Gleichstellungsbeauftragte Oyten

„Ich will noch viel schaffen“

Langweilig wird es Anne Fehn bei ihrer Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte in Oyten wahrlich nicht. Was alles zu ihrer Tätigkeit gehört und was die Ziele sind, hat sie nun in einem Bericht dargelegt.
04.01.2019, 16:10
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„Ich will noch viel schaffen“
Von Marius Merle
„Ich will noch viel schaffen“

Mit den Oytener Ratsfrauen hat Anne Fehn (mitte) das Projekt "Frauen in die Politik" ins Leben gerufen.

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Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu verwirklichen, das ist die Aufgabe der Gleichstellungsbeauftragten. In der Gemeinde Oyten wird auf dieses Ziel schon seit einiger Zeit hingearbeitet. Bereits seit 1994 gibt es dort das Amt, welches 2014 von Anne Fehn übernommen wurde. Nachdem sie 2016 zwischenzeitlich eine Mutterpause eingelegt hatte, hat sie nun wieder einen Tätigkeitsbericht präsentiert, der die Arbeit der etwas mehr als eineinhalb Jahre umfasst, seitdem sie das Amt im Frühjahr 2017 wieder angetreten hatte. Und man kann mit Fug und Recht behaupten: Fehn hat alle Hände voll zu tun.

„Ich habe schon sehr viel umgesetzt, aber ich will noch viel schaffen“, betont Fehn. Dass noch Handlungsbedarf ist, zeigen die Zahlen, die dem Gleichstellungsplan 2017 bis 2020 der Gemeinde Oyten zu Grunde liegen. Denn zum Stichtag 30. Juni 2017 waren 80 Prozent der fast 250 Beschäftigten der Gemeinde weiblich – überwiegend im Sozial- und Erziehungsdienst. Doch betrug der Männeranteil in den höheren Besoldungsgruppen zu diesem Zeitpunkt 100 Prozent. Inzwischen habe sich das laut Fehn leicht verändert, auch wegen eingeleiteter Maßnahmen. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiges Ziel“, sagt Fehn. So werden alle Stellen auf Teilzeiteignung geprüft und man versuche, zukünftig Homeoffice in die Verwaltungstätigkeit zu integrieren.

Interne und externe Bereiche

Die Aufgaben von Fehn unterteilen sich in zwei Bereiche: den internen und den externen. Im ersten Bereich nehmen die bereits erwähnten Personalangelegenheiten einen sehr großen Anteil ein. „Es gibt einen deutlichen Anstieg bei den Bewerbungsverfahren“, erzählt Fehn. Außerdem gehören zu ihren internen Aufgaben unter anderem die Erstellung des Gleichstellungsplanes oder Beratungen innerhalb der Verwaltung.

Beratend tätig ist die Oytener Gleichstellungsbeauftragte aber vor allem auch öffentlich. Größtenteils seien es Frauen, die zu ihren Beratungen kommen und meistens erstrecke sich diese Hilfe dann über einen längeren Zeitraum. Dabei geht es neben beruflichen Aspekten auch um familiäre Problematiken, wie etwa häusliche Gewalt oder Scheidung. „Vielen Frauen fällt es bei solchen Themen schwer, sich gleich an große Beratungsstellen zu wenden“, weiß Fehn aus ihrer Arbeit. Deswegen kommen sie nicht selten zu einer Erstberatung zu ihr, das sei „niedrigschwelliger“. Aber auch einige Männer würden ihr Beratungsangebot vereinzelnd in Anspruch nehmen, zum Beispiel bei Erziehungsschwierigkeiten.

Wichtige Netzwerkarbeit

„Ein ganz wichtiger Teil meiner Tätigkeit ist außerdem die Netzwerkarbeit“, betont Fehn. Dazu zähle die Mitarbeit in vielen Arbeitskreisen und Gruppen. Besonders der Austausch mit den anderen Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis und das Projekt „Frauen in Politik“ mit den Oytener Ratsfrauen liegen ihr am Herzen. Weiterhin zu Fehns externen Aufgaben zählen unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit, die Betreuung des Oytener Sozialfond sowie die Planung und Durchführung von diversen Veranstaltungen.

Davon gab es auch im vergangenen Jahr wieder einige, etwa zum Weltfrauentag, zum „Tag gegen Gewalt an Frauen“ oder auch zum Equal Pay Day. Letzterer, bei dem die ungleiche Bezahlung der Geschlechter angeprangert wird, ist aber auch ein gutes Beispiel dafür, dass die Handlungsmöglichkeiten für Fehn bei einigen Themen begrenzt sind. Schließlich fallen die Entscheidungen dazu auf Bundes- und Landesebene. „Wir können nur immer wieder darauf aufmerksam machen“, gibt Fehn eine ihrer Zielsetzungen vor.

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