Eis-Schwimmen

Zu warm für Eis-Schwimmen

Götz Paschen vom TSV Ottersberg hat am Amstel Ice Cup teilgenommen und trat über drei verschiedene Streckenlängen an. Das Wasser mit 5,9 Grad sei allerdings laut Reglement zu warm gewesen.
17.01.2020, 17:52
Lesedauer: 2 Min
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Zu warm für Eis-Schwimmen
Von Patrick Hilmes
Zu warm für Eis-Schwimmen

Startete beim Amstel Ice Cup: Götz Paschen vom TSV Ottersberg.

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Amsterdam. Die wenigsten Menschen dürften Wasser mit einer Temperatur von 5,9 Grad Celsius als zu warm betiteln – die IISA hingegen schon. IISA, das steht für International Iceswimming Association und ist somit eine Organisation, die Eis-Schwimm-Wettbewerbe organisiert. Der Amstel Ice Cup ist ein solcher Wettkampf. Der fand kürzlich in Amsterdam statt, und Götz Paschen vom TSV Ottersberg war einer der Teilnehmer.

„Take off your clothes. Go into the water. Ready?“ Und schon ertönt der Startschuss. Richtig gehört, die Klamotten der Schwimmer mussten aus. Badehose beziehungsweise Badeanzug und Schwimmbrille plus Kappe waren erlaubt, ein Neoprenanzug nicht. So will es das Reglement der IISA, das aber auch beinhaltet, dass Eis-Schwimmen erst ab fünf Grad stattfindet. Die Amstel war somit beim Wettbewerb wirklich „zu warm“. Doch das Reglement befasst sich nicht nur mit der Temperatur und der Kleidung, es befasst sich auch mit der generellen Eignung der Sportler für die Strapazen, die das „zu warme“ Wasser für den Körper bereithält. Jeweils fünf Athleten starteten in der Amstel ihre 1000 Meter gleichzeitig. Mehr sind aufgrund möglicher medizinischer Versorgung durch anwesende Ärzte nicht erlaubt. Vorher mussten sich die Teilnehmer daheim beim Arzt einem Belastungs-EKG unterziehen und sich untersuchen lassen. Kein ärztlicher Attest, keine Starterlaubnis.

Am ersten Wettkampftag schwamm der Ottersberger Götz Paschen die 1000 Meter, am zweiten folgten die 500 Meter sowie die 4x50-Meter-Staffel. Paschen beobachtete die anderen Teilnehmer genau, allesamt stiegen sie glücklich und zufrieden aus dem Wasser. Dabei schoss ihm immer wieder dieselbe Frage durch den Kopf: „Was ist die größere Leistung: schneller zu schwimmen oder länger zu frieren?“ Und noch eine Beobachtung machte er: Jeder Schwimmer gab sich nach dem Verlassen des Wassers erst mal wortkarg und taute langsam und zitternd wieder auf. Die Faustregel laute: Man zittert sich doppelt so lange warm, wie man geschwommen ist.

In Götz Paschens Fall bedeutete das nach den 1000 Metern knapp 48 Minuten, hatte er die Strecke doch binnen 23:59 Minuten bewältigt. Einer der Schnellsten war er damit nicht, doch das war auch nicht seine Ambition. „Mit einer Platzierung habe ich nicht gerechnet. Hier schwimmt auch die internationale Elite.“ Zudem sei der Amstel Ice Cup von den Teilnehmerzahlen her die zweitgrößte Eis-Schwimm-Veranstaltung weltweit.

Aber dennoch ergatterte der Ottersberger eine Bronzemedaille. Und zwar als Teil des Teams Germany. Erst 14 Tage vor dem Wettbewerb hatte sich Paschen von drei Eis-Schwimm-Freundinnen aus Norddeutschland überreden lassen. Der Ottersberger scheint seine Teilnahme nicht bereut zu haben, denn den nächsten Amstel Ice Cup hat er bereits ins Auge gefasst. Vielleicht ist das Wasser dann auch nicht so warm.

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