Projekt „LebensArt“

Räume für Träume

Kultur und Wohnen in Gemeinschaft: So lautet die Maxime des Kultur- und Wohnprojekts „LebensArt“ in Ottersberg. Für diese Zwecke soll der Alt-Campus der Ottersberger Hochschule am Wiestebruch umgebaut werden.
27.09.2019, 16:34
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Räume für Träume
Von Lars Köppler
Räume für Träume

HKS-Chef Ralf Rummel-Suhrcke (rechts) feiert mit den Verantwortlichen des LebensArt-Projekts die Übergabe des Gebäudes.

Michael Galian

Es ist ein ambitioniertes Kultur- und Wohnprojekt, das auf Nachhaltigkeit basiert und Menschen unterschiedlicher Generationen und Interessen eine Heimat bieten soll. Kultur und Wohnen auf dem 5140 Quadratmeter großen Areal des Alt-Campus der Ottersberger Hochschule mit Blick auf das Wiestetal – das ist die Idee, die hinter dem Projekt „LebensArt“ steckt. Nach vierjähriger Vorbereitungs- und Planungsphase im Hintergrund war am Freitag für die Akteure die Zeit gekommen, den aktuellen Stand und die nächsten Schritte in die Öffentlichkeit zu tragen. „Ich freue mich, dass wir diesen Tag erreicht haben“, zeigte sich HKS-Geschäftsführer Ralf Rummel-Suhrcke auch erleichtert darüber, dass sich die Geduld ausgezahlt habe.

Rund eine Million Euro hat sich die stetig wachsende Gruppe um Tine Pockels, Doris Plaat und Architekt Thomas Isselhard den Eigentümerwechsel des Alt-Campus kosten lassen. Mittlerweile ist der Verkauf notariell über die Bühne gegangen, sodass auch die Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) mit ihrem Umbau des neuen Campus an der Großen Straße am kommenden Montag beginnen kann. „Das ist ein perfektes Timing“, sagte Rummel-Suhrcke, der bis zum vollständigen Umzug aus dem Alt-Campus, der nach und nach vollzogen werden soll, nunmehr in die Rolle des Mieters für die bis dahin weiter von der Hochschule genutzten Räume schlüpft.

18 Wohneinheiten geplant

Mit großer Euphorie sind derweil die Mitglieder des Kulturvereins, der den kulturellen und gemeinnützigen Teil des Projektes abdeckt, und der jüngst gegründeten GmbH & Co. KG, die sich um den Bereich Wohnen kümmert, bei der Sache. Zwar werde es nach Einschätzung von Architekt Thomas Isselhard wohl noch bis 2022 dauern, bis die ersten Wohnungen bewohnbar sind, dennoch ist die Vorfreude ungebremst. "Wir wollen Räume für Menschen schaffen, die gemeinsam und trotzdem selbstbestimmt in einem respektvollen Miteinander zusammenleben", beschreibt Tine Pockels die Maxime. "Hier kann man sich sogar seinen Nachbarn aussuchen", ergänzt Isselhard. Insgesamt sollen 18 abgeschlossene Wohneinheiten mit Bad und Küche in Größen zwischen 40 und 150 Quadratmetern nach Süden ausgerichtet, also mit Blick auf die Wiesen, entstehen. Rund 80 Prozent der Wohnungen sollen laut Isselhard, der sich auf nachhaltiges Bauen spezialisiert hat, barrierefrei zugänglich sein.

Unter dem Dach des Gebäudes soll demnach Wohnraum für Familien, Paare, Singles, aber auch Wohngemeinschaften geschaffen werden. Geplant sind auch zwei bis drei Wohnungen, die im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus staatlich gefördert werden. Ebenso werden Räume wie zum Beispiel Waschküche, Werkstatt, Abstellraum und Sauna für die gemeinschaftliche Nutzung gebaut. Apropos Förderung: Die energetische Sanierung wird mit öffentlichen Mitteln der KfW-Förderbank finanziert.

Kulturelles Zentrum

Im Einklang mit der Natur und durch die gemeinschaftliche Nutzung sollen zukunftsweisende Ressourcen geschont werden. Entstehen sollen auf dem Grundstück zudem Freiräume für alle Formen des künstlerischen Schaffens, in denen Kreativität und gemeinsame Aktivitäten von gegenseitiger Inspiration und Unterstützung geprägt werden sollen. „In Verbindung mit anderen kulturellen Initiativen wird es gelingen, gemeinsam Projekte umzusetzen“, sagt Tine Pockels und fügt hinzu: „Mit öffentlichen Angeboten und Veranstaltungen wollen wir ein kulturelles Zentrum sein, das in die Umgebung ausstrahlt.“

Neben Ateliers, Musik- und Tanzräumen sollen zudem Praxisräume für therapeutische und soziale Aktivitäten sowie Platz für studentisches Wohnen und Sozialwohnungen entstehen. Auch ein Café und Restaurant, Bed & Breakfast-Übernachtungsmöglichkeiten, eine Kinderbetreuung und ein Reiki-Institut sollen den ehemaligen Alt-Campus der Hochschule möglichst bald mit Leben füllen.

Nach dem jüngst erfolgten Kauf des Gebäudes und des Grundstücks läutet Isselhard nun „die spannende Phase des Umbaus und der Gestaltung von neuen Kultur- und Wohnräumen“ ein. Bei dem Bauprojekt sollen sich modernste ökologische Aspekte mit zukunftsweisendem Energiestandard in einem zeitgemäßen Erscheinungsbild treffen.

Info

Zur Sache

LebensArt

Das Projekt "LebensArt" steht organisatorisch auf drei Säulen. Neben dem Verein, der die gemeinschaftlichen Räume für kulturelle Zwecke schafft, wird die GmbH & Co. KG gemeinschaftliches Wohnen ermöglichen. Die Stiftung Kunst und Kultur Ottersberg soll ergänzend Sorge dafür tragen, dass der Ort langfristig ein kultureller Begegnungsort bleibt. Ab der Gründung im November 2019 soll ein handlungsfähiges Stiftungsvermögen aufgebaut werden. Die Fördertätigkeiten werden nach Fertigstellung des Umbaus und der Sanierung aufgenommen.

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