Standortfrage für Ortsfeuerwehr

Kameraden bevorzugen Osterfeuerplatz

Die Kameraden der Ottersberger Ortsfeuerwehr wollen künftig ihre Einsätze vom neuen Standort am Fährwisch aus ansteuern. Um den Neubau zu verwirklichen, muss jedoch der Flächennutzungsplan geändert werden.
10.01.2021, 15:51
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Kameraden bevorzugen Osterfeuerplatz
Von Lars Köppler

Das Dilemma ist schon seit längerer Zeit bekannt: Die vorhandenen Räumlichkeiten der Ottersberger Feuerwehr am Rathaus sind nach den heutigen Maßstäben nicht mehr ausreichend. Damit sich dieser Zustand möglichst bald zum Positiven verändert, laufen hinter den Kulissen intensive Gespräche darüber, wie die Standortfrage künftig geregelt werden kann und soll. Vertieft werden sollen diese während der nächsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Gebäudemanagement, der am Donnerstag, 14. Januar, in Form einer Videokonferenz ab 19.30 Uhr tagt.

In der Vergangenheit sind derweil mehrere verschiedene Varianten der Neuausrichtung besprochen worden, wie etwa ein Umbau des bestehenden Gebäudes beim Rathaus oder ein Neubau auf der großen Freifläche beim Sportgelände am Fährwisch – dem sogenannten Osterfeuerplatz. Für Letzteres haben sich bereits die Kameraden der Ottersberger Ortsfeuerwehr ausgesprochen. Und auch Politik und Verwaltung sind im Dialog mit den Brandschützern zu dem Schluss gekommen, dass ein Neubau die bessere Alternative sei. Dieser Standort würde alle Anforderungen wie zum Beispiel die Erreichbarkeit durch die Kameraden und die zentrale Lage im Zuständigkeitsgebiets der Ortsfeuerwehr Ottersberg erfüllen, so das Ergebnis der akribischen Standortuntersuchung.

Denn weil es aufgrund der Nähe zum Landschaftsschutzgebiet und des künftigen Überschwemmungsgebietes zunächst Bedenken gab, hat ein Abstimmungstermin mit den zuständigen Fachdiensten des Landkreises Verden stattgefunden. „Als Ergebnis konnte festgehalten werden, dass der Standort am Fährwisch auch unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher, wasserrechtlicher und städtebaulicher Belange möglich ist“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Die Untersuchungen hätten zudem ergeben, dass der Standortwechsel mit einem Neubau am Fährwisch mehrere Vorteile bringen würde. So könne etwa die empfohlene Einsatzzeit im Gegensatz zum Standort an der Grünen Straße eingehalten werden, insbesondere bei Autobahneinsätzen. Zudem gewährleiste der Standort eine bessere Sichtbarkeit der Feuerwehr im Ort, verbunden mit einer zusätzlichen Belebung des Platzes durch die Präsenz der Feuerwehr, die möglicherweise vor Vandalismus schützt.

Es werde außerdem Fläche im Kern gespart, und beim Bau könnten Synergien mit dem Bau der Rettungswache genutzt werden, zum Beispiel ein gemeinsamer Bauantrag und eine gemeinsame Heizungsanlage. Weiterer Pluspunkt: Die Zu- und Abfahrtssituationen am Standort Fährwisch sind durch die Anordnung auf dem Gelände bereits sicher. Ein Kreuzen wird durch die Pkw-Zufahrt hinter der Einsatzfahrzeugausfahrt verhindert. Doch auch ein Verbleib an der Grüne Straße wäre durchaus sinnvoll, so hätten die Feuerwehrkameraden im Rathaus und E-Werk einen kürzeren Weg, die Aufstellung der Bauleitplanung würde voraussichtlich schneller gehen, und der Platz am Fährwisch würde weiter für das Osterfeuer und als Zirkusplatz zur Verfügung stehen. Das geforderte Konzept für die Nachnutzung der bisherigen Räume ist bisher jedoch nicht vorhanden. Dieses Kriterium gilt aber für beide Standorte, da auch am Rathaus ein Neubau zu planen wäre und dadurch die jetzt genutzten Räume frei werden.

Für den Gebäudeneubau der Ortsfeuerwehr mit geplanter Fertigstellung in 2023 ist nunmehr allerdings eine Standortentscheidung erforderlich. Ein Ziel ist, ordentliche Stellplätze für zwei Rettungswagen zu haben, mit Option auf Erweiterung. Um einen Neubau auf dem Osterfeuerplatz zu verwirklichen, müssen aber zuerst die planungsrechtlichen Voraussetzungen von der Politik geschaffen werden. Dafür ist die Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) erforderlich. Zurzeit ist für diesen Bereich eine Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Sportfläche“ dargestellt. Dies müsste in die Zweckbestimmung „Feuerwehr“ geändert werden.

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