Jugendhaus Oyten Geöffnet, aber kaum Betrieb

Oytens Jugendkoordinatorin Sabrina Abbas spricht von einer „schwierigen Zeit“ für den Jugendtreff „Freiraum“. Denn obwohl er trotz Corona-Pandemie geöffnet haben darf, können kaum Angebote gemacht werden.
10.02.2021, 15:49
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Geöffnet, aber kaum Betrieb
Von Marius Merle

Während viele Betreuungs- und Freizeiteinrichtungen bereits seit vielen Wochen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen haben, hat das Oytener Jugendhaus „Freiraum“ auch in dieser Phase des harten Lockdown weiterhin geöffnet. Von Montag bis Freitag können Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde jeweils zwischen 14 und 18 Uhr dort vorbeischauen und zum Beispiel Billard spielen, Kickern oder mit den Sozialpädagogen sprechen. Angesichts der aktuell sonst stark eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten könnte man denken, dass das Angebot des Freiraums in dieser Zeit eigentlich ganz gut angenommen wird. Doch Oytens Jugendkoordinatorin Sabrina Abbas berichtet von nur wenigen Besuchern.

Das hat natürlich mit dem Coronavirus zu tun. Viele Kinder und auch die Eltern seien aufgrund der Pandemie eher vorsichtig, für andere wiederum sei es abschreckend, auch beim Spielen immer eine Maske tragen zu müssen – die im Jugendtreff inzwischen Pflicht ist. „Wir können das alles verstehen“, sagt Abbas, die aktuell mit zwei Mitarbeiterinnen vor Ort ist, und ergänzt: „Es ist eine schwierige Zeit, das kann man auch nicht schön reden.“ Denn natürlich könne im Freiraum kein ungetrübter Spielspaß herrschen, es müssen diverse Spiel- und Hygieneregeln eingehalten werden. Dazu zählen neben dem Tragen der Gesichtsmaske, das Händedesinfizieren, das Einhalten des Mindestabstandes und die Hinterlegung der Kontaktdaten. Außerdem dürfen sich in den Räumen gleichzeitig nur maximal sieben Kinder und Jugendliche aufhalten.

Keine Gruppenangebote möglich

Das bedeutet auch, dass im Freiraum momentan nur der offene Treff angeboten wird. Die zusätzlichen Veranstaltungsangebote, wie das wöchentliche Kochen und der Kinoabend oder die sonstigen wechselnden Aktionen aus dem Monatsprogramm, die für besondere Attraktivität gesorgt haben, können nicht stattfinden. „Wir wollen natürlich, aber Corona lässt uns nicht“, sagt Abbas, die das Jugendhaus seit etwas mehr als zwei Jahren leitet. Genutzt wurde die freigewordene Zeit unter anderem, um die digitalen Angebote auszubauen, wodurch „Jugendliche anders angesprochen werden“ sollen.

Schließen musste die Einrichtung während der Pandemie-Zeit nur direkt zu Beginn von März bis Mai. Seitdem dient sie durchgängig wieder als Anlaufstelle für Mädchen und Jungs aus Oyten. In den Sommer- und Herbstferien konnte auch ein zusätzliches Mini-Programm angeboten werden, welches laut Abbas sogar überraschend gut angenommen worden war. Ob etwas Vergleichbares auch in den kommenden Osterferien stattfinden darf, sei natürlich von den Regelungen abhängig. „Aber wir sind schon dabei, zu schauen, ob wir etwas anbieten können.“

Den Oytener Jugendtreff in seiner jetzigen Form und unter dem Namen Freiraum gibt es inzwischen seit etwa fünf Jahren. Auch vorher gab es in den Räumlichkeiten schon ein Jugendzentrum, doch da dort nicht immer alles zur Zufriedenheit der Beteiligten gelaufen war, wurde von der Gemeinde ein Neuanfang angestrebt. Abbas war als Sozialpädagogin zu Beginn mit einer halben Stelle im Freiraum angestellt. Als der damalige Jugendkoordinator Martin Haff dann Mitte 2018 eine neue Stelle antrat, setzte sich Abbas im Bewerbungsverfahren um die Nachfolge durch. In den rund fünf Jahren ist es dem Freiraum-Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen gelungen, viele Kinder und Jugendliche durch ein vielfältiges Angebot in die Räumlichkeiten zu locken.

Erneute „Aufbauarbeit“

Umso bitterer ist nun für alle Beteiligten natürlich der Einschnitt durch das Coronavirus. „All das, was so aufgebaut worden ist, ist weggebrochen“, beklagt Abbas. Derzeit bleibe nichts anderes übrig, als abzuwarten. Das Team stehe auf jeden Fall in den Startlöchern. Dass es aber auch nach der überstandenen Pandemie gleich wieder laufen wird wie zuvor, damit sei nicht zu rechen. „Wir müssen dann erstmal wieder Aufbauarbeit leisten“, weiß Abbas.

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