Konsequenz aus Wahlniederlage Heiko Oetjen legt Ämter in Oyten nieder

Heiko Oetjen zieht Konsequenzen aus der verlorenen Bürgermeisterwahl und legt sein Ratsmandat in Oyten nach fast drei Jahrzehnten nieder. Seine Arbeit im Kreistag möchte der 51-Jährige jedoch fortsetzen.
05.08.2019, 15:20
Lesedauer: 3 Min
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Heiko Oetjen legt Ämter in Oyten nieder
Von Marius Merle

Nach der verlorenen Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Oyten am 16. Juni hatte SPD-Kandidat Heiko Oetjen angekündigt, in eine „innere Klausur“ gehen zu wollen, um das Geschehene zu verarbeiten und dann zu entscheiden, wie es politisch für ihn weitergehen soll. Diese Entscheidung hat er nun, wie er selbst sagt, „nach reiflicher Überlegung“, getroffen: Mit Wirkung vom Montag hat Oetjen sein Mandat im Rat der Gemeinde zurückgegeben und steht für Ämter der SPD in Oyten zukünftig nicht mehr zur Verfügung.

Damit verliert die Gemeinde ein politisches Schwergewicht, schließlich saß der Bassener 28 Jahre lang im Gemeinderat, seit 2001 als SPD-Fraktionsvorsitzender. Ebenfalls 18 Jahre war er auch als stellvertretender Bürgermeister aktiv. Der nächste anvisierte Schritt, im November Nachfolger von Manfred Cordes und somit Gemeindeoberhaupt in Oyten zu werden, blieb ihm jedoch verwehrt. Nur 31,5 Prozent der Stimmen hatte der 51-Jährige in der Stichwahl bekommen und sich somit deutlich seiner Kontrahentin Sandra Röse von der CDU geschlagen geben müssen. Ein ohne Frage enttäuschendes Ergebnis für Oetjen.

Oetjen: Kein Groll

Fast drei Jahrzehnte hat er sich im Ehrenamt für die Mitbürger eingesetzt. „Letztlich haben mir die Wähler, besonders auch in meinem Heimatort Bassen, sehr deutlich durch ihre Stimmabgabe oder das Nicht-zur-Wahl-Gehen gezeigt, wie sie meine bisherige ehrenamtliche Tätigkeit für Oyten bewerten“, formuliert Oetjen in einer Stellungnahme. Groll solle hinter dieser Aussage aber nicht stecken. „Aber ohne ein entsprechendes breites Vertrauen in mein Wirken kann und möchte ich nicht weiterhin den großen Aufwand einer ehrenamtlichen politischen Tätigkeit in Oyten auf mich nehmen, wie ich es in den vergangenen Jahrzehnten getan habe.“

Ein „Weiter so“ sei nach diesem desaströsen persönlichen Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl schlichtweg unmöglich. „Obendrein würde jede Kritik, die ich als Vorsitzender der SPD-Fraktion an der neuen Verwaltungsspitze äußern würde – und sei sie noch so berechtigt –, so gewertet werden, dass ich ein schlechter Verlierer sei“, vermutet Oetjen und fügt an, dass ihm die Freude an dem politischen Ehrenamt in Oyten bereits seit der jüngsten Kommunalwahl merklich abhandengekommen sei. „Ich bin stolz darauf, dass ich an sehr vielen positiven Weichenstellungen maßgeblich mitwirken konnte“, blickt er dennoch zufrieden zurück. Doch mit seinem Rückzug ermögliche er der SPD Oyten einen personellen und womöglich inhaltlichen Neuanfang. Dass dieser nötig sein wird, war bereits nach der Bürgermeisterwahl aus den Reihen der Sozialdemokraten zu vernehmen gewesen.

Nachfolge soll bis Ende August geklärt sein

„Wir haben uns in den vergangenen Wochen schon intensiv damit beschäftigt, wie wir die Partei- und Fraktionsarbeit in Oyten neu aufstellen können“, erzählt Ortsvereinsvorsitzender Hermann Wahlers. Personalfragen seien dabei aber ausdrücklich noch kein Thema gewesen. „Wir bedauern es, dass Heiko aufhört“, sagt Wahlers. Nun gelte es sich, mit der neuen Situation zu befassen. Bis Ende August, so die Hoffnung der Parteispitze, soll ein neuer SPD-Fraktionsvorsitzender präsentiert werden können.

„Ich bedanke mich von ganzem Herzen bei meiner Familie, die mir immer den Rücken freigehalten und gestärkt hat, sowie bei den Menschen, die mich gewählt und unterstützt haben“, möchte Oetjen derweil betont haben. Sein Dank gelte zudem den Mitarbeitern der Verwaltung sowie den Ratsmitgliedern für die zum Teil jahrzehntelange vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Ganz von der politischen Bildfläche der Region verschwinden wird der Bassener aber nicht. „Mein Mandat als Abgeordneter im Verdener Kreistag nehme ich weiterhin wahr“, lässt er wissen. So habe er auch geplant, bei der am 24. August turnusgemäß anstehenden Wahl des SPD-Fraktionsvorstandes erneut als Vorsitzender zu kandidieren.

+++Der Text wurde um 15.20 Uhr aktualisiert+++

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