Bürgermeisterwahl in Ottersberg Weber gewinnt die historische Wahl

Tim Willy Weber ist am Sonntag zum neuen Bürgermeister für den Flecken Ottersberg gewählt worden. Der 48-Jährige erhielt 51,56 Prozent der rund 6700 eingegangenen Stimmen und zieht zum 1. Juli ins Rathaus ein.
26.04.2020, 21:06
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Weber gewinnt die historische Wahl
Von Lars Köppler

Die Würfel sind gefallen: Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen im Kampf um das Amt des Bürgermeisters für den Flecken Ottersberg hat Tim Willy Weber (Freie Grüne Bürgerleiste Ottersberg) am Sonntag das bessere Ende für sich gehabt. Der FGBO-Politiker entschied das Duell mit Reiner Sterna (CDU) in der von der Corona-Krise beeinflussten Wahl mit knapper Mehrheit für sich. Auf den 48-Jährigen entfielen nach der Auszählung in der Aula der Wümmeschule 51,56 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Weber wird damit ab dem 1. Juli als neuer Chef ins Rathaus einziehen und den bisherigen Amtsinhaber Horst Hofmann (CDU) nach fast 14 Jahren ablösen. „Ich bin sehr dankbar und muss das jetzt erstmal sacken lassen. Es war spürbar gewesen, dass es keine klare Kiste wird“, sagte Weber erfreut, aber auch geschafft. Seinen Konkurrenten lobte er zudem für einen fairen Wahlwettbewerb, in dem er „viel Wertschätzung erfahren“ habe.

Es war ein aufregender Tag für Weber und Sterna – doch der Reihe nach: Sonntagmorgen, 10 Uhr in Ottersberg: Während es sich die meisten Menschen in der rund 13 000 Einwohner starken Kommune am Frühstückstisch gemütlich machten und sich auf einen spannenden Bürgermeister-Wahltag freuten, trat in der Aula der Ottersberger Wümmeschule der Wahlvorstand um seinen Vorsitzenden Eckhard Bruns mit gemischten Gefühlen zusammen.

Mit der Vorprüfung der eingegangenen Wahlbriefe und Wahlscheine begann für das Team, das bis zum Abend in zwei Schichten arbeitete und wegen der Corona-Pandemie weitestgehend auf Unterstützung von externen Wahlhelfern verzichten musste, ein arbeitsreicher Tag. Maximale Konzentration bei der Sichtung der Unterlagen lautete der Auftrag, damit vielleicht schon pünktlich um 18 Uhr mit der Auszählung der Stimmen begonnen werden kann.

Alles neu und ungewohnt

Es war auch für die erfahrenen Recken aus der Gemeindeverwaltung alles neu und ungewohnt an diesem für Ottersberg historischen 26. April 2020. Denn noch nie in der Geschichte des Fleckens Ottersberg war die Wahl eines Bürgermeisters als reine Briefwahl über die Bühne gegangen. Von dem Treiben in der Aula bekamen Tim Willy Weber und Reiner Sterna derweil zu dieser frühen Stunde noch nichts mit.

Die beiden Nachfolger-Kandidaten für Horst Hofmann ließen es zunächst ruhig angehen an diesem speziellen Tag. „Ich werde den Sonntag so verbringen wie ich es sonst auch tue. Erst mit meiner Frau frühstücken, dann mit meinem Bruder zusammen einen Klönschnack halten und dabei einen Kaffee genießen“, hatte sich Sterna schon im Vorfeld des Wahlsonntags einen klaren Plan zurechtgelegt.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit der Familie nahm sich der Christdemokrat dann die Zeit und einen Pinsel zur Hand, um das Gartenhäuschen zu streichen. Am Nachmittag stand dann – auch um den Kopf frei zu kriegen – eine kleine Runde mit dem Fahrrad durch die Natur auf dem Programm. Weber suchte und fand seine geistige Frische derweil in den eigenen vier Wänden und machte es sich bei der Lektüre eines Buches und mit Arbeit am Laptop bequem.

In der Aula der Wümmeschule war indes die Wahlmannschaft akribisch mit der Sichtung und Sortierung der Wahlscheine beschäftigt. Und weil es viel besser lief als erwartet, konnte sich Eckhard Bruns sogar noch etwas entspannter Zeit für eine erste äußerst positive Zwischenbilanz nehmen. „Wir haben hier eine sehr gute Truppe zusammen, sodass wir nach kurzen Anlaufschwierigkeiten schon kurz nach dem Mittag alle Briefe geprüft haben“, freute sich Bruns.

Zweite Zählung notwendig

Pünktlich um 18 Uhr machte sich dann die zweite Schicht der Wahlmannschaft ans Werk, um die Stimmen auszuzählen und auch in dieser Disziplin lief es mehr als rund fürs Team. Schon um 19.30 Uhr wurde nicht mehr gezählt, sondern nur noch gerechnet. Um 20.15 Uhr, nach einer zweiten Zählung, war dann die Entscheidung gefallen.

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