Neue Arbeiten präsentiert Katharina Bertzbach öffnet ihr Keramikatelier in Fischerhude

Alljährlich öffnet Keramik-Profi Katharina Bertzbach an zwei Wochenenden im Herbst ihre Werkstatt für Porzellan in Fischerhude, um interessierten Kunstfreunden einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren.
21.11.2021, 14:44
Lesedauer: 3 Min
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Katharina Bertzbach öffnet ihr Keramikatelier in Fischerhude
Von Jürgen Juschkat

Interessierten Kunstfreunden gestattete Keramik-Profi Katharina Bertzbach nun auch am zweiten November-Wochenende in Folge einen Einblick in ihre Arbeit. Traditionell wurde dafür im einstigen Feuerwehr-Gerätehaus an der Straße Im Krummen Ort die Werkstatt der Künstlerin in eine Galerie und einen kompletten Verkaufsraum verwandelt. Beim Betreten der Galerie signalisierte eine Türglocke das Kommen des Besuchers. Katharina Bertzbach saß am späten Sonnabendvormittag am Durchgang zur Werkstatt. „Auch einen Kaffee?“, fragte sie spontan und herzlich. Sie zeigte damit, dass man stets willkommen ist, um die aktuellen Kreationen zu bestaunen. Seit 1993 betreibt die Porzellan-Künstlerin die Werkstatt im Künstlerort an der Wümme.

Alltagstaugliche Gegenstände sind in den Regalen zu finden. Ölflaschen, Müsli-Schalen, Käseglocken, Keksdosen, Salatschüsseln und Kerzenleuchter, aber auch verschiedene Tassen und Becher, die bei 1200 Grad gebrannt und lasiert wurden. „Die Ideen kommen eher spontan. Auslöser sind aber auch Themen, die zum Beispiel mein Berufsverband Angewandte Kunst Bremen (AKB) ausgegeben hat oder die es bei Wettbewerben wie dem Niedersächsischen Staatspreis gibt“, verrät die Künstlerin.

Die Fischerhuderin entwickelt aber auch abends oder nachts im Bett neue Ideen, wie sie unter anderem Dosen und Vasen gestalten will. An diesen beiden Ausstellungs-Wochenenden im November stehen Vasen schon durch ihre Form im Blickpunkt. Besonders die ganz hohen und schmalen Vasen, in denen langstielige Blumen wie etwa Gladiolen ihren Platz finden können. Sie wurden unterschiedlich bemalt, doch die Form ist jeweils ähnlich. „Ich wiederhole wenig“, verrät Bertzbach, die aber auch kleine Exponate mit blauer Bemalung in ihrem Angebot hat.

Filigrane Figuren

Giraffe, Kuh und Schwein – also Tiermotive – zieren die Becher, die speziell für Kinder gedacht sind. Es gibt aber auch Serien mit gleichgeformten Tassen, die sich nur durch die Bemalung unterscheiden. „So kann jeder seinen eigenen Trinkbecher wiedererkennen“, beschreibt die Künstlerin den besonderen Nutzen.

Viel zu schade dafür, dass sie als Knauf auf dem Porzellandeckel in der hohlen Hand verschwinden, sind die filigranen Figuren bei einigen Dosen. Dosen, die gerade in nächster Zeit herrlich zu benutzen sind für das Gebäck zur Advents- und Weihnachtszeit. Die Künstlerin nennt die Figuren liebevoll „Dosenwächterinnen“. 

An der Wand hängen einzelne weiße Figuren, denn vor einem Jahr hatte sich Bertzbach der greisen Menschendarstellung gewidmet. „Die Figuren will ich nicht einfach raushauen und produzieren. Dazu brauche ich eine ruhige Woche, trage lange die Idee mit mir herum“, berichtet die Fischerhuder Künstlerin.

Künstlerin wird Autorin

Etwas ungewöhnlich ist, dass die Porzellan-Künstlerin Katharina Bertzbach nun auch unter die Buch-Autoren gegangen ist. „Carline schaut zurück“ lautet der Titel ihres Buches, das sie am Donnerstag, 25. November, ab 19 Uhr in ihren Räumlichkeiten mit einer Lesung für Erwachsene vorstellen will. Es ist die Geschichte eines neunjährigen Mädchens. „Eine fiktive Gestalt“, sagt Bertzbach, die dabei aber eigentlich ihre eigene Familiengeschichte aufblühen lässt. Per Beamer werden dann auch Bilder aus dem Buch gezeigt. Die Gastgeberin weist darauf hin, dass keine Anmeldungen erforderlich sind und kein Eintrittsgeld entrichtet werden muss.

Doch zurück zur Werkstattausstellung. Neben Katharina Bertzbachs Porzellan kamen auch Malerei und Musik zum Einsatz. Die in Venezuela geborene und mit elf Jahren nach Deutschland gekommene Koloratursopranistin Suddhii Lagrutta präsentierte mit ihrer beeindruckenden Stimme – bei Klavierbegleitung durch Danica Buric – bereits am ersten Wochenende klassisches Liedgut unter anderem von Vivaldi und Purcell. Die Malerin Regine Trarar zeigte abstrakt anmutende Landschaften und stieß dabei auf reges Interesse.

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