Kunstverein Fischerhude

Begegnungen im Buthmanns Hof

„Die jungen Wilden – Fischerhude 1911“ heißt die Ausstellung mit gut 40 Werken, die der Kunstverein Fischerhude aus privaten und öffentlichen Sammlungen zusammengestellt hat.
12.07.2020, 17:16
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Begegnungen im Buthmanns Hof
Von Jürgen Juschkat
Begegnungen im Buthmanns Hof

Die neue Ausstellung des Kunstvereins Fischerhude, "Die jungen Wilden", ist nun bis zum 1. November in Buthmanns Hof zu sehen. Die Exponate von Karin König können dort bis zum 30. August betrachtet werden.

Björn Hake

Vom Kunstverein Fischerhude organisierte Ausstellungen im Buthmanns Hof haben Tradition. In den zurückliegenden 20 Jahren wurden die Türen zu 60 Veranstaltungen mit Werken von verschiedenen Malern und Themenbereichen geöffnet. „Die jungen Wilden – Fischerhude 1911“ ist nunmehr eine weitere Ausstellung mit gut 40 Werken, die der Verein aus privaten und öffentlichen Sammlungen zusammengestellt hat.

Einen besonderen Raum nehmen die großformatigen Aktzeichnungen aus August Haakes Akademiezeit in Weimar ein. Unter dem Oberbegriff „Kunst im Giebel“ sind als modernes Gegenstück Werke von Karin König unter dem Titel „Ein Bild ist ein Souverän“ zu sehen.

„Ein Bild ist ein Souverän, man muss es betrachten und warten, bis es spricht“, sagt die gebürtige Magdeburgerin Karin König, die in Lilienthal und Worpswede arbeitet. Die Künstlerin, die ein Architektur-Studium an der Technischen Hochschule Braunschweig absolvierte, präsentiert eindrucksvoll colorierte Lithografien, Bilder in Reservierungstechnik und Collagen. Seit 1974 sind ihre Werke regelmäßig in Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen zu sehen. „Das Litho, das man als letztes gedruckt hat, findet man am besten. Das ist immer so“, erklärte die Künstlerin.

Die Kunstbegeisterte bildet Alltagsszenen nicht naturalistisch ab. Vielmehr transportiert sie die Stimmung, die eine Beachtung bei ihr ausgelöst hat, in ihre Bildideen. Es wird ihren Arbeiten nachgesagt, dass diese „Hintergrund und Humor“ haben. „Künstlerische Ansätze sehe ich da, wo Form und Farbe in wechselseitiger Ergänzung es ermöglichen, aus den vielfachen Dimensionen eines thematischen Gedankens ein zweidimensionales Bildwerk zu erstellen.“

Wer im zweiten Obergeschoss im Buthmanns Hof in den Raum mit den König-Werken tritt, dem fallen eingangs Bilder mit roten Elementen besonders auf. Rot dominiert auch bei dem 2006 entstandenen Bild mit dem Titel „Zuneigung“, das in der Reservierungstechnik entstanden ist.

Offiziell eröffnet wurde die Ausstellung „Die jungen Wilden – Fischerhude 1911“ am Sonntag mit einer Feierstunde, bei der Kunstvereins-Vorsitzender Wolf-Dietmar Stock – Maler und Verleger – in einem Vortrag auf die „jungen Wilden“ einging und dabei zwei Werke von August Haake aus der damaligen Zeit in den Vordergrund stellte. Zu den Exponaten „Sanddüne in der Surheide“ und „Entenhäuschen“ erzählte er dem lauschenden Publikum auf den auf Distanz gehaltenen Stühlen zwei interessante und informative Geschichten. „Diese Ausstellung stellt einen Neuanfang auch im kunsthistorischen Sinne dar“, erklärte Stock.

„Die Bilder da oben erzählen tatsächlich Geschichten – alte Geschichten“, urteilte Barbara von Monkiewitsch, die zweite Vorsitzende des Kunstvereins. Bürgermeister Tim Willy Weber verdeutlichte seine Beziehung zur Kunst: „Man muss warten, bis ein Bild zu einem spricht.“ Für die musikalische Begleitung bei der Eröffnung sorgten in diesem festlichen Rahmen mit Geige beziehungsweise Cello Anna und Ulf Schade.

Die Werke der „jungen Wilden“ sind ab sofort bis einschließlich 1. November in Buthmanns Hof, Im krummen Ort 2, zu sehen, die Exponate von Karin König bis 30. August. Führungen durch die Ausstellung werden jeden Sonntag um 15 Uhr angeboten. Anfragen für Gruppenführungen können unter der Telefonnummer 0 42 93 / 78 66 76 und während der Öffnungszeiten des Kunstvereins gestellt werden. Die Öffnungszeiten sind jeweils von Mittwoch bis Sonnabend von 14.30 bis 17.30 Uhr sowie am Sonntag von 11.30 bis 17.30 Uhr. Der Kunstverein Fischerhude weist darauf hin, dass seine Räume nur mit Mund- und Nasenschutz betreten werden dürfen. Außerdem sind nur jeweils 20 Personen gleichzeitig zugelassen, weitere Besucher müssen dann warten.

Der Kunstverein Fischerhude wird später vom 6. September bis 1. November Friederike Latzko ebenfalls ein „Schaufenster“ für ihre Werke als „Gemalte Geheimnisse“ bieten. Die in Remscheid geborene Malerin hat an der Musikhochschule Köln und an der Hochschule für Künste Berlin studiert.

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