Tanz-Workshop in Oyten

Auspowern im Rathaussaal

Als eine von acht Kommunen in Niedersachsen erhielt Oyten den Zuschlag für die Ausrichtung eines Kulturworkshops, der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammenführen soll.
26.09.2019, 16:42
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Auspowern im Rathaussaal
Von Marius Merle
Auspowern im Rathaussaal

Tanzlehrer Moses Mwanjelwa machte es vor, die IGS-Schüler versuchten, die Schritte zu kopieren.

Jonas Kako

Wenn im Rathaus der Gemeinde Oyten einmal Musik zu vernehmen ist, dann sind das normalerweise zum Beispiel klassische Töne von den Konzertabenden der Musikfreunde, Klänge von den Proben der Blaskapelle oder Gesang von Chor-Auftritten. Dass Hip-Hop-Rhythmen aus dem Rathaussaal schallen, das kommt hingegen höchst selten vor. Am Donnerstagmittag und -nachmittag war dies jedoch der Fall. Denn es fand dort ein interkultureller Tanz-Workshop statt, bei dem Tanzlehrer Moses Mwanjelwa aus Hannover mit den Teilnehmern zu den Beats dieser Musikgattung eine kleine Choreographie einstudierte.

Diese Veranstaltung hatte die Gemeinde quasi gewonnen. Denn als von der Landesregierung im Rahmen des Bündnisses „Niedersachsen packt an“ eine Reihe „partizipativer Kulturworkshops“ ins Leben gerufen worden war, hatte sich die Staatskanzlei an die Bürgermeister aller Kommunen gewandt, sich doch dafür zu bewerben. „Der Fokus des Projektes liegt darauf, dass die Geflüchteten in den Gemeinden noch besser integriert werden“, erklärte Khim Schröder von der Peppermint-Eventagentur aus Hannover, die sich um die Umsetzung kümmert. In Oyten hatte Manfred Cordes den Hinweis an die Integrationsbeauftragte Christa Junge weitergegeben, die sich sodann beworben hatte. Und als eine von acht Kommunen in Niedersachsen erhielt Oyten den Zuschlag – für einen Hip-Hop-Tanz-Workshop.

„Da musste ich dann was draus machen“, erzählte Junge. Doch das gestaltete sich als gar nicht so einfach. Denn einen ganzen Tanztag mit Teilnehmern mit und ohne Migrationshintergrund auf die Beine zu stellen, sei schlichtweg nicht möglich gewesen. Und so teilte sie den Workshop in zwei Teile. Zuerst durften sich im Rathaussaal zweieinhalb Stunden Schüler der IGS tänzerisch ausprobieren. Gerne hätte Junge dabei viele Mädchen und Jungen der Sprachlernklasse, die vor drei Jahren von der IGS beantragt worden war, dabei gehabt, aber „die sind nicht so tanzinteressiert“. Und so wurden letztlich alle Schüler angesprochen. Insgesamt 18 Fünft- bis Achtklässler – darunter nur zwei Jungs – nahmen das Angebot gerne wahr.

Und das war schweißtreibend. Denn Mwanjelwa hielt die Schüler stets in Bewegung, schließlich galt es, sich durch stetiges Wiederholen von Tanzschritten innerhalb kurzer Zeit eine Choreographie zu merken. „Springen über Kreuz“, „drehen und runter“ und „rechtes Bein vor“ gab der Tanzlehrer immer wieder Anweisungen und spielte den Vortänzer. Am Ende ging es für Schüler gut ausgepowert zurück an die IGS. Denn dann begann der zweite Teil des Workshops, der für die Neubürgerinnen des Frauenkreises Oyten, der immer mittwochs im Familiengarten zusammenkommt, gedacht war. Rund ein Dutzend Frauen, manche mit ihren Kindern, kamen in den Rathaussaal, um sich von Mwanjelwa für einen Nachmittag in die Welt des Hip-Hop-Tanzes entführen zu lassen.

Bei der Veranstaltung in Oyten handelte es sich um den zweiten Kulturworkshop dieser Art. Die Premiere hatte es kürzlich in Rhede an der Ems gegeben. Dabei stand die Einführung in die Graffiti-Kunst im Mittelpunkt. Kochen oder Theater werden weitere Schwerpunkte von Workshops sein. Die acht Veranstaltungen sind auch erst einmal nur der Anfang. „Ich kann mir gut vorstellen, dass da noch weitere hinzu kommen werden“, sagte Schröder.

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