Verwaltung Oyten

Schröder folgt auf Junge

Im zweiten Anlauf lief alles glatt: Die Kämmerin Cordula Schröder ist vom Gemeinderat zur zukünftigen Stellvertreterin der Bürgermeisterin Sandra Röse im Oytener Rathaus gewählt worden.
12.01.2021, 16:06
Lesedauer: 3 Min
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Schröder folgt auf Junge
Von Marius Merle

Dieses Mal lief es kurz, schmerzlos und zum Wohlwollen im Grunde aller Anwesenden: Cordula Schröder ist am Montagabend vom Gemeinderat zur künftigen Allgemeinen Vertreterin der Bürgermeisterin beziehungsweise Ersten Gemeinderätin Oytens gewählt worden. Zum 1. April tritt sie damit die Nachfolge von Axel Junge an, der sich in den Ruhestand verabschiedet. Damit bekam Bürgermeisterin Sandra Röse ihre Wunschkandidatin – wenn auch mit etwas Verspätung.

Denn anders als am Montag war die erste Abstimmung Ende November des vergangenen Jahres alles andere also reibungslos verlaufen. Wie berichtet, war es damals zu skurrilen Szenen im Oytener Rathaussaal gekommen. Auch aufgrund von fehlenden Ratsmitgliedern war nicht die erforderliche Mehrheit an Stimmen zusammengekommen. Daran änderte auch mehrfaches Nachzählen nichts und als dann aus dem Lager der AfD-Fraktion noch ein mögliches Umentscheiden bei einer erneuten Abstimmung angedeutet wurde, war das Chaos perfekt. Nach einer längeren Sitzungsunterbrechung, in der sich die Entscheidungsträger erst einmal sammeln mussten, stand endgültig fest: Die Entscheidung über diese Postenbesetzung muss vertagt werden.

Denn einigen Ratsmitgliedern gefiel nicht, dass die Stelle intern mit der Kämmerin Schröder besetzt werden sollte, ohne dass eine öffentliche Ausschreibung stattgefunden hatte. Dies war gezwungenermaßen zuletzt dann nachgeholt worden; mit dem Ergebnis, dass keine Bewerbung einging, die den formalen Ansprüchen und den erforderlichen Qualifikationen genügte. Und daher war Schröder auch bei der zweiten Abstimmung die einzige Kandidatin.

Nur eine Fraktion enthält sich

Der Rat stimmte fast geschlossen dafür, dass sie den Posten übernimmt – lediglich die AfD-Fraktion enthielt sich. Nicht etwa, weil sie Schröder für nicht geeignet halten würde, sondern weil sie die gesamte Herangehensweise nicht in Ordnung finde und Röse mit ihrem eindeutigen Bekenntnis für ihre Kämmerin ihre „Neutralitätspflicht“ verletzt habe, wie Uwe Wappler ausführte. Mit dieser Ansicht stand die AfD jedoch alleine da. Das Verhalten der Bürgermeisterin sei völlig legitim gewesen, schließlich gehe es um den Posten ihrer eigenen Stellvertreterin, entgegnete Kai Grönke (CDU) und betonte: „Frau Schröder ist die richtige Frau auf dem richtigen Posten.“

Röse zeigte sich erleichtert, dass diese Personalfrage im Rathaus nun geklärt ist. „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit“, sagte die Verwaltungschefin zu ihrer künftigen Stellvertreterin. Schröder bedankte sich für die Wahl und betonte: „Der Umgang zwischen Politik und Verwaltung in Oyten ist sehr respektvoll und von Vertrauen geprägt.“ Dies sei keine Selbstverständlichkeit und müsse immer wieder neu unter Beweis gestellt werden. „Dazu will ich gerne meinen Anteil beitragen“, erklärte Schröder, die durch die Wahl zur Beamtin auf Zeit für die Dauer von acht Jahren wird.

Seit April 2018 ist Schröder Kämmerin der Gemeinde Oyten und wird diesen Job auch weiterhin ausüben. Die frei werdende Stelle von Junge wird von Sebastian Oetting, der aus der Kreisverwaltung kommt, besetzt. Oetting wird sich dann hauptsächlich um den Personal- und Bürgerservicebereich im Rathaus kümmern, die aktuell noch von Junge mitgeleitete Wirtschaftsförderung wird zukünftig vom Bauamt mit bearbeitet.

Geballte Frauenpower

„Zwei Frauen sind nicht besser – aber etwas Besonderes“, sagte Schröder mit Blick darauf, dass die beiden höchsten Posten im Rathaus ab April von Frauen bekleidet werden, während in vielen Verwaltungen der Region weibliche Führungspersonen weiterhin sehr rar sind. Und in der Gemeinde Oyten sind es auch nicht nur Röse und Schröder, die bei der Verwaltungsarbeit ein gehöriges Wörtchen mitzureden haben. Mit Sabine Müller wird auch das Bauamt seit Kurzem von einer Frau geleitet und dort arbeitet mit Isa Zipperling zudem eine Mitarbeiterin, die nach dem Abschied von Junge den wichtigen Bereich der Wirtschaftsförderung wesentlich mitgestalten wird. Geballte Frauenpower im Oytener Rathaus also.

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