Fußball-Bezirksliga

Daniel Wiechert vom TSV Bassen kehrt zurück zu seinen Wurzeln

Daniel Wiechert ist ein Urgestein des TSV Bassen. Nach sechs Jahren und 62 Toren in der Bezirksliga wechselt der Stürmer auf eigenen Wunsch in die zweite Mannschaft, die in der Kreisliga an den Start geht.
04.11.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Dennis Glock
Daniel Wiechert vom TSV Bassen kehrt zurück zu seinen Wurzeln

Stürmer mit eingebautem Torinstinkt: Daniel Wiechert traf in der Bezirksliga 62-mal für den TSV Bassen. In der Kreisliga soll es für den 26-Jährigen so weitergehen.

Björn Hake

Schnelligkeit, Dribbelstärke sowie Präzision bei Kopfbällen und Torschüssen – Daniel Wiechert, Stürmer des TSV Bassen, zeigte sich in den vergangenen Jahren vor dem gegnerischen Tor stets eiskalt und ließ so manche Abwehrreihe ziemlich alt aussehen. Satte 62 Tore erzielte der 26-Jährige in 115 Einsätzen in der Fußball-Bezirksliga. Dabei avancierte der Goalgetter des Öfteren zum Spieler des Spiels und hatte maßgeblichen Anteil an den guten Platzierungen des TSV Bassen in den vergangenen Spielzeiten. Damit ist nun aber Schluss. Auf eigenen Wunsch wechselt Wiechert in die Kreisliga und verstärkt im weiteren Saisonverlauf die zweite Mannschaft der Dohmspatzen.

„Es war eine sehr schwierige Entscheidung für mich. Ich habe mehrere Wochen hin und her überlegt. Doch am Ende habe ich auf mein Herz gehört und den Gang in die Kreisliga angetreten“, begründet der Stürmer, der in den vergangenen Spielzeiten immer mal wieder in der zweiten Mannschaft ausgeholfen hatte, den Schritt zurück. Der Kontakt zu den ehemaligen Teamkollegen ist nie so richtig abgerissen. Sie waren es auch, die einen maßgeblichen Anteil an der Entscheidung des 26-Jährigen hatten. „Für mich war immer klar, dass ich irgendwann wieder den Schritt zurück gehen werde. Nach einigen Gesprächen mit den ehemaligen Mitspielern ist das Thema dann so richtig ins Rollen gekommen“, erzählt Wiechert.

Treffsicherer von Jahr zu Jahr

In der Saison 2012/13 machte sich Wiechert erstmals beim SV Baden einen Namen. In 14 Kreisliga-Einsätzen traf er viermal. In der darauffolgenden Spielzeit gelangen ihm in 30 Spielen neun Treffer. Es folgte der Wechsel in die zweite Mannschaft des TSV Bassen, in der die Entwicklung des Stürmers erst so richtig Fahrt aufnahm. Unter Trainer Stephan Hotzan netzte der schnelle Offensivakteur in seiner ersten Saison 14-mal ein. Ein Jahr später überbot er die Torausbeute sogar noch um zwei Treffer. Es folgte die Beförderung in die erste Mannschaft. „Es war schon eine sehr coole Zeit. Als junger Spieler saugt man so viel wie möglich auf und lernt einiges dazu. Aufgrund dessen freue ich mich umso mehr, dass ich jetzt in die Kreisliga zurückkehre. Quasi eine Rückkehr zu den Wurzeln“, sagt Wiechert.

Uwe Bischoff, Trainer des TSV Bassen, nimmt die Entscheidung seines Schützlings gelassen. „Da wir Hobbyfußballer sind, kann jeder Spieler selbst entscheiden, wo er spielen möchte. Ich will Daniel da keine Steine in den Weg legen und akzeptiere seinen Wunsch“, sagt er. Einen gleichwertigen Ersatz fand der Coach ausgerechnet in der eigenen zweiten Mannschaft. Thomas Pfeifer kam in der abgelaufenen Spielzeit immer wieder zu Kurzeinsätzen und gehört nun fest dem Bezirksliga-Kader an. In seinem ersten Saisoneinsatz im Heimspiel gegen den Heeslinger SC II wusste der Wiechert-Nachfolger auf Anhieb zu überzeugen und steuerte einen Treffer bei. Uwe Bischoff glaubt, dass die Bassener auch ohne ihren treffsicheren Stürmer eine gute Platzierung erreichen können. „Ich bin der Meinung, dass unser Kader gut aufgestellt ist und wir diesen Abgang kompensieren können“, sagt der Coach.

Der TSV Bassen befindet sich zum Zeitpunkt des derzeit ruhenden Spielbetriebs nach sieben Spieltagen mit 14 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz. Die Dohmspatzen sind damit auf einem guten Weg, das ausgerufene Saisonziel – den Aufstieg – zu erreichen. Bereits am vierten Spieltag absolvierte Daniel Wiechert im Auswärtsspiel beim TSV Achim seinen letzten Einsatz für den Bezirksligisten. In der 74. Spielminute gelang ihm kurz vor seiner Auswechslung sogar eine Art Abschiedstor zur zwischenzeitlichen 3:1-Führung. Nur wenige Tage später teilte er den Wechselwunsch seinen Teamkollegen mit. „Es war ein gelungener letzter Auftritt. Ich kann nur wieder betonen, dass meine Entscheidung rein privater Natur ist. Der Teamgeist war stets groß und auch mit dem Trainer habe ich mich immer gut verstanden“, versichert der Stürmer.

Aufstieg als unerfüllter Traum

Daniel Wiechert genießt beim TSV Bassen ein hohes Ansehen. Kein Wunder, schließlich trug er mit seinen zahlreichen Treffern zum sportlichen Erfolg bei. Trotz der ereignisreichen Jahre fehlt dem Vollblutstürmer nach wie vor eine entscheidende Sache in seiner Vita: ein Aufstieg. „Klar träumt man als Fußballer immer davon, irgendwann mal aufzusteigen und einen Titel zu gewinnen. Das hat bis jetzt allerdings nicht funktioniert, was ich sehr schade finde. Vielleicht klappt es ja in der Kreisliga doch noch mit dem Aufstieg“, sagt er hoffnungsvoll.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+