Fußball-Bezirksliga

Das Duell der Kumpels muss warten

Marius Winkelmann vom TV Oyten und Christian Czotscher vom TSV Bassen kennen sich lange. Beide haben noch nie gegeneinander gespielt. Auch in dieser Saison muss das Duell der Kumpels zunächst warten.
24.08.2020, 17:21
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Das Duell der Kumpels muss warten
Von Maurice Reding
Das Duell der Kumpels muss warten

Marius Winkelmann trägt ab dieser Saison wieder das Oytener Trikot. Zuvor spielte der Mittelfeldakteur beim TB Uphusen.

Björn Hake

Sie kennen sich seit 15 Jahren, wissen um die Stärken und Schwächen des jeweils Anderen und sind gute Kumpels: Die Rede ist von Marius Winkelmann und Christian Czotscher. Während Winkelmann ab dieser Saison als spielender Co-Trainer wieder für den Fußball-Bezirksligisten TV Oyten aufläuft, schnürt Czotscher seit acht Jahren im Herrenbereich die Schuhe für den TSV Bassen. In dieser Saison wäre es so weit gewesen: Die beiden Kumpels hätten erstmals gegeneinander gespielt – und das im Gemeindederby, in dem es um mehr als drei Punkte geht.

Doch daraus wird erst einmal nichts. Beide Klubs sind in unterschiedliche Staffeln eingeteilt worden. Eine Entscheidung, mit der sich die beiden nur schwer anfreunden können. „Ich finde das schade. Ich hätte gerne gegen Marius gespielt. Man ist immer motiviert, wenn man gegen jemanden spielt, den man gut kennt“, sagt Czotscher. Winkelmann pflichtet ihm bei: „Gerade Oyten gegen Bassen ist ein Derby, auf das man Bock hat. Für mich als Oytener ist es das Spiel der Spiele. Das fehlt einem schon“, sagt der Mittelfeldspieler, der vom Oberligisten TB Uphusen wieder in die Heimat gewechselt ist.

Dass die Bezirksliga aufgeteilt wurde, hat auch die beiden Kumpels überrascht. „Ich bin davon ausgegangen, dass eine einfache Runde gespielt wird. Die Aufteilung hat nicht gerade für Begeisterung gesorgt. Ohne die Derbys fehlt einfach etwas“, ist Winkelmann kein Freund des Spielmodus der kommenden Saison. Czotscher hingegen zeigt Verständnis für die Aufteilung, auch wenn er endlich gerne gegen seinen Kumpel gespielt hätte.

In der Saison 2018/2019 wäre es beinahe dazu gekommen: Damals wechselte Winkelmann vom Regionalligisten SV Drochtersen/Assel zum TVO. Am vierten Spieltag kam es in Bassen zum Derby. Während Czotscher 90 Minuten auf dem Feld stand und sogar mit einem Tor zum 2:0-Sieg seiner Mannschaft beitrug, kam Winkelmann nicht zum Einsatz. In der Rückrunde dann das umgekehrte Bild. Winkelmann spielte bei der 0:1-Niederlage des TVO 90 Minuten durch, Czotscher dagegen musste verletzt zuschauen. „Das war natürlich ärgerlich“, erinnert sich der Abwehrspieler noch ganz genau. Danach trennten sich die Wege der beiden wieder. Für Winkelmann ging es in die Oberliga zum TB Uphusen, während Czotscher mit Bassen weiterhin in der Bezirksliga blieb. Ein erneutes Aufeinandertreffen schien in weite Ferne zu rücken. Doch dann entschloss sich Winkelmann, wieder zum TVO zurückzukehren. „Es hat mich natürlich gefreut, dass Marius zurück nach Oyten gekommen ist“, sagt Czotscher und fügt hinzu: „Umso ärgerlicher, dass es nicht direkt mit dem Aufeinandertreffen klappt.“

SPORT // Fußball-Bezirksliga TSV Bassen - TSV Ottersberg

Christian Czotscher gehört zu den Routiniers beim TSV Bassen. Im Herrenbereich hat er noch nie für ein anderes Team gespielt.

Foto: Björn Hake

Eine Hintertür gibt es für die beiden Freunde aber. Sollten Oyten und Bassen die Aufstiegsrunde erreichen – oder beide die Abstiegsrunde –, kommt es zum Duell der Kumpels. Sowohl Winkelmann als auch Czotscher schielen auf die Runde, in der die Meisterschaft vergeben wird. „Ich hoffe, wir sehen uns in der Aufstiegsrunde. Oyten hat sich gut verstärkt. Wir wollen auf jeden Fall in die Aufstiegsrunde“, sagt der Bassener selbstbewusst. Winkelmann setzt ebenfalls alles daran, dass es in der zweiten Saisonphase mit dem Duell klappt: „Die Aufstiegsrunde ist unser Ziel. Das können wir schaffen.“

Beide versprühen bereits Lust auf die neue Saison. „Die Vorfreude ist schon sehr groß. Es hat etwas gefehlt. Klar können wir wieder Testspiele absolvieren, aber es fehlen die Spiele im Wettkampfmodus. Ich habe Lust auf die neue Saison“, sagt Winkelmann. Auch Czotscher kann den Auftakt kaum abwarten: „Die Ungewissheit hat sich gezogen. Man wusste lange nicht, wie man in die Vorbereitung geht. Ich hoffe, dass es jetzt so bleibt und wir ab September wieder spielen können. Ich freue mich auf jeden Fall.“

Einen weiteren Wunsch wollen sich die beiden Kumpels ebenfalls erfüllen – und zwar den, gemeinsam in einem Team aufzulaufen. „Bislang haben wir das nie geschafft. Wir haben schon rumgealbert, dass wir das zum Ausklang der Karriere machen. Ob Erste oder Alte Herren, weiß ich nicht“, sagt Czotscher lachend. Winkelmann schlägt in die gleiche Kerbe. „Ich habe mit Christian schon darüber gesprochen und könnte mir das definitiv vorstellen, mit ihm mal zusammen zu spielen“, sagt er. Doch zunächst zählt für Winkelmann und Czotscher nur eins: In die Aufstiegsrunde kommen und verletzungsfrei bleiben. Sollte das beiden gelingen, steht dem ersten Duell der Kumpels nichts mehr im Wege.

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