Ortsrat Ottersberg

Runder Tisch soll Durchbruch bringen

Die Ottersberger Politik und Verwaltung haben erneut einen Anlauf unternommen, um das massive Krähen-Problem im Ottersberger Ortskern doch noch zu lösen. Ein Runder Tisch soll nun den Durchbruch bringen.
30.06.2020, 16:20
Lesedauer: 2 Min
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Runder Tisch soll Durchbruch bringen
Von Lars Köppler
Runder Tisch soll Durchbruch bringen

Wie ein Mahnmal thront diese Krähenfigur auf dem Ottersberger Kreisel. Die intelligenten Vögel spielen den Ottersberger Bürgern mit ihren Eigenarten übel mit.

Bürgerinitiative "Krähenfreies Ottersberg"

Zwei kurzfristig für die Tagesordnung nominierte Anträge haben am Montagabend den Takt der Sitzung des Ottersberger Ortsrates bestimmt. Seit Jahrzehnten bereits beschäftigen die besonders im Ortskern stets wiederkehrenden Krähenkolonien die Verwaltung, Politik und betroffenen Bürger gleichermaßen. Nach zahlreichen Anläufen, das Problem mit den geschützten Tieren durch eine Vertreibung aus dem Ortskern zu lösen, soll nun ein neuer Versuch unternommen werden. Während Klaus Rebentisch (CDU) einen Antrag auf Durchführung von Vergrämungsmaßnahmen bezüglich der Krähenkolonien im Ottersberger Ortskern gestellt hat, will Friedrich Bartels (Freie Grüne Bürgerliste Ottersberg) nach Sottrumer Vorbild agieren und hat die Einrichtung eines Runden Tisches unter Mitwirkung der Verwaltung, Politik, Naturschutzbehörde und betroffener Bürger beantragt.

Ähnlich wie im Spätsommer vergangenen Jahres, als der Ortsrat zuletzt um Lösungsansätze rang, waren auch diesmal rund 20 Besucher zu der Abendsitzung im Ottersberger Rathaussaal erschienen, um ihren Unmut über die aktuelle Situation zum Ausdruck zu bringen, denn die Anwesenheit der Krähen führe ihren Angaben zufolge verstärkt zu Belästigungen für die Anlieger durch lautes Geschrei und Exkremente. Unter den betroffenen Einwohnern ließen sich auch Vertreter der im April dieses Jahres gegründeten Bürgerinitiative „Krähenfreies Ottersberg“ (wir berichteten) im Ratssaal blicken.

Beeinträchtigung der Lebensqualität

„Vergrämung“ heißt derweil der Ansatz, den nunmehr Klaus Rebentisch ins Spiel gebracht hat. „Wir haben im Kernort seit Jahrzehnten mit Krähenkolonien zu tun. Die Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Kot und Geschrei der Vögel ist allgegenwärtig. Uns liegt die Information vor, dass die Unterschutzstellung seit Herbst vergangenen Jahres ausgelaufen ist“, erklärt der Christdemokrat, der eine Prüfung fordert, ob Vergrämungsmaßnahmen wie das Ausspritzen der Horste mit Wasser oder vereinzelte Abschüsse durch ansässige Jäger zulässig und sachgerecht wären. Ziel der Maßnahme ist laut Rebentisch dabei ausdrücklich nicht die merkliche Reduzierung der Krähen, sondern deren Umsiedlung in nicht bewohnte Gebiete wie die Wümmewiesen.

Friedrich Bartels geht es mit seinem Antrag auf Einrichtung eines Runden Tisches ebenfalls um die massive Population der Saatkrähen im Ortskern, aber auch um die wachsende Zahl von Elstern in Teilen des Fleckens Ottersberg. So hätten die Elstern in manchen Außenbereichen die Rabenkrähen aus ihren Revieren vertrieben. Bartels befürchtet zudem, dass Ottersberg seine Attraktivität für Touristen, Besucher der Fachwerkkirche oder auch Hochzeitsgesellschaften verliere. „Jetzt ist die Zeit, für die Brutperiode 2021 dringend nötige Schritte zu beschließen. Die vom Ortsrat am 28. August 2019 initiierte Anfrage an die Samtgemeinde Sottrum hat ergeben, dass die Vergrämung in Stuckenborstel sehr erfolgreich war. Den dortigen Maßnahmen war auch ein Runder Tisch vorausgegangen“, sieht Bartels für Ottersberg ähnlich gute Chancen, das Problem endlich in den Griff zu bekommen.

Knallanlage als Lösung?

Dass die Ortsratsmitglieder die beiden Anträge positiv beschieden haben, lässt derweil zwar auf eine Lösung des Krähen-Problems hoffen, doch die Hürden sind weiterhin hoch. "Die Vögel sind naturschutzrechtlich weiterhin geschützt und dürfen nicht bejagt werden“, hatte Bauamtsleiter Ralf Schack schon bei der vorherigen Sitzung auf die rechtliche Situation hingewiesen.

Wie man den intelligenten Vögeln beikommen könnte, zeigt sich derweil am Beispiel der Gemeinde Sottrum. Dort sorgt eine sogenannte Knallanlage in einem automatischen Intervallmodus für laute Geräusche, die den Krähen nicht behagen.

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