Schwimmen

Stammgast im Otterstedter See

Götz Paschen vom TSV Ottersberg trainiert in seiner Heimat regelmäßig für Wettkämpfe als Freiwasserschwimmer und sieht das als Bewegungsausgleich.
19.09.2018, 20:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Brunetti
Stammgast im Otterstedter See

Ob Tag, ob Nacht: Götz Paschen, Freiwasser-Schwimmer des TSV Ottersberg, trainiert zu jeder Zeit im Otterstedter See.

Michael Braunschädel

Im Otterstedter See ist aktuell die Wahrscheinlichkeit groß, auf Götz Paschen zu treffen. Der Schwimmer vom TSV Ottersberg bereitet sich hier nämlich auf seinen letzten Wettkampf seiner Freiwasser-Saison vor: Dem Hafenschwimmen in Wilhelmshaven am 29. September. Dort wird er 2,6 Kilometer absolvieren – darauf ist Verlass. „Ich bin keiner, der absagt. Wenn ich mir etwas vorgenommen habe, dann ziehe ich es durch“, betont der 50-Jährige. Während der Schwimm-Veranstaltungen kommt Paschen aber auch gar nicht in Versuchung, vorzeitig abzubrechen. Er weiß, was er sich zumuten kann und wählt vorher immer eine entsprechende Vorbereitung. „Ich könnte nicht einfach irgendwo hinfahren und sagen: Dann gucken wir mal, was passiert“, sagt Paschen.

In seiner Heimat hat er eine Lieblingsstrecke. „Zurzeit schwimme ich achtmal 400 Meter, also insgesamt 3,2 Kilometer. Das dauert circa eine Stunde.“ Dieses Training am Otterstedter See absolviert Paschen meistens am Wochenende, aufgrund seiner beruflichen Zwänge weicht der Besitzer des Torfkuriers aber auch mal auf das Nachtschwimmen aus. „Ich schwimme dann da, wo ich Licht finde“, erklärt er.

Daneben nimmt der zweifache Familienvater auch regelmäßig am Vereinstraining des TSV teil. Schafft er es zu einer der beiden Einheiten am Otterbad nicht, dann versucht der Otterstedter das wöchentliche Training der DLRG wahrzunehmen. Seinen Klub lobt er über den grünen Klee: „Mit Astrid Veith haben wir eine gute Trainerin, die hat was drauf. Grundsätzlich macht der TSV Ottersberg unter dem Vorsitzenden Gerd Abersbach eine Spitzen-Vereinsarbeit.“

Lebenslang TSV Ottersberg

Er selbst werde dem TSV nun wohl auch lebenslang die Treue halten, ein Austritt aus dem Vereinssport ist nicht mehr angedacht. „Schwimmen ist eine Sportart, die man lebenslänglich machen kann“, sagt Paschen. Sollte nun aber der Eindruck entstehen, der 50-Jährige sei ein überaus professioneller Sportler, dann ist das nicht richtig. Zwar nimmt Paschen das Schwimmen schon ernst, dennoch ist es bei ihm mehr als Hobby zu sehen. Sicherlich will er in seiner Altersklasse hin und wieder auch mit guten Platzierungen glänzen, meist aber gehe es ihm lediglich darum, die Strecke zu schaffen. Paschen skizziert: „Oft schwimmen Leute mit, die absolvieren in der Woche über 60 Kilometer. Mit solchen Leuten kannst du dich nicht vergleichen. Das ist eine ganz andere Liga. Und im offenen Wettkampf, wenn da 20-Jährige dabei sind, dann machst du da in meinem Alter sowieso nichts mehr.“

Wenngleich das Schwimmen für ihn hauptsächlich einen Bewegungsausgleich sowie Ort der Ruhe darstellt, liefert Paschen immer wieder gute Ergebnisse. Seine Stärke ist die Ausdauer. Das belegte insbesondere das 24-Stunden-Schwimmen in Münster 2017. Dort landete der TSV-Schwimmer mit über zehn Stunden Schwimmzeit als Dritter auf dem Treppchen. Dieser Wettkampf gehört für ihn genauso zum persönlichen Highlight wie das zuletzt absolvierte Weser-Marathon-Schwimmen. Für ihn sei es schon eine Leistung gewesen, die 42,2 Kilometer von Rinteln nach Minden zu absolvieren.

All seine Wettkämpfe finden in Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen statt. „Weiter fahre ich nicht“, sagt Paschen. Übrigens ist er erst seit acht Jahren wieder im Schwimmverein. Vorher blieb der Saxofonspieler dem Vereinssport mehr als 20 Jahre fern, begnügte sich mit Besuchen im öffentlichen Schwimmbad. Eine Ursache waren die langen Strecken mit dem Fahrrad, die Paschen im Rahmen seiner Gründung und Tätigkeit des nun 25 Jahre alten Torfkuriers zurücklegen musste.

Kein Ende in Sicht

Nun, das versichert er, wird er dabei bleiben. Dafür hat der Sport für ihn zu positive Auswirkungen. „Ich hatte in meinem Leben noch nie Rückenschmerzen. Ich weiß gar nicht, was das ist“, sagt Paschen lachend. Schon jetzt hat sich Paschen die ersten Schwimmveranstaltungen für 2019 ausgeguckt. Unter anderem plant er, wieder am 24-Stunden-Schwimmen in Münster teilzunehmen. Demnach bleibt der 50-Jährige ein Stammgast am Otterstedter See.

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