Kunstsommer in Ottersberg Die Kunst der Improvisation

Der Kunstsommer an der Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen hat die Organisationen diesmal wegen Corona vor ganz besondere Herausforderungen gestellt. Doch mit dem Ergebnis zeigte man sich zufrieden.
02.08.2020, 18:31
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Die Kunst der Improvisation
Von Lars Köppler

Ottersberg. Der Workshop „Kunst der Improvisation“ hat beim diesjährigen Kunstsommer an der Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) zwar nicht zu den buchbaren Programminhalten gezählt. Bei den Organisatoren der beliebten Seminarreihe „Kunst-Sommer 2020“ um Ariane Holz und HKS-Chef Ralf Rummel-Suhrcke sowie dem Dozententeam um Ariane Weidemann war gerade diese Fähigkeit jedoch besonders bei der Planung der einzelnen Kurse sehr gefragt. „Wir haben das Programm etwas abgespeckt“, bilanzierte Rummel-Suhrcke, der im Vorfeld die Kurse für Maskenbau, Stimmbildung und Tango abgesagt hatte. Neu war zudem, dass die Workshops diesmal nicht nur im Alt-Campus am Wiestebruch stattfanden, sondern aufgrund der Entzerrung auch in den Räumen an der Großen Straße.

So empfing etwa der ehemalige HKS-Absolvent Nils Rüdiger in seiner Rolle als Dozent in der ehemaligen Mensa seine Schützlinge zur abstrakten Malerei. Unter idealen Bedingungen, wie er anmerkte. Der Individualist steht bei ihm im Vordergrund: „Es geht darum, dass jeder seine Bildideen entwickelt und umsetzt.“ Auch die technischen Möglichkeiten der Malerei sollen individuell erkundet werden. „Wir haben sehr gute Ergebnisse erzielt und hatten eine gute Gruppendynamik“, freute sich Rüdiger über den gelungenen Workshop. Von Selbigem wusste auch Ariane Weidemann zu berichten, die 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur experimentellen Malerei begrüßen konnte.

Mit dabei waren auch die Damen der Stuhrer Künstlergruppe „Mach Art“, die sich von der Atmosphäre in den Räumen der Hochschule sehr angetan zeigten. „Wir lernen hier Maltechniken, die wir vorher noch nicht kannten“, erklärte Irmgard Radtke und untermauerte damit, dass man zum Lernen nie zu alt ist. Das Interesse einiger Kursteilnehmer an einem sogenannten Gasthörerstudium, bei dem Vorlesungen und zum Teil auch Seminare verschiedener Fächer ausgewählt werden können, war derweil auch Ariane Weidemann und Ralf Rummel-Suhrcke nicht verborgen geblieben. Aber auch der Fotografie-Kurs „Lichtzeichnungen“ von Wenke Wollschläger und der Kursus „Holz trifft Idee“ mit Holzbildhauerin Nicola Dormagen waren nachgefragt. Gar die vierfache Anzahl an Kindern hätte man im Kinderkurs „Zirkus Monsterus“ teilnehmen lassen können. Letztlich mussten die Organisatoren allerdings bei zehn Kindern eine Grenze ziehen.

Zwei Online-Veranstaltungen ergänzten derweil das etablierte Programm des Kunstsommers in diesem Jahr. Professor Marc Schipper brachte darin grundlegende Gedanken zur Kunstpsychologie ins Spiel. Ganz kurzfristig hingegen war der Performance-Workshop „Reality Check“ von Sara Schwienbacher in ein bundesweit abzurufendes Online-Format übersetzt worden. „Trotz angepasster Corona-Bedingungen und damit einhergehender Kürzung des Programms waren die beliebten Kunst-Workshops in der Sommerferienzeit auch diesmal gut besucht“, stellte Ralf Rummel-Suhrcke zufrieden fest.

Und auch den weiteren Arbeiten am runderneuerten Campus sieht der HKS-Geschäftsführer optimistisch entgegen. Laut Bauzeitenplan soll die Schlüsselübergabe am 13. November erfolgen, also wegen der Corona-Pandemie und damit verbundener Lieferschwierigkeiten rund sechs Wochen nach dem ursprünglich geplanten Termin.

Für Ralf Rummel-Suhrcke ist es aber verschmerzbar, dass das Wintersemester zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen hat. Derzeit werden im ersten Bauabschnitt noch die Trockenbau- und Innenputzarbeiten fortgesetzt. Für den zweiten Bauabschnitt kommt dann die Baustelleneinrichtung. Mit dem Rohbau soll nunmehr im August/September begonnen werden.

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