Das Porträt

Multitalent mit Hang zum Theater

Der in Fischerhude aufgewachsene Schauspieler Felix Isenbügel ist durch eine Hauptrolle bei der TV-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ bekannt geworden. Nun hat er sein erstes Kinderbuch veröffentlicht.
11.03.2020, 14:50
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Von Antonia Blome
Multitalent mit Hang zum Theater

Von Berlin nach Fischerhude und zurück nach Berlin ging es für Felix Isenbügel.

Sebastian Geyer

Er ist im Theater und auf Filmsets zu sehen, arbeitet als Synchronsprecher und Bühnenautor – Felix Isenbügel schlüpft täglich in die verschiedensten Rollen. „Was meinen Beruf für mich so besonders und aufregend macht, ist, dass man mit jeder Aufgabe etwas Neues dazulernt“, schwärmt der 33-Jährige. So manchem Seifenopern-Anhänger dürfte Isenbügel, der seine Kindheit in Fischerhude verbrachte, durch seine Rolle als Carsten Reimann bei der TV-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ) bekannt sein. Nun macht der Schauspieler ein weiteres seiner Hobbys zum Beruf: Der Familienvater hat sein erstes Kinderbuch „Der Schneegenbogen“ veröffentlicht.

Felix Isenbügel wurde in Berlin geboren. Als er eineinhalb Jahre alt war, kam seine Schwester zur Welt und die Familie zog den Kindern zuliebe aufs Land – Fischerhude im Flecken Ottersberg war das Ziel. „Fischerhude erinnert mich an meine behütete Kindheit“, lässt er wissen. Isenbügel wuchs mit Pferden auf, blickt zurück auf lange Ausritte und eine enge Verbindung zu Tier und Natur. Heute erinnert er sich gern an diese „idyllische Zeit“, wie er sagt.

Erste Bühnenerfahrung als Schüler

Acht Jahre lang besuchte Isenbügel die Waldorfschule Ottersberg und schon damals verschlug es ihn auf die Bretter, die die Welt bedeuten. „Alle zwei Jahre veranstalteten wir in der Schule ein Theaterstück“, erinnert er sich an seine ersten Bühnenerfahrungen. „Die schauspielerische Arbeit begeisterte mich schon damals.“ Neben dem Theater sang er im Orchester. Diese Interessen habe er nicht zuletzt seinen Eltern zu verdanken, die Kunst und Kultur zu einem großen Bestandteil seines Lebens gemacht hätten. Oft besuchten er und seine Familie die Oper und das Theater. Seine Zeit in Fischerhude habe ihm den Weg zur Schauspielerei geebnet, ist sich Isenbügel heute sicher.

Als Jugendlicher bewarb sich Isenbügel auf einen Platz an der Berliner Schauspielschule Charlottenburg. Getreu dem Motto „wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, schummelte sich der Jugendliche, der damals noch nicht ganz 17 Jahre alt war, für seine Bewerbung ein Jahr älter – und erhielt eine Zusage. Prompt verließ er die vertraute Heimat und machte sich alleine auf den Weg in die Metropole. „Für mich war das Leben in der Großstadt ein großes Abenteuer“, erinnert er sich an seine Anfangszeit in Berlin. Nebenbei absolvierte der 33-Jährige ein Gesangsstudium.

Zwei Jahre bei GZSZ

Die Schauspielschule besuchte Isenbügel drei Jahre lang, bis es ihn in eine ganz andere Richtung lenkte. Er tauschte die Bühne gegen das Filmset ein und übernahm eine Rolle bei GZSZ. Der Berliner verkörperte den Stabsgefreiten Carsten Reimann. Dieser lernt in der Serie Lenny Cöster bei der Bundeswehr kennen und lieben. Lenny kann sich seine Gefühle für Carsten zunächst nicht eingestehen, zu groß ist die Angst vor ihrem homophoben Umfeld. Nachdem die Liebesgeschichte von Anfang an auf viel Resonanz beim Publikum stieß, wurden Isenbügel und sein Kollege Teil der Hauptbesetzung.

„Das war großartige Arbeit“, lobt er rückblickend. „Die Geschichte wurde sehr feinfühlig und ohne Klischees erzählt.“ Kein Wunder also, dass die Romanze zwischen Carsten und Lenny hohe Wellen schlug. Deutsche Fans hätten die Episoden mit entsprechenden Untertiteln ins Netz gestellt, wodurch die Geschichte auch in Ländern wie Russland oder China bekannt geworden sei. „Mich erreichte ein sehr positives Echo, viele Zuschauer aus aller Welt schrieben mir, dass ihnen meine Rolle ihr eigenes Outing erleichterte“, erzählt er. Insgesamt zwei Jahre verbrachte er in der Besetzung der Seifenoper. Anschließend sei die Geschichte „auserzählt“ und Isenbügel für neue Projekte bereit gewesen.

„Möchte arbeiten, bis ich umfalle“

Zwischen der Arbeit an einem Filmset und auf der Bühne bestünden große Unterschiede. Eine Präferenz hat der 33-Jährige nicht, jedoch sei die Bühne seine große Leidenschaft und das Grundhandwerk für seine anderen Tätigkeiten. Zurzeit lebt er wieder in Berlin und arbeitet am Theater Brandenburg an der Inszenierung „Faust“ als Schauspieler mit. Daneben ist er bei bekannten Serien von Streaming-Anbietern wie „The Witcher“ oder „Riverdale“ als Synchronsprecher tätig und leiht Schauspielern die deutsche Stimme. Sein facettenreiches Berufsleben führt ihn nicht nur durch ganz Deutschland, sondern auch nach Österreich oder in die Schweiz. „Ich möchte arbeiten, bis ich umfalle“, beschreibt Isenbügel seine Zukunftspläne lachend.

Neben dem Trubel genug Zeit für seine Familie zu finden, ist dem Schauspieler wichtig, betont er. Diese sei für ihn schließlich auch eine Quelle der Inspiration. Vor zwei Jahren begann der Familienvater, eine Geschichte für seinen Sohn zu verfassen. Aus der spontanen Idee ist nun ein Buch für Kinder ab vier Jahren geworden, das die Themen Freundschaft und Verlust behandelt. Ein junges Publikum hat sich Isenbügel bereits aufgebaut, denn der Schauspieler ist auch im Kindertheater tätig. Nun möchte er mit seinem Kinderbuch einen Schritt weiter gehen, denn „es ist etwas ganz Besonderes, wenn man Kinder mit Musik oder einer Geschichte berühren kann“.

Zum Inhalt: Der erste Schnee fällt und ein kleiner Junge baut kurzerhand einen Schneemann. Die beiden werden Freunde, doch sobald die Temperaturen steigen, gerät ihre Freundschaft in Gefahr. Allein der Schneegenbogen kann dem ungleichen Duo nun helfen.


Felix Isenbügels Kinderbuch „Der Schneegenbogen“ ist unter
www.wissensglückverlag.de erhältlich.

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