Ich habe mich für alles interessiert.“ Seit Tag eins sei sie wie im Sog gewesen. Inzwischen führen die Geschwister das Unternehmen als Duo und sie sagt rückblickend: „Ich hätte die drei Jahre nicht besser nutzen können.“

Wie Anne Drießens Engagement im Unternehmen entwickelte sich das Wachstum etappenweise, Abteilungen für Vertrieb, Marketing und Kundenbetreuung entstanden. In der Anfangsphase hatte Valentin Drießen auch auf freie Mitarbeiter und ein Callcenter zur Verstärkung gesetzt, das jedoch schnell wieder verworfen. Erst als er seinen besten Freund als Quereinsteiger in der Kundenberatung ins Boot geholt und seine verschiedenen Projekte 2017 unter einer Marke gebündelt habe, nahm Hausfrage in seiner heutigen Form genauere Konturen an. „Wir wollten gucken, was geht. Jetzt ist er unser bester Vertriebler“, sagt Drießen. Ohnehin setze das Unternehmen oft auf Quereinsteiger und agiere nicht unbedingt klassisch; gleichwohl zahlenorientiert und erfolgreich.

Suche nach passendem Umfeld

Als einen Schlüsselpunkt für das Wachstum des Unternehmens in seiner derzeitigen Form sieht Valentin Drießen den Umzug von Sottrum in die Überseestadt, anfangs in ein kleines Büro. Bis dahin habe er sich noch gescheut, größer zu denken. „Das war die Eintrittskarte. Es braucht ein passendes Umfeld, um erfolgreich zu sein. Hier gibt es junge und kreative Firmen“, spricht er von einer anderen Kultur in der Überseestadt. Doch auch in der Hansestadt betrachte er die Rahmenbedingungen nicht als optimal. „Das ist alles nicht so flexibel, wie wir das bräuchten“, umreißt Drießen und führt als Beispiel die Mietverträge an: Derzeit suche er nach größeren Räumen, Vermieter verlangten jedoch eine Bindung für bis zu 15 Jahre. „Wir wissen nicht, wo wir nächstes Jahr stehen“, kommentiert Anne Drießen.

Was das Geschwister-Duo aus Otterstedt sehr wohl weiß, ist, dass das Unternehmen weiter wachsen soll. „Die Marktführer sind zum Greifen nah“, sieht Valentin Drießen sein Unternehmen in einer guten Ausgangslage.


Weitere Informationen im Internet unter www.hausfrage.de.

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