Gemeindebücherei Ottersberg Starker Partner für die Lesestube

Mit der Gründung eines Fördervereins wollen engagierte Ottersberger die Gemeindebücherei finanziell unterstützen und der Lesestube damit zu einem besseren Angebot verhelfen. Die Gründung soll im März erfolgen.
10.02.2020, 15:36
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Starker Partner für die Lesestube
Von Lars Köppler

Es soll ein spannender Tag für die Zukunft der Ottersberger Gemeindebücherei werden. Und wie in einem guten Buch oder Film üblich, möglichst in einem Happy End gipfeln. Tobias Woelki und Uwe Dammann, zwei Journalisten und Kulturfreunde aus Ottersberg, sind jedenfalls fest entschlossen, der beliebten – aber wegen fehlender Mittel auch in ihrem Angebot limitierten – Lesestube durch die Gründung eines Fördervereins in der Not zu helfen.

Erste Sondierungsgespräche haben bei diversen Vorbereitungstreffen schon stattgefunden, am Montag, 23. März, soll der Förderverein im Rahmen einer um 19 Uhr im Ottersberger Rathaus beginnenden öffentlichen Veranstaltung gegründet werden.

Fakt ist: Die Gemeindebücherei auf dem Gelände der Wümmeschule hat einen schweren Stand. Seit Jahren muss sie mit einem knappen Budget auskommen, während der Lesestoff immer teurer wird. Ähnlich wie beim Ottersberger Hallenbad, das nicht zuletzt durch die Gründung eines Fördervereins wieder in ruhigere Fahrwasser kam, soll nun auch der Gemeindebücherei geholfen werden. „Ich denke, dass Bücher immer noch eine hohe Anziehungskraft durch die Haptik und das Umblättern haben“, erklärt Tobias Woelki, der bei der Gründungsveranstaltung definitiv für einen Vorstandsposten kandidieren wird. Ziel des Fördervereins soll nach der laut Uwe Dammann bereits entworfenen und noch von einem Rechtsanwalt zu prüfenden Satzung die Förderung von Bildung, Kunst und Kultur – insbesondere Literatur – sein. Einige Mitstreiter haben Woelki und Dammann bereits gefunden.

Werbetrommel wird gerührt

Etwa Ute Wildung, die sich einen Posten als zweite Vorsitzende durchaus vorstellen kann. Oder der Gitarrist Thomas Brendgens-Mönkemeyer, der seine Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert hat, indem er Kulturveranstaltungen zugunsten der Bücherei organisieren möchte. Weitere Mitglieder will das Duo derweil bei der öffentlichen Gründungsveranstaltung finden, für die es derzeit fleißig die Werbetrommel rührt.

Mit der Problematik rund um die Gemeindebücherei kennen sich Woelki als lokaler Berichterstatter und Dammann als Mitglied des Ottersberger Kulturausschusses bestens aus. Abzüglich der laufenden Ausgaben zum Betrieb einer Lesestube steht dem Team um Büchereileiterin Karen Marheine nur noch wenig Geld für aktuellste Neuanschaffungen angesagter Autoren oder zu Themen der Gegenwart, die die Gesellschaft bewegen, zur Verfügung. „Dabei spielt die Bücherei für den Flecken und insbesondere für die Kinder eine wichtige Rolle. Denn Lesen ist grenzenloses Abenteuer, spielen die schönsten Filme sich im Kopf und damit in der Fantasie jeden Einzelnen ab“, stellt Tobias Woelki fest. Die Bücherei sei deshalb wichtig, weil Kinder, Schüler und Jugendliche hier Bücher kennenlernen und nach Herzenslust stöbern könnten.

Bedeutung für alle Generationen

„Mit dem Lesen lernen die Kinder ihre Umgebung kennen. Kinder und Jugendliche erfahren mit dem Lesen Kopfkino. Ihre Kreativität blüht auf. Der Mensch wächst heran.“ Aber nicht nur für Kinder und Schüler ist die Bücherei laut Woelki eine wichtige Einrichtung. Der Heranwachsende brauche die Bücherei, um sich Wissen anzueignen. Als Erwachsener in der Phase von Beruf und Familie habe jeder die Möglichkeit, aus dem Bücherfundus sein Unterhaltungsprogramm individuell zusammenzustellen.

Auch für die Zeit nach dem Berufsleben sieht Woelki die Gemeindebücherei mit einem wichtigen Auftrag ausgestattet. „Im letzten Lebensabschnitt benötigt jeder Mensch das Lesen, um seine kognitiven Fähigkeit zu bewahren“, sagt der designierte Vorsitzende des Fördervereins und verweist auf die Außenstellen der Bücherei in Fischerhude, Otterstedt und Posthausen, die allen Generationen genügend Lesefutter bieten. Auch diene die Bücherei mitten im Ort als sozialer Raum der Kommunikation über die Generationen hinweg.

„Freiraum erhalten“

Besonders wichtig in Zeiten von Social Media findet Woelki derweil den Aspekt, dass die Bücherei auch immer noch ein Rückzugsort sei. „Diesen Freiraum als Teil einer lebendigen Gemeinschaft vor Ort dauerhaft zu erhalten, verbunden mit neuen Büchern, das haben wir uns als Förderverein auf die Fahne geschrieben“, wirbt Woelki um möglichst viele Unterstützer.

Wo der Kommunalpolitik die Hände gebunden sind, könnte der Förderverein nach der Gründung als Partner der Gemeindebücherei zumindest teilweise die Finanzierung von Sachmitteln und Büchern auffangen. "So kann das Fortbestehen der Gemeindebücherei gesichert werden", betont Woelki und bemüht ein Zitat des 1962 gestorbenen Schriftstellers Hermann Hesse: „Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seine Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken."

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