Grundschulen in Oyten

Regelbetrieb weiterhin nicht in Sicht

Die Corona-Bestimmungen machen eine Mittagsverpflegung und Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen Oyten weiterhin unmöglich. Das sorgt bei einigen Eltern für Frust, wie sich im Schulausschuss zeigte.
07.10.2020, 16:50
Lesedauer: 2 Min
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Regelbetrieb weiterhin nicht in Sicht
Von Marius Merle
Regelbetrieb weiterhin nicht in Sicht

Um 14 Uhr geht es für alle Grundschüler in Oyten weiterhin auf den Weg nach Hause (Symbolfoto).

DPA/Arne Dedert

An den drei Grundschulen der Gemeinde Oyten wird es auch nach den Herbstferien aufgrund der einzuhaltenden Hygiene- und Abstandsregelungen in Zeiten der Corona-Pandemie weiterhin keine Mittagsverpflegung und Nachmittagsbetreuung geben können. Zu diesem Ergebnis kam die Verwaltung in Absprache mit den Schulleitungen. Das sorgt für Unmut bei einigen Eltern, wie sich in der Sitzung des Schulausschusses am Dienstagabend zeigte. Diese hätten gerne endlich eine Perspektive, wann der Regelbetrieb wieder startet und sie damit entlastet. Doch eine Aussage dazu, ist „so gut wie unmöglich“, betonte Daniel Moos von der Verwaltung angesichts der nicht kalkulierbaren Entwicklung der Corona-Krise.

Nachdem der bundesweite Lockdown zunächst zu Schulschließungen geführt hatte, war noch vor den vergangenen Sommerferien mit einem Schichtbetrieb der Unterricht für die Kinder tageweise wieder angelaufen. Seit Beginn des neuen Schuljahres haben alle Kinder in Oyten aufgeteilt in sogenannte Kohorten – in denen die Abstandsregeln aufgelöst sind – wieder täglich Unterricht bis 14 Uhr. Eine Mittagsverpflegung und Nachmittagsbetreuung ist nur in den einzelnen Kohorten jedoch kaum möglich, schon alleine wegen des dafür benötigten und nicht vorhandenen Personals. Doch nicht nur am Personal scheitert es, wie Antje Hugendick, Leiterin der Grundschule Sagehorn, an einem Beispiel deutlich machte. Denn sollte in ihrer Schule unter den aktuellen Bestimmungen Mittagessen serviert werden, so wäre dies nur in einem Schichtsystem möglich – von 12 bis 15 Uhr und somit schlichtweg unpraktikabel.

„Wir sind froh, überhaupt wieder Schule anbieten zu können“, sagte Hugendick. Die Betreuung bis 14 Uhr sei schon ein Entgegenkommen. Moos erklärte, dass es zunächst einmal darum gehen müsse, die Verlässlichkeit in der Betreuung aufrecht zu erhalten und komplette Schulschließungen im Falle eines Corona-Falles zu verhindern. Und dies sei nur zu erreichen, wenn das Kohorten-Prinzip strikt eingehalten werde. Die Dienstanweisungen des Landes lassen diesbezüglich nur sehr wenig Ermessensspielraum. Die Gemeinde sei natürlich selbst nicht zufrieden, die Betreuung in den Grundschulen weiter nur bis 14 Uhr anbieten zu können, aber „die Möglichkeiten sind einfach extrem begrenzt“, sagte Moos.

Unterstützung gab es von den Mitgliedern des Schulausschusses. „Unterricht geht vor Mittagsverpflegung. Das Hauptaugenmerk muss auf der Beschulung liegen und dass die Kinder wieder gesund nach Hause kommen“, befand Kai Grönke (CDU). Und Andreas Dotzauer (FDP) sprach direkt zu den im Zuschauerbereich sitzenden Eltern, die zu Beginn der Sitzung ihrem Frust Ausdruck verschafft hatten, und forderte die Bereitschaft für „Kompromisse“. „Ein normaler Betrieb ist nicht zu leisten, der Verwaltung sind die Hände gebunden.“ Die Eltern seien gefragt, die fehlende Betreuung in diesen Zeiten irgendwie aufzufangen.

Laut Moos wäre es „sicherlich auch konsequent gewesen“, in den anstehenden Herbstferien gar keine Ferienbetreuung anzubieten. Aber das habe man den Eltern nicht auch noch aufbürden wollen. Dass es diese Betreuung, bei der Schüler unterschiedlicher Schulen und Kohorten zusammen eine Gruppe bilden, überhaupt geben kann, liege im Übrigen daran, dass es sich um ein Angebot der Jugendhilfe und nicht der Schule handelt. „Das ist ein anderer rechtlicher Rahmen“, erklärte Moos und kündigte an, dass man sich – was die Bewertung der Betreuung während der Schulzeit nach den Herbstferien angeht – wieder zusammensetzen werde und ohnehin im ständigen Austausch über die Situation sei. „Wenn es Möglichkeiten gibt, werden wir das Betreuungsangebot wieder hochfahren“, versprach er den Eltern. Wann es soweit sein könnte, ist jedoch völlig ungewiss.

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