Otterstedter See

Kampf gegen das Blaualgen-Problem

Seit Jahren schränkt das erhöhte Aufkommen von Blaualgen die Nutzung des Otterstedter Sees stark ein. Nun soll durch ein wissenschaftlich-fundiertes Vorgehen eine nachhaltige Lösung geschaffen werden.
22.09.2020, 05:00
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Kampf gegen das Blaualgen-Problem
Von Marius Merle
Kampf gegen das Blaualgen-Problem

Idyllisch gelegen ist der Otterstedter See, doch das hohe Aufkommen von Blaualgen sorgt für getrübten Badespaß.

Björn Hake

Der Otterstedter See bereitet aufgrund der dortigen Blaualgenentwicklung weiterhin Sorgen. Daran hat auch die Eingabe des Mineralstoffes Benthophos im Februar nur bedingt etwas geändert. Daher war der See, was die Wasserqualität angeht, auch in diesem Sommer größtenteils wieder nur eingeschränkt zum Baden geeignet. Darunter leidet seit Jahren nicht nur die Naherholung in dem Gebiet, sondern auch der Gaststättenbetrieb vor Ort. Nun möchte der Flecken Ottersberg Maßnahmen und Untersuchungen einleiten, die eine dauerhafte und nachhaltige Sicherung der Nutzbarkeit des Badegewässers sicherstellen sollen.

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Wie dies grob aussehen soll, das hat die Verwaltung kürzlich in einer gemeinsamen Sitzung des Umwelt- und Landschaftspflegeausschusses und des Otterstedter Ortsrates angesprochen. Ein wichtiger Bestandteil sind demnach wissenschaftliche Untersuchungen etwa im Bezug auf die Frage, wo das Phosphor im See, welches zur vermehrten Blaualgenbildung führt, wirklich herkommt. Zudem soll ein laufendes Monitoring Werte über die Änderungen im Sauerstoffgehalt oder zu Grundwasserständen liefern. Auch von Sofortmaßnahmen wie der weiteren Benthophos-Eingabe ist die Rede.

Für all das rechnet die Verwaltung für die Jahre bis 2022 mit Kosten von rund 450 000 Euro. Da aber etwa 350 000 Euro Fördermittel vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erwartet werden, wird der Gemeindehaushalt den Planungen zufolge nur mit etwas weniger als 100 000 Euro belastet. Klar ist aber auch, dass für die Umsetzung der Ideen nach 2022 weitere Kosten anfallen werden.

Kein Benthophos-Soforteffekt

Damit die „wissenschaftlich-fundierte Vorgehensweise“, wie sie Bürgermeister Tim-Willy Weber nennt, auch Hand und Fuß hat, soll ein Projektsteuerer eingesetzt werden. „Diese Position wird dieses Jahr noch ausgeschrieben“, kündigte Ralf Schack, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, an. Bis Ende 2022 sollen dann die entsprechenden Aufgaben vergeben werden. Die Kosten für die Benthophos-Eingabe in diesem Jahr sind im Übrigen auch schon förderfähig. Das Mittel hatte nach der Verwendung zunächst nicht den erwünschten Erfolg im Kampf gegen die Blaualgen gehabt, scheint aber auf längere Sicht schon einen Effekt zu haben, schilderte Weber und ergänzte: „Es gibt noch kein Ergebnis, warum es diese Schwankungen gibt.“

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Dass das Problem in der Vergangenheit noch nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte, sei nach Ansicht des Gemeindeoberhauptes zum einen darin begründet, dass es sich um ein „komplexes Thema“ handelt, aber auch in der Uneinigkeit zwischen Verwaltung und Rat bezügliches des richtigen Vorgehens. Damit sich das ändert, wurden von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit den Fraktionen Ziele und gemeinsames Vorgehen formuliert, welche für die Zukunft als Grundlage dienen sollen.

Die zwei wesentlichen Ziele lauten „Gesundung des Sees, ökologische Qualität verbessert sich, Sedimentschicht baut sich ab“ und „Badebetrieb/Naherholung wird aufrechterhalten, Gaststättenbetrieb wird aufrechterhalten“. Erreicht werden soll dies durch das genannte Erstellen einen Gesamtkonzepts und der darauf folgenden Abarbeitung des Maßnahmenplans. Zudem sollen während dieser Untersuchungen schon sogenannte „flankierende Maßnahmen“ wie Grünschnitt, eine Seerosenernte oder die Installation einer Toilettenanlage in Angriff genommen werden.

Ergebnisoffenes Verfahren

Wichtig ist, dass bei allen Beteiligten eine gewisse Ergebnisoffenheit vorhanden ist, je nach Untersuchungsergebnis von einer bisherigen Meinung zum richtigen Vorgehen auch abzurücken. Denn nur so kann ein gemeinsamer Auftritt von Verwaltung und Politik gelingen. Diesbezüglich war das Abstimmungsergebnis über die Ziele und das Vorgehen schon einmal ein erster kleiner Schritt. Denn der Fachausschuss und der Ortsrat stimmten einstimmig dafür.

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